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Auf dem Chefsessel in Bad Wiessee wird es auf jeden Fall ein Wechsel geben. Bürgermeister Peter Höß kann aus Altersgründen nicht mehr kandidieren.

Kommunalwahl 2020  

Unser Ausblick auf den Chefsessel: Was machen die Bürgermeister im Tegernseer Tal?

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Die Kommunalwahl 2020 wirft schön langsam ihre Schatten voraus. Wer tritt  in ziemlich genau zwei Jahren für die Chefposten an? Wir haben uns umgehört.

Tegernseer Tal So viel steht bereits fest: In zwei Orten am Tegernsee wird 2020 kein neuer Bürgermeister gewählt. In Gmund ist die Entscheidung am Sonntag schon gefallen, in Kreuth findet erst 2022 wieder eine Bürgermeisterwahl statt. 2016 war Josef Bierschneider (CSU) zum dritten Mal wiedergewählt worden. Als einziger Kandidat holte er 91,98 Prozent der Stimmen.

Bad Wiessee

Peter Höß

In Bad Wiessee hingegen wird es 2020 einen Wechsel auf dem Chefsessel im Rathaus geben. Bürgermeister Peter Höß (FWG/Wiesseer Block), seit 2008 im Amt, kann aus Altersgründen nicht mehr kandidieren. Schon jetzt zeichnet sich ab: Sowohl der Wiesseer Block als auch CSU und SPD werden versuchen, einen Kandidaten aufzubieten. Geeignete Bewerber sieht Block-Sprecherin Birgit Trinkl durchaus in den Reihen ihrer Freien Wähler, „doch das muss jetzt erst verdichtet werden“. Für sich selbst schließt Trinkl, der in der Vergangenheit schon einmal entsprechende Ambitionen nachgesagt wurden, eine Kandidatur aus. „Ich habe kein Interesse mehr“, so die Gemeinderätin.

Durchaus „reizvoll“ fände die Aufgabe dagegen der CSU-Ortsvorsitzende Florian Sareiter, der seit 2014 auch im Gemeinderat vertreten ist. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es in seinen Augen aber noch zu früh, um sich endgültig festzulegen. „Außerdem ist das ja keine One-Man-Show“, erklärt der Vorsitzende. In der Wiesseer CSU seien durchaus mehrere Anwärter vorstellbar.

Schon bald in Position bringen möchte sich die Wiesseer SPD um ihren Vorsitzenden Robert Kühn. „Die Zeit ist gekommen, da wir intern überlegen müssen, wie wir uns aufstellen“, sagt Robert Huber, Zweiter Bürgermeister von Bad Wiessee und zugleich Mitglied des SPD-Ortsvorstands. Konkrete Namen will auch er nicht nennen. Allerdings sei er überzeugt davon, dass es innerhalb der SPD geeignete Leute gebe. Huber selbst hatte 2014 fürs Amt des Landrats kandidiert, der Ortsvorsitzende Kühn ließ sich Anfang dieses Jahres im Tölzer Nachbar-Stimmkreis zum Kandidaten für die Landtagswahl küren (wir berichteten).

Bleibt noch die Gruppierung ranBW von Rolf Neresheimer, die sich erst kurz vor der Kommunalwahl 2014 gegründet hatte. Neresheimer war damals kurzfristig gegen Peter Höß angetreten und hatte überraschend über 40 Prozent der Stimmen geholt. Wird 2020 ebenfalls mit einem Bürgermeisterkandidaten Neresheimer zu rechnen sein? „Das kommt darauf an, wer sonst noch aufgestellt wird“, meint der Wiesseer. Wenn er den Eindruck habe, dass die anderen Kandidaten nicht zum Wohle des Ortes agieren, könnte er sich eine Kandidatur vorstellen. Wenn jemand dagegen eine gute Hand für dieses Amt mitbringe, „werde ich ihn nicht daran hindern“.

Und noch ein weiterer Name kursiert immer wieder, wenn es um die Frage des künftigen Wiesseer Bürgermeisters geht. Der von Michael Herrmann, bis zum Sommer 2017 Geschäftsleiter im Rathaus und mittlerweile Sachgebietsleiter am Tölzer Landratsamt. Hat er vielleicht damals das Wiesseer Rathaus verlassen, um später als möglicher Bürgermeister zurückzukehren? „Nein, der Wechsel geschah aus anderen Gründen“, stellt Herrmann auf Nachfrage klar. Das Amt des Wiesseer Rathauschefs sei sicher nicht uninteressant, zum gegenwärtigen Zeitpunkt schließe er für sich persönlich eine Kandidatur aber aus– und schiebt hinterher: „Da müsste schon einiges Verrücktes passieren.“

Rottach-Egern

In Rottach-Egern wäre ein neuer Bürgermeister eine große Überraschung. Für Christian Köck (CSU) läuft noch die erste Amtszeit, er strebt die Wiederwahl an und sitzt fest im Sattel. „Ich möchte weiter Verantwortung übernehmen“, meint Köck. Es gelte, bereits angestoßene Projekte zu Ende zu bringen.

Tegernsee

In Tegernsee sieht es ähnlich aus. Johannes Hagn (CSU) ist erst seit 2014 im Amt und erfährt viel Anerkennung. Hagn möchte auch 2020 wieder als Kandidat antreten. „Sofern die CSU mich wieder aufstellt“, meint er. Dies dürfte als gesetzt gelten.

Waakirchen

Sepp Hartl

Das Rennen um den Chefsessel im Rathaus Waakirchen verspricht hingegen Spannung. Eigentlich galt es als gesetzt, dass sich Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) 2020 nach zwei Amtsperioden in den Ruhestand verabschiedet, um künftig Falken zu züchten und ein wenig zur Jagd zu gehen. Doch Hartl ist unentschlossen. „2020 bin ich im 67. Lebensjahr und dürfte noch einmal antreten“, macht er klar. Eigentlich, findet Hartl, habe er sich gerade erst warmgelaufen. Entscheiden werde er sich erst 2019.

Sollte Hartl noch einmal antreten wollen, muss er mit Gegenwind rechnen. Auch in der eigenen Gruppierung. Dort fiel ihm schon früher die Nominierung nicht einfach in den Schoß. Mancher hätte zum Beispiel Andreas Hagleitner, jetzt als Gemeinderat Chef des Kommunalunternehmens, gerne als Kandidaten gesehen. Als künftiger Bürgermeister von Waakirchen ist aber auch Norbert Kerkel im Gespräch. Er hatte 2014 als Landrat für die FWG kandidiert, sein Vater war Bürgermeister in Waakirchen und später Landrat. Sicher ist bislang nur: Die FWG wird einen Bewerber ins Rennen schicken.

Wer immer es ist, er – oder sie – sieht sich einem Konkurrenten aus der CSU gegenüber. Der Ortsverband, der 2014 keinen Kandidaten aufgeboten hatte, wird dies 2020 tun. „Das hat der Vorstand schon beschlossen“, sagt der Ortsvorsitzende Alfred Finger. Wer es sein wird, darüber mache sich der Ortsverband ab Herbst Gedanken.

2014 hieß Hartls einziger Gegenkandidat Rudi Reber, der zur Wahl die Aktive Bürgervereinigung ABV mit initiierte. Aus dem Stand holte er 27,37 Prozent der Stimmen – ein Achtungserfolg gegen den Amtsinhaber. Ob Reber noch einmal antritt, lässt er offen. „Aber die ABV wird sicher einen Kandidaten aufstellen“, meint er. Wenn sich ein Jüngerer bewerben wolle und Akzeptanz finde, werde er dem nicht im Wege stehen: „Es soll ja auch eine Erneuerung stattfinden.“ Er selbst sei im Wahljahr 58 Jahre alt.

Ambitionen werden auch Balthasar Brandhofer nachgesagt. Bei früheren Wahlen wäre er gerne FWG-Kandidat geworden, heute ist er ABV-Gemeinderat. Jüngst hat ihn die Bayernpartei als ihren Kandidaten für den Bezirkstag aufgestellt. Ob er doch noch Bürgermeister werden will, für welche Partei auch immer, dazu äußert sich Brandhofer derzeit nicht: „Der Zeitpunkt ist zu früh.“

Weitere Berichte

zur Kandidatensuche für die Kommunalwahl 2020 finden Sie auf Miesbach & Umgehung, Holzkirchen & Umgebung und Landkreis.

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