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Probeflug über dem Tegernsee: Pilot Helmut Seitz am Steuer seines Luftschiffs.

Alle Infos zur Meisterschaft

Hier werden Sie zum Luftschiff-Experten

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Tegernsee - Die Deutsche Luftschiffmeisterschaft findet am und über dem Tegernsee statt. Damit Sie bis zum Wettkampfstart zum Luftsport-Experten werden, hier die wichtigsten Fakten.

Aktualisierung, 26. Januar, 16.51 Uhr: Zehn Luftschiffe sind für die Meisterschaft gemeldet, die vom Freitag, 30. Januar, bis Mittwoch, 4. Februar, ausgetragen wird. „Aber das russische kann wahrscheinlich nicht kommen“, sagt Rie. Vermutlich werden also neun Zeppeline Wettfahrten über dem Tegernsee austragen. Die zweite Neuerung: Einziger Startpunkt wird die Sonnenmoos-Wiese in Rottach-Egern sein. Eigentlich sollten die Luftschiffe auch in Wildbad Kreuth und Gmund starten. Die Sonnenmoos-Loipe ist während der gesamten Wettkampfzeit gesperrt.

Zum Thema Wetter kann Peter Rie soviel sagen: Es darf keinen Niederschlag geben und auch keine kräftigen Winde.

Zehn Zeppeline kreuzen von Freitag, 30. Januar, bis Donnerstag, 5. Februar, über den See. Es geht um nichts Geringeres als den ersten Titel des Deutschen Meisters für Heißluftschiffe überhaupt. Was es zu sehen gibt, welche Aufgaben die Kapitäne und ihre Teams erledigen müssen und wie Luftschiffe überhaupt fliegen, lesen Sie hier.

Fahren oder Fliegen?

Korrekt heißen die riesigen Gefährte Heißluft-Luftschiffe – „typisch deutsch“, findet der Pilot, Organisator und Veranstalter der ersten Deutschen Luftschiffmeisterschaft, Helmut Seitz (60). Er selbst sei da ganz offen: „Sie dürfen auch gerne Zeppelin sagen.“ Ein Luftschiff müsse im Deutschen nicht zwingend fahren, „es darf auch fliegen“. Und am Steuer sitzen auch Piloten – keine Kapitäne. Da orientiere man sich inzwischen meist an den englischen Begriffen. Dort heißen die Gefährte übrigens ganz simpel: Airship.

Die Technik

Helmut Seitz' Luftschiff über Bad Wiessee.

Die Luftschiffe funktionieren technisch ähnlich wie Heißluftballone. Auch wenn die erste Ballonfahrt der Gebrüder Montgolfier schon gut 230 Jahre zurückliegt, ist das erste moderne Heißluftschiff noch vergleichsweise jung. Nachdem die echten Zeppeline aus starren Körpern bestanden, die mit Gas gefüllt waren, kam man erst in den 1970er-Jahren in England auf die Idee, ähnliche Fluggeräte für Heißluft zu bauen.

Die Luftschiffe, die bei der Meisterschaft antreten, fassen alle etwa 3000 Kubikmeter, bei einer Länge von 41 und einem Durchmesser von 12,5 Metern. Mit etwas Glück kommt auch noch ein viel größeres Schiff aus Dubai. Im zusammengeklappten Zustand sind die Schiffe übrigens recht handlich: „Wenn ich mit einem kleinen Pkw-Anhänge komme, fragen die Leute oft: Und wo ist jetzt Ihr Luftschiff“, scherzt Seitz. Wie ein Heißluftballon haben die Luftschiffe Propangas-Flaschen hinten an ihrer Gondel, mit denen die Luft stetig erwärmt wird. Je nach Temperatur im Schiff, steigen die Fluggeräte ab oder auf. Ganz ohne Gas geht's also auch nicht. Deshalb wird die Meisterschaft unter anderem auch von der Firma Primagas gesponsert.

Im Gegensatz zu Heißluftballonen sind Luftschiffe steuerbar. Sie verfügen über einen Propeller für den vertikalen Antrieb und ein Seitenruder, „eigentlich wie beim Flugzeug“, sagt Seitz. Verbunden mit der Tatsache, dass sie nicht immer Gas geben müssen, um oben zu bleiben, macht sie das zu wendigen und vielseitig einsetzbaren Flugobjekten. Das müssen sie auch sein – bei all den Prüfungen, die Seitz für die zehn Teams am Tegernsee vorbereitet hat.

Der Wettbewerb

Ein Höhepunkt wird wohl das Wettfliegen von Wildbad Kreuth bis zum Gut Kaltenbrunn – die so genannte Cross Country Task. Ein weiteres Rennen führt über einen vorher abgesteckten Parcours am Seeufer entlang. Immer morgens bekommen die zehn Teams in einem Briefing eine genaue Route und verschiedene Aufgaben zugeteilt, die sie während ihres Flugs erfüllen müssen. Bei der Meisterschaft geht es aber nicht nur um Schnelligkeit. Seitz hat neun Aufgaben zusammengestellt, die er mit den Rennen kombinieren wird.

Die Aufgaben

Zielwerfen, Objekte anfliegen, Punktlandungen – nur auf Loopings müssen die Zuschauer wohl verzichten. Die Fahrer samt Team werden Farbbomben auf Zielkreuze werfen, Kinderplanschbecken am Seeufer anfliegen, etwas hineinlegen – und das alles ohne den Boden zu berühren. Oder sie nehmen Objeke auf, während sie um die Wette durchs Tal und rund um den See fliegen. Auch die Landung wird zur Herausforderung: In einer ausgewiesenen Fläche von nur fünf Quadratmetern müssen die Piloten zum stehen kommen.

Der Flugplan

Die Start- und Aktionsplätze rund um den Tegernsee.

Die meisten Starts werden im Sonnenmoos in Rottach-Egern stattfinden. Aber auch in Gmund, nähe Finsterwald und eben in Wildbad Kreuth werden die Schiffe abheben. Aktionenpunkte, also Orte, an denen Aufgaben erfüllt werden, sind unter anderem in Kreuth an den Hirschbergliften, in Seeglas am Strandbad, am Schloßplatz in Tegernsee und in Bad Wiessee am Musikpavillon.

Der Zeitplan

Am Donnerstag, 29. Januar, sind wohl schon einige Schiffe bei Trainingsfahrten zu beobachten. Auch am Freitag ist noch Schaufliegen angesagt – dann heißt es täglich: Achtung, fertig, Aufsteigen! Grundsätzlich hat Seitz zwei Wettkämpfe pro Tag eingeplant. „Die werden wir aber nicht alle einhalten.“ Je nach Wetterlage entscheidet das Organisationsteam, wann es welche Aufgaben zu erfüllen gibt – das sind Wettbewerbsleiter, Startleiter, Steward, Safety Officer, Jury, Observer (das sind die Schiedsrichter) und natürlich der Veranstalter Helmut Seitz selbst.

Seitz: „Je mehr Flüge wir schaffen, desto genauer wird am Ende die Wertung sein.“ Bei Regen, Schnee oder Nebel können die Schiffe nicht aufsteigen. Aber dass das Wetter den Wettkampf komplett scheitern lassen wird, glaubt Seitz nicht: „Wir sind da viel wetterunabhängiger als Heißluftballone.“

Hier bei uns auf tegernseer-zeitung.de erfahren Sie täglich aktuell, wann die zehn Zeppeline mit welcher Aufgabe wo starten.

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