+
Eher unbeliebt: RVO-Bus am Tegernsee

Busfahren soll attraktiver werden

„Frecher Preis“: RVO will Busse billiger und attraktiver machen

  • schließen

Mit einem „frechen Preis“ will der RVO die Akzeptanz des ÖPNV stärken. Auch sollen einfache Tarife Autofahrern das Umsteigen erleichtern – und zwar im gesamten Landkreis.

Tegernsee - Ist von Stau im Landkreis die Rede, denken viele vor allem an das Tegernseer Tal. Weil dort besonderer Handlungsbedarf herrscht, haben die Tal-Bürgermeister Kontakt mit der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) GmbH in Weilheim aufgenommen. Ziel ist es, mit Bussen für Entlastung zu sorgen. Mit Erfolg: Im Wirtschaftsausschuss des Kreistags stellten die Verkehrsplaner Ralf Kreutzer (RVO) und Thomas Huber (DB Regio Bus in Ingolstadt) ein Lösungsmodell für das Tegerseer Tal vor. Einfachere und günstigere Tarife sollen Touristen zum Umsteigen bewegen.

Denn die einfache Bestandsanalyse von Huber hat ergeben, dass das Busnetz am Tegernsee zwar Lücken aufweise, im Vergleich mit anderen Kommunen wie Deggendorf und Rott am Inn jedoch sehr gut sei. Das Problem ist laut Huber jedoch, dass bis zu 90 Prozent der Gäste mit dem Auto anreisen und damit am Urlaubsort herumfahren – trotz Staus. Dabei haben gemeldete Übernachtungsgäste mit der tegernsee-Card eh freie Fahrt mit den Bussen im Tal. 

Dabei bekomme das Busangebot gute Bewertungen, wie die Befragung von Fahrgästen und Beherbergungsbetrieben ergeben habe. Als großes Manko stellte sich jedoch das Ticketsystem heraus. „Es gibt 35 Tarife“, berichtete Huber. Das schrecke viele ab. „In diesen Tarif-Dschungel trauen sich nur wenige.“

Der soll nun gelichtet werden durch einen neuen Tarif, der zwei kaum genutzte ablöst. Unter der prägnanten Bezeichnung „5 für 5“ plant der RVO laut Kreutzer ein Gruppenticket, mit dem bis zu fünf Personen für fünf Euro einen ganzen Tag den Bus im Tal nutzen können. Mit dem Slogan „Busfahren ist Bussparen“ soll das Ticket beworben werden.

Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner (CSU) gefiel die Idee, jedoch bedauerte er, dass der Tarif nur am Tegernsee eingeführt werden soll. „Das Konzept muss für den ganzen Landkreis aus einem Guss sein“, forderte er. Es kranke ja gerade an den Querverbindungen zwischen den Tälern.

Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) trat umgehend auf die Bremse: „Wir sollten nicht zu viel auf einmal machen. Wenn wir das gleich bis Bad Tölz oder Rosenheim ausweiten, ist die Idee gleich wieder kaputt.“

Bei Kreutzer fiel Lechners Vorschlag aber auf Interesse. Ein Modell „5 für 7“, also für sieben Euro, sei für den gesamten Landkreis denkbar. Zudem schlug der Planer für Einheimische ein Jahreskartenmodell vor: zwölf Monate fahren, sieben zahlen. „Mehr Fahrgäste stabilisieren den Fahrplan“, stellte er fest.

Das Gremium unterstützte das. ATS-Geschäftsführer Harald Gmeiner verwies auf Schliersees vergleichbare Situation, und Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) regte an, den nördlichen Landkreis mitzunehmen. Weyarns Rathaus-Chef Leonhard Wöhr (CSU) sah in der Kooperation mit der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) die Chance, mehr Tagestouristen ohne Auto anreisen zu lassen. Dazu sei es hilfreich, wenn beide Tickets kombiniert schon in München bei der BOB erhältlich wären. Diese Option soll seitens des Regionalverkehrs Oberbayern (RVO) mit der BOB ausgelotet werden.

Beim RVO ist nun Rechnen angesagt, um ein Modell für den gesamten Landkreis zu entwickeln. Auch der Landrat war nun dafür.

ddy

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

52-Jähriger stirbt am Fockenstein
Ein 52-jähriger Wanderer ist am Freitagnachmittag am Fockenstein ums Leben gekommen. Die Ehefrau und weitere Mitglieder seiner Wandergruppe wurden psychologisch betreut.
52-Jähriger stirbt am Fockenstein
Majestätischer Aufmarsch zur Eröffnung
Mit majestätischen Bläserklängen ist am Donnerstagabend die 45. Tegernseer Woche eröffnet worden. Die Chiemgauer Bläsergruppe Rupertiblech führte das Publikum zurück in …
Majestätischer Aufmarsch zur Eröffnung
Kindergarten soll zwölf Monate im Jahr offen haben
Eigentlich bat der Kindergarten in Bad Wiessee nur um einen Zuschuss. Doch den Antrag nahm der Gemeinderat zum Anlass, um einen Wunsch loszuwerden. Es geht um die …
Kindergarten soll zwölf Monate im Jahr offen haben
Gemeinde will Holzfäller-Hütte wieder loswerden
Das Projekt „Zeiselbach Winterstube“ ist für Bad Wiessee gestorben. Die Gemeinde will den Pachtvertrag für die einstige Forstarbeiter-Hütte kündigen. Das Ende einer …
Gemeinde will Holzfäller-Hütte wieder loswerden

Kommentare