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Um die 40 Mitglieder zählt der Trommlerzug Waakirchen heute. Nachwuchssorgen gibt es nicht.

Verein feiert am Wochenende großes Jubiläum 

90 Jahre Trommlerzug: So bewegt ist seine Geschichte

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Rivalisierende Trommler-Gruppen, ein Eklat beim Gaufest 1985 und ein Auftritt in New York: Der Waakirchner Trommlerzug kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Jetzt hat er Grund zu feiern.

Waakirchen – Es war im Jahr 1927, als Georg Haberl im zarten Alter von nur sieben Jahren gemeinsam mit zwei Freunden in Reichersbeuern das Trommeln erlernte. Eine Leidenschaft, die lange blieb: Als 19-Jähriger übernahm er das Amt des Tambourmajors und baute in der Folge kontinuierlich den Waakirchner Trommlerzug auf. „Mit viel Fleiß, Geduld und Zeitaufwand brachte er im Laufe von Jahrzehnten ungefähr 100 Burschen das ABC des Trommelns bei“, erzählt Georg Schmidt, Vorsitzender des Musikvereins Waakirchen. 1927 gilt somit als Gründungsjahr des Trommlerzugs, der damit sein 90-jähriges Jubiläum feiern kann.

Heute ist der Trommlerzug eine Sparte des Musikvereins Waakirchen und hat aktuell um die 40 Mitglieder. Nachwuchssorgen gibt es keine, sagt Vorsitzender Schmidt. „Da können die Alten gerne aufhören, weil immer genug nachrücken.“

Blick in die Historie: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Waakirchner Trommlerzug kontinuierlich weiter aufgebaut, hier bei einem Festzug durch den Ort (im Hintergrund das Waakirchner Löwen-Denkmal).

Schmidt, der selbst jahrelang den Tambourstab in Händen hielt, weiß um die bewegte Geschichte der Trommler-Truppe. Zu Beginn der 50er-Jahre etwa, berichtet er, habe sich auch in Hauserdörfl ein Trommlerzug formiert. „Völlig normal, dass die beiden Gruppen Rivalen waren.“ Erst zaghaft näherten sich die Trommler an, rückten allmählich auch gemeinsam aus. Doch erst im Jahr 2003 kam es zum längst fälligen Zusammenschluss der beiden Züge.

Auch das Verhältnis zwischen Musikverein und dem Trommlerzug war nicht immer ganz einfach. Nachdem der Verein gegründet worden war, versuchte dessen Vorstand zunächst vergeblich, die Trommler in den Verein zu integrieren. „Bis es beim Gaufest 1985 zu einem kleinen Eklat kam und die Gruppe drohte auseinander zu fallen“, erinnert sich Schmidt.

Es war die Zeit, in der sich Schmidt selber verstärkt ins Trommelgeschehen einbrachte. Im Januar 1986 begann er mit der Ausbildung von sechs Buben und zwei Erwachsenen. Schließlich übernahm er auch den Chefposten. „Im Laufe der folgenden Jahre wurde die Gruppe als Sparte in den Musikverein integriert und erhielt eine eigene Vorstandschaft“, berichtet Schmidt. Im März 2001 beerbte Fritz Oberhauser Schmidt als ersten Major, da dieser den Vorstandsposten im Hauptverein übernahm.

Heute gibt Max Mair als Erster Major den Takt vor, sein Stellvertreter ist Roland Kostkan. Mit vielen Auftritten macht der Trommlerzug damals wie heute von sich Reden: etwa beim Trachten- und Schützenzug zum Münchner Oktoberfest, bei den Patronatstagen der Gebirgsschützen oder beim alle zwei Jahre stattfindenden Brauertag in München. Zu den außergewöhnlichsten Ereignissen der vergangenen 25 Jahre zählte unter anderem ein denkwürdiger Auftritt in New York: Dort nahm ein Teil der Gruppe an der berühmten Steubenparade teil.

So wird das Jubiläum gefeiert

„90 Jahre Trommlerzug Waakirchen“ feiert der Verein am Samstag, 4. November. Die Aufstellung zum Kirchenzug erfolgt um 18 Uhr beim Christlwirt, der Festgottesdienst beginnt um 18.30 Uhr. Anschließend gibt’s eine Totenehrung und einen Fackelzug ins Waakirchner Pfarrheim zum großen Festabend mit Bewirtung. Zur Unterhaltung spielt die Blaskapelle Waakirchen-Marienstein auf. Alle ehemaligen Trommler, alle Ortsvereine und die gesamte Bevölkerung sind eingeladen.

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