Mit solchen Faxen, auf denen bereits veröffentlichte Anzeigen aus gemeindlichen Heften gezeigt werden, sollen die Firmen zu Anzeigenschaltungen animiert werden.

Firma verkauft angeblich Anzeigen für "Bürger-Info"

Verlag warnt Geschäftsleute vor Betrugsmasche

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Tegernseer Tal - Vorsicht! Eine Firma versucht derzeit, Geschäftsleuten im Tegernseer Tal eine Anzeige für ein Heft namens "Bürger-Info" zu verkaufen. Dahinter steckt eine Betrugsmasche.

Geschäftsleute im Tegernseer Tal sollten auf der Hut sein. Eine in der Türkei ansässige Firma kontaktiert derzeit gezielt potenzielle Anzeigenkunden und offeriert Inserate, die angeblich in einem Heft mit Namen „Bürger-Info“ erscheinen sollen. Besonders dreist: Die Firma missbraucht dafür bereits veröffentlichte Anzeigen aus den Gemeindeboten und Bürgerboten der Tegernseer-Tal-Gemeinden. Sie werden den Geschäftsleuten als Vorlagen zugesendet, um sie zur Auftragserteilung zu animieren.

Der tatsächliche Herausgeber der gemeindlichen Blätter, der Verlag Stindl aus Weißach, distanziert sich entschieden von dieser „offensichtlichen Betrugsmasche“ und hat bereits Anzeige erstattet.

Johann Brandl, Inhaber des Verlags Stindl, ist verärgert. Vor einem Jahr waren schon einmal die Formulare der türkischen Firma ABV Media im Umlauf, jetzt tritt sie erneut mit ihren angeblichen Anzeigen-Angeboten in Erscheinung. Ein Kunde, der regelmäßig in einem der Bürgerboten inseriert, hat Brandl darauf aufmerksam gemacht.

Wie viele Firmen am Tegernsee ähnliche Angebote erhalten haben, weiß er nicht. „Ich gehe aber davon aus, dass diese Leute systematisch vorgehen und gut organisiert sind“, meint der Verleger. Zumal seine Firma sogar selbst schon mal einen entsprechenden Anruf von ABV Media erhalten hat. „Die sind am Telefon sehr vertrauenserweckend“, weiß Brandl.

Ob tatsächlich schon mal ein Unternehmen aus der Region auf die Masche reingefallen ist, eine Anzeige gebucht und auch bezahlt hat, kann Brandl nicht sagen. „Bei großen Firmen wird so ein Betrugsfall manchmal gar nicht bemerkt“, glaubt er.

Brandl rät den Geschäftsleuten auf jeden Fall dringend, besonders aufmerksam zu sein und solche Offerten nicht zu beantworten, sondern umgehend zu entsorgen. Zugleich stellt der Firmen-Inhaber klar, dass der Stindl Verlag eigens eine Anzeigen-Vertreterin beschäftigt, die als Einzige befugt sei, Anzeigen-Aufträge für die Gemeindeboten Gmund und Kreuth, „Bad Wiessee im Blick“, die Tegernseer Nachrichten und den Bürgerboten Rottach-Egern entgegenzunehmen.

Auch wenn seine Firma rein gar nichts mit den betrügerischen Offerten zu tun hat, so fürchtet Johann Brandl doch eines: den Verlust seines guten Images. Schließlich könnte sein Verlag in Verdacht geraten, Daten von Anzeigenkunden an Dritte herauszugeben. Das, so stellt Brandl klar, sei noch nie der Fall gewesen.

gab

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