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Zuletzt hat der Unbekannte seine Handschrift auf dem Scharfreiter bei Lenggries hinterlassen. Das Gipfelkreuz wurde so stark beschädigt, dass es umgelegt werden musste.

Tal-Bewohner fassungslos: „Was muss da in einem Menschen vorgehen?“

Nach Axt-Attacken im Nachbartal: So steht es um unsere Gipfelkreuze

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Tegernseer Tal - Gleich mehrere Gipfelkreuze im Tölzer Landkreis hat ein Unbekannter in den vergangenen Wochen mit der Axt malträtiert. In der Tegernseer Region sorgen die Vorfälle für Kopfschütteln.

„Was muss da in einem Menschen vorgehen?“, wundert sich Sepp Sanktjohanser, Vorsitzender der Leonhardstoana in Kreuth. Er kann sich nicht erklären, was den Unbekannten dazu treibt, die Kreuze auf den Berggipfeln mit der Axt zu bearbeiten. Zuletzt hat der Täter am Scharfreiter bei Lenggries zugeschlagen. Das Kreuz war so stark beschädigt, dass es umgehackt werden musste.

Könnte es dem Kreuz auf dem Leonhardstein womöglich ähnlich ergehen? Wohl kaum, meint Sanktjohanser. „Unser Kreuz ist nicht aus Holz, sondern aus Edelstahl“, berichtet der Trachtenvereins-Vorsitzende. An dem Material würde sich der Axthacker vermutlich die Zähne ausbeißen.

Mit vereinten Kräften haben Mitglieder des Trachtenvereins 2008 ein neues Gipfelkreuz auf dem Leonhardstein errichtet.l

Das christliche Symbol, das so exponiert auf dem Kreuther Felszahn thront, ist für die Ewigkeit gedacht. Im Sommer 2008 haben es die Leonhardstoana aufgestellt, nachdem das Vorgängermodell – ein Holzkreuz – von einem Sturm zu Fall gebracht worden war. Viel Einsatz und Muskelkraft waren nötig, um das neue Kreuz auf den Berg hinauf zu schaffen. Sanktjohanser findet es dennoch richtig, an der Tradition der Gipfelkreuze festzuhalten. „Die Menschen, die früher die Kreuze aufgestellt haben, hatten ihre Gründe“, sagt er. Häufig waren es Kriegs-Heimkehrer, die damit ihre Dankbarkeit zum Ausdruck brachten.

Ähnlich sieht es sein Kollege Franz Zehendmaier von den Hirschberglern in Kreuth. Für zwei Gipfelkreuze – auf dem Hirschberg und dem nahen Luckenkopf – ist der Trachtenverein verantwortlich. Zehendmaier glaubt nicht, dass der Axthacker auch hier zuschlagen könnte. „Aber ärgern würde es uns schon“, meint er.

Schließlich wurden auch diese Kreuze von den Mitglieder im Schweiße ihres Angesichts auf die Gipfel geschleppt. Zuletzt wurde das Hirschberg-Kreuz 2002 erneuert. Es wurde von dem 2014 verunglückten Bergsteiger Christoph von Preysing aus Gmund gefertigt und gestiftet. Sollte sich der Unbekannte daran zu schaffen machen wollen, hätte er es laut Zehendmaier nicht leicht. „Die Kreuze stecken in einbetonierten Stahlschienen – da müsste er schon eineinhalb Meter raufkraxeln.“

Der Trachtler-Chef glaubt nicht, dass die Taten politisch oder religiös motiviert sind. Das sei vielmehr ein Spinner, der auf sich aufmerksam machen wolle.

Ein schönes und noch recht neues Gipfelkreuz steht auch auf dem Rechelkopf bei Bad Tölz. Die unterhalb liegende Sigriz-Alm wird vom Alpenverein Waakirchen betrieben. Im Sommer 2015 unterstützten Mitglieder der Sektion den Grundeigentümer, Almbauern und andere Helfer dabei, das in die Jahre gekommene Holzkreuz auf dem Rechelkopf durch ein neues zu ersetzen. Geht nun die Angst um, dass sich der Kreuz-Schänder daran vergreifen könnte?

„Sicherlich macht man sich seine Gedanken“, sagt Mike Korinth, Zweiter Vorsitzender der Sektion. Bewachen könne man das Gipfelkreuz aber nicht. Dennoch setzt Korinth auf aufmerksame Beobachter. „Dort droben sind ja so viele Leute und Almbauern unterwegs“, meint er. Innerhalb der Sektion habe man bislang noch nicht über den Axthacker gesprochen – „aber im Oktober haben wir ein Vorstands-Treffen, da wird es wohl ein Thema sein“, glaubt Korinth.

Zwei imposante Gipfelkreuze in Sichtweite hat tagtäglich Michael Ludwig, Wirt der 1650 Meter hoch gelegenen Tegernseer Hütte zwischen Roß- und Buchstein. Große Sorge, dass hier eines Tages der Axthacker in Erscheinung treten könnte, hat Ludwig trotzdem nicht. Auf den Buchstein etwa führe nur ein einziger, recht schwieriger Weg mit Kletterei. Das wäre kein leichtes Unterfangen für den Täter. „Und er müsste direkt an unserem Küchenfenster vorbei“, ergänzt der Hüttenwirt.

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