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Feuerwerke beim Seefest, wie hier in Tegernsee, stören nicht so sehr, wie die privaten.

Gegner am Tegernsee

Feuerwerk an Silvester für viele Vögel ein Todesurteil

Tegernseer Tal - Die Initiative gegen Feuerwerke am Tegernsee kämpft weiter. Besonders die privaten Kracher sind den Gegnern um Angela Brogsitter-Finck ein Dorn im Auge. Für Vögel können sie tödlich sein.

Angela Brogsitter-Finck ist stolz. Mit ihrer Initiative „Feiern statt feuern“ im Tegernseer Tal hat sie etwas bewegt. Ein Feuerwerk ohne Knall – das organisiert sich eine Bad Wiesseerin zu ihrem Geburtstag. „Das macht uns Mut“, sagt Brogsitter-Finck, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal. Den braucht sie auch in ihrem Kampf gegen die privaten Feuerwerke am See. Reden, reden und immer wieder reden müsse man, um ein Bewusstsein zu schaffen: „Wir können das nur in kleinen Schritten machen.“

Wenige Tage vor Silvester geht Brogsitter-Finck das Thema nicht mehr aus dem Kopf. Derweil dachte sie, dass die Feuerwerke insgesamt weniger geworden seien. „Dann kam es aber doch in geballter Form“, sagt sie. Das war im Herbst. Was jetzt zu Neujahr geschossen wird, das weiß sie nicht. Nur dass dadurch viele Schäden entstehen. Sie denkt an die Feinstaubbelastung und den ganzen Dreck, der im See landet.

Ganz zu schweigen von den Tieren, die durch die Knallerei aufgeschreckt werden. Besonders Vögel. Ihr Mitstreiter Friedrich Joachim formuliert es drastisch: „Leider wird am Neujahrstag der ein oder andere Besucher am Futterhäuschen fehlen, da er das Jahr für Jahr stärker werdende Silvesterfeuerwerk nicht überlebt.“ Auf panischer Flucht würden die Vögel gegen Hindernisse prallen, die sie durch das Feuerwerk nicht sehen. Oder sie sterben am Schock. Joachim bittet daher die See-Bewohner und Touristen, lediglich kleine Bodenfeuerwerke zu zünden.

Denn gerade im Winter hat die Störung verheerende Folgen für viele Vogelarten, wie auch der Landesbund für Vogelschutz informiert. Weil die Vögel vor Schreck hoch hinauf fliegen – bis zu 1000 Meter – verlieren sie Energie, die sie im Winter viel dringender zum Überleben bräuchten. Normalerweise fliegen sie selten über 100 Meter nach oben. Die Energiereserven werden durch die Flucht vor dem Silvesterlärm also stark vermindert, und im Extremfall droht Lebensgefahr.

Eineso positive Bilanz wie die Feuerwerks-Gegner am Schliersee kann Brogsitter-Finck nicht ziehen. Und sie weiß auch warum. „Der große Unterschied ist, dass es am Schliersee nicht so viele Sterne-Hotels und High-Society-Restaurants gibt“, sagt sie. „Die ganze Schickeria kann sich das entsprechende Feuerwerk leisten.“ Daher sprechen die Initiatoren von „Feiern statt feuern“ immer wieder mit Hotels und Gastronomien. Brositter-Finck strebt einen sanfteren Tourismus an. „Wer will denn da hin, wo Krach und Lärm ist?“ Einmal hat sie im Sommer gedacht, dass auf Gut Kaltenbrunn ein großes Feuerwerk steigen soll. „Es war dann aber nur ein Feuerschlucker“, sagt sie und lacht. Da war sie kurz glücklich. Auf Dauer muss sich aber was ändern, findet sie.

nip

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