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Stephan Fischbacher ist dieser Tage im Pfarrhaus in Waakirchen eingezogen. Am Wochenende wird er die ersten Gottesdienste mit der neuen Gemeinde feiern.

"Waakirchen ist ein Glücksfall für mich"

Neuer Pfarrer (34) tritt seinen Dienst an

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Die Waakirchner Katholiken haben einen neuen Seelsorger. Nach dem Abschied von Karl Hofherr ist diese Woche Stephan Fischbacher (34) im Pfarrhaus eingezogen. Er spricht von einem "Glücksfall".

Im Flur des Waakirchner Pfarrhauses stapeln sich an der Wand noch die leeren Umzugskartons. Sie zeugen von einem Neuanfang – und einem echten Generationswechsel: Der 34-jährige Stephan Fischbacher tritt die Nachfolge von Karl Hofherr an, der heuer mit 75 seinen Ruhestand als Leiter des Pfarrverbands Waakirchen-Schaftlach angetreten hat.

An diesem Wochenende wird Fischbacher – zuletzt Jugendpfarrer in Feldmoching – seine ersten Gottesdienste mit der neuen Gemeinde feiern. Lampenfieber? Das sei wohl der falsche Begriff, meint der junge Seelsorger. Aber „allergrößten Respekt“ habe er vor der Aufgabe als Leiter eines Pfarrverbands schon. „Ich merke, dass ich eine neue Verantwortung habe“, meint der Mann mit dem Kinnbart. „In die muss ich reinwachsen – aber das traue ich mir zu.“

Verständigungsprobleme – so viel steht fest – werden die Waakirchner und Schaftlacher nicht haben mit ihrem neuen Pfarrer. Der 34-Jährige ist ein waschechter Oberbayer, stammt aus Pang bei Rosenheim. „Ich bin eigentlich ein Bauernbub“, erzählt Fischbacher. Die elterliche Landwirtschaft zu übernehmen, war für ihn aber nie eine Option. Das überließ er seinem Bruder. „Ich wäre kein guter Bauer geworden“, räumt Fischbacher ein und grinst. Stattdessen reifte in ihm schon früh der Wunsch, Pfarrer zu werden.

Dem Abitur in Traunstein folgte das Theologie-Studium in München und Erfurt. Einen zeitlichen Leerlauf im Jahr 2007 nutzte Fischbacher unter anderem für einen fünfwöchigen Fußmarsch auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. „Das war eine tolle Zeit. Da habe ich endgültig den inneren Entschluss gefasst, dass ich Priester werden will.“

Seinen Pastoralkurs absolvierte der angehende Pfarrer im Landkreis Mühldorf am Inn, anschließend war er drei Jahre lang Kaplan in Germering, danach Jugendpfarrer in Feldmoching und zugleich geistlicher Leiter der Katholischen jungen Gemeinde (KjG) München-Freising. Mit der jetzigen Stelle in Waakirchen schlägt Fischbacher wieder ein neues Kapitel auf.

Waakirchen – den Ort kannte er bislang lediglich vom Durchfahren oder von der Sendlinger Mordweihnacht, über die er bislang nur in der Zeitung gelesen hat. Aber schon jetzt, wenige Tage nach seinem Amtsantritt, ist der neue Seelsorger schwer begeistert von seinem künftigen Wirkungskreis. „Die Ortschaften hier sind traumhaft schön.“ Und es gebe eine funktionierende Ortsgemeinschaft.

Fischbacher liegt es daher fern, große Veränderungen im Pfarrverband vorzunehmen. Freilich gebe es Unterschiede zu seinem Vorgänger Hofherr, und er werde manche Akzente anders setzen. „Aber was die Kirche und das Pfarreileben betrifft, liegen wir nah beieinander.“

Erst Anfang Juli hat Fischbacher endgültig vom Ordinariat den Bescheid erhalten, dass er den Pfarrverband Waakirchen-Schaftlach übernehmen soll. Gerechnet hatte er damit nicht. „Ich habe gedacht, das ist eher etwas für verdiente Pfarrer“, meint er. Umso mehr freute er sich über die neue Aufgabe. Dass die Größe des Pfarrverbands überschaubar ist, kommt dem 34-Jährigen gelegen. „Hier ist nicht der Manager gefragt, sondern der Seelsorger“, sagt er. Und: „Ich habe vor, lange zu bleiben.“

Das zu hören, wird die Gläubigen im Pfarrverband Waakirchen-Schaftlach freuen. Dass sie nach dem Abschied Hofherrs so schnell wieder einen neuen Pfarrer bekamen, ist schließlich keine Selbstverständlichkeit. Man braucht nur in Richtung Miesbach blicken: Hier muss nach dem Weggang von Stadtpfarrer Stefan Füger übergangsweise der Haushamer Seelsorger Michael Mannhardt den Pfarrverband Miesbach-Parsberg mit übernehmen. Im doppelten Sinne spricht Fischbacher daher in Waakirchen von einem „Glücksfall“.

Einführungs-Gottesdienst

Offiziell eingeführt wird der neue Waakirchner Pfarrer am Samstag, 22. Oktober. Dazu findet um 19 Uhr in St. Martin ein Festgottesdienst mit Dekan Walter Waldschütz statt.

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