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Ein neues Badehaus nach einem Modell des Südtiroler Stararchitekten Matteo Thun entsteht derzeit in Bad Wiessee. Mit seiner Fertigstellung ist allerdings erst im zweiten Halbjahr 2019 zu rechnen.

Badehaus, bezahlbare Wohnungen, neue Schule

Unser Ausblick für 2018: Das passiert rund um den Tegernsee

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Das neue Badehaus in Bad Wiessee, zusätzliche Parkplätze für Tegernsee, eine neue Grundschule für Rottach-Egern: Die Gemeinden rund um den Tegernsee haben 2018 viel vor. Wir bieten einen Überblick.

Zwei neue Hotels und ein Badehaus für Wiessees Zukunft

In Bad Wiessee ist vieles im Umbruch. Für die Gemeinde hat der bereits begonnene Bau des neuen Badehauses nach den Plänen von Matteo Thun im Jahr 2018 „oberste Priorität“, wie Bürgermeister Peter Höß sagt. Mit der Fertigstellung des Gebäudes ist laut Höß aber wohl erst im zweiten Halbjahr 2019 zu rechnen. Eine unerwartete Verzögerung, wie der Bürgermeister einräumt. Sie sei in erster Linie den vollen Auftragsbüchern der Baufirmen geschuldet. „Da dürfen wir die Termine für die einzelnen Gewerke nicht zu eng setzen.“

Vorwärts gehen soll es auch bei zwei anderen Großprojekten im Kurort: dem neuen SME-Hotel auf dem Jodbad-Gelände sowie dem von Thomas Strüngmann geplanten Hotel an der Seepromenade. In beiden Fällen sind zunächst einmal große Abrisse fällig. Die Abbrucharbeiten beim alten Jodbad könnten „nach heutigem Stand“ (Höß) noch im Januar beginnen. Auch beim Hotel Lederer hofft der Rathaus-Chef auf einen baldigen Abriss. Ob der noch in diesem Winter beginnen kann, ist allerdings weiterhin offen.

Waakirchen will bezahlbaren Wohnraum schaffen

Die Planung der Waakirchner Ortsmitte wird den Gemeinderat 2018 sehr beschäftigen. Vorgesehen sind 28 Wohnungen, die vorrangig für Senioren, Alleinerziehende und Familien bestimmt sind. Auch Läden und eventuell ein Dorfcafé sind angedacht. Zum Projekt gehört eine Tiefgarage. Aktuell müsse die Gemeinde das Projekt mit der Regierung von Oberbayern abstimmen, erklärt Bürgermeister Sepp Hartl.

Schnell realisieren will die Gemeinde den Bau des Schaftlacher Kindergartens. Das ist auch dringend nötig. Es fehlen Betreuungsplätze für den Nachwuchs. „Da sind wir echt auf dem Schlauch gestanden“, räumt Hartl ein. Im Eiltempo soll jetzt neben dem bestehenden Kindergarten ein Neubau mit Platz für 75 Kinder aus dem Boden wachsen. Geht alles nach Plan, wird Ende 2018 die Einweihung gefeiert. Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten auf etwa 2,5 Millionen Euro.

Weiterhin auf der Agenda stehen der Umbau des Feuerwehrhauses und der Neubau des Bauhofs. Die beiden Vorhaben hätte Hartl gerne schon heuer umgesetzt. „Aber das hat halt viel Vorarbeit gebraucht“, sagt er. 2018 sollen die Bauvorhaben nun an den Start gehen.

Kreuth wird endgültig zum Bergsteigerdorf

Schon seit 2015 versucht die Gemeinde Kreuth, die ehemalige May-Klinik zu kaufen. Auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gelände will sie günstige Wohnungen realisieren und Gewerbeflächen ausweisen. Die Verhandlungen mit dem Iren Benedict Mathews, dessen Cooley Group das Anwesen gehört, haben sich bislang als ausgesprochen zäh erwiesen. Doch jetzt ist Bürgermeister Josef Bierschneider guter Hoffnung, dass es bald zu einer Einigung kommt. Nachdem sich die Gemeinde im Juni dieses Jahres das Vorkaufsrecht gesichert habe, liefen Verhandlungen mit einem Bevollmächtigten. „Der Gesprächsfaden ist wieder aufgenommen“, sagt Bierschneider.

Ein großes Thema werde 2018 auch das Thema Bergsteigerdorf sein, erklärt Bierschneider. Eckpunkte seien ein Bergsteigerbus, Bergsteiger-Pauschalen und die Vermarktung des Angebots. So soll eine Broschüre entwickelt werden.

Zudem steht die Errichtung einer neuen Bauhofwerkstatt für 2018 auf der gemeindlichen Agenda.

In Gmund wird wieder die Tölzer Straße gesperrt

Am 25. Februar wird ein neuer Bürgermeister in Gmund gewählt. „Er setzt Prioritäten, aber entscheiden über die einzelnen Punkte wird der Gemeinderat“, sagt Georg von Preysing, der gerade seine letzten Wochen im Amt vor sich hat. Der Ausblick für 2018 basiere also auf dem, was der Gemeinderat bereits beschlossen hat. Dazu gehört die Schaffung von neuem Wohnraum. In Ostin an der Georg-Stöger-Straße wird die Gemeinde ihr eigenes Wohnhaus mit einem Anbau erneuern und mehrere Wohnungen für Familien schaffen. Weitere vier Wohnungen sollen im „Kernhaus“ entstehen. Die Gemeinde hat das unter Denkmalschutz stehende Haus am Fuße des Gmunder Bergs geerbt. „Zusammen mit einem Architekten und dem Landratsamt werden wir schauen, was machbar ist“, sagt Preysing.

Schon länger geplant ist die Schaffung von Parkplätzen am Bahnhalt in Moosrain. „Das ist schon grundsätzlich beschlossen“, sagt Preysing. Allerdings muss dafür eine Grünfläche geopfert werden, die zwischen dem Bahngleis und der Bahnhofstraße liegt. Dennoch sei es wichtig, hier Parkraum zu schaffen, da viele Bahn-Pendler in Moosrain ein- und aussteigen.

Die geplanten Hochwasserschutz-Maßnahmen in Moosrain stehen ebenso auf der Agenda. Hier soll das Genehmigungsverfahren weiter vorangetrieben werden. Der Bau des Forstwegs am Gassler Berg wird die Verwaltung ebenso beschäftigen. Die Tölzer Straße wird im Frühjahr zum dritten Mal gesperrt. Dann soll die letzte Etappe des Straßen- und Gehwegausbaus erfolgreich zu Ende gebracht werden. Seit Sommer 2016 wird hier schon – mit Unterbrechungen während der Wintermonate – gebaut. Weitere Schwerpunkte werden sich ergeben, wenn die Gmunder am 25. Februar ihre Wahl getroffen haben.

Die Tegernseer brauchen endlich ein neues Feuerwehrhaus

Die Stadt wird sich 2018 weiter intensiv mit dem Thema Verkehr befassen. „Wir wollen die Planungen für die Erweiterung der Tiefgarage voranbringen“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie, die Grundlage für weitere Entscheidungen sein wird. Aber auch über der Erde werden sich viele Debatten um die für Tegernsee so wichtigen Themen Parkplatzbeschaffung und Verkehr drehen.

Die Planung für den Neubau des Feuerwehrhauses an der Hochfeldstraße muss vorankommen, denn der Altbau entspricht schon lange nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Das Vorhaben wird über sechs Millionen Euro verschlingen und muss daher europaweit ausgeschrieben werden. Dann erst werden Entscheidungen zur Gestaltung getroffen.

Die Pläne für ein Sanatorium und eine Klinik an der Perronstraße werden auch 2018 den Stadtrat beschäftigen. Zuletzt wurde vom Bauherrn gefordert, er solle sich Gedanken um mehr Parkplätze machen. Grundsätzlich steht das Vorhaben aber wohl nicht mehr zur Disposition. Dieser und auch der Bebauungsplan für die Orthopädische Klinik auf der Point sollen abgeschlossen werden. Die Untersuchungen zur Verschlammung der Schwaighofbucht und das weitere Vorgehen hat Hagn ebenfalls auf der Agenda. Dazu kommen die Ertüchtigung der städtischen Wasserversorgung, die Schaffung von Wohnraum, die energetische Sanierung des Haus des Gastes und Baumaßnahmen im Rathaus.

Rottach-Egern bekommt ein neues Schulgebäude

Der alte Schulpavillon soll einem zweistöckigen Neubau weichen, der Raum für neue pädagogische Konzepte bietet. „Das wird uns noch einiges an Hirnschmalz kosten“, sagt Bürgermeister Christian Köck. Das gilt ganz besonders für die Rottacher Gemeindeverwaltung. Denn die neue Grundschule ist zwar ein Projekt des Schulverbands, Rottach trägt aber naturgemäß den größten Anteil. Bei einer Sitzung im Januar befasst sich der Schulverband erneut mit der Planung. Bis zur Realisierung wird es aber noch dauern. Die Absicht, den Abriss des Pavillons schon zu Jahresbeginn anzupacken, dürfte sich angesichts des aufwendigen Planungsverfahrens kaum umsetzen lassen. Dabei geht es auch um viel Geld: Grob geschätzt werden die Kosten bei fünf Millionen Euro liegen.

Angehen will Köck auch die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Bei den Immobilienpreisen kann sich ja kein Normalsterblicher mehr eine Wohnung leisten“, sagt Köck. Priorität hat die Sanierung beziehungsweise der Neubau der beiden Gemeindehäuser in Ellmösl. Ob es noch lohnt, die in den 70er-Jahren entstandenen Häuser zu renovieren oder nur der Abriss bleibt, ist noch offen. Die Gemeinde hat dazu eine Untersuchung in Auftrag gegeben. Bis Ende 2018 sollen die Planungen abgeschlossen sein, 2019 die Arbeiten beginnen. Eventuell errichtet die Gemeinde sogar noch ein drittes Haus. „Aber wir können das nur Schritt für Schritt realisieren“, sagt Köck.

Auf Vordermann bringen will die Gemeinde das Warmbad und die Kuranlage. Eine größere Toilettenanlage soll sanitäre Engpässe bei Veranstaltungen beheben, und der Uferbereich soll attraktiver werden.

gab/jm/gr

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