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"Unser sozialer Mittelpunkt“: Bei schönem Wetter geht es auf dem – im Regen verwaisten – Bolzplatz hoch her. Die Eltern wollen, dass auch über 15-Jährige dort kicken dürfen. Aber die Anwohner finden keine Ruhe.

Ärger am Mariensteiner Bolzplatz 

Bolzen, bis der Bürgermeister kommt 

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Waakirchen - Auf dem Mariensteiner Bolzplatz kämpfen bei schönem Wetter 20, 30 Jugendliche um den Ball. Dabei wird's oft ziemlich laut. Eine Plage für die Anwohner, die dann Bürgermeister Sepp Hartl alarmieren.

Die Mariensteiner Jugend trifft sich auf dem Bolzplatz. Dort geht’s hoch her, was an sich eine schöne Sache ist. Aber: Die jungen Kicker rauben den Anwohnern die Ruhe. Es tobt ein Konflikt. Immer wieder muss Bürgermeister Hartl einschreiten – und die Eltern kämpfen mit Unterschriften um den Platz. 

An schönen Tagen jagen 20, 30 Jugendliche auf dem Mariensteiner Bolzplatz dem Ball nach. Väter kicken mit ihrem Nachwuchs, und auch die jungen Asylbewerber, die gleich in der Nachbarschaft wohnen, mischen mit. „Der Platz ist unser sozialer Mittelpunkt“, sagt Andrea Kaffl. Ein guter Ort. Wenn die Buben und auch Mädchen sich da nicht mehr treffen könnten, fürchtet Kaffl, würden sie sich weniger sportbegeisterten Altersgenossen anschließen. „Die sitzen im Bushäusl mit Bierdosen und Zigaretten.“ Gebolzt wird allerdings manchmal ziemlich laut. Am späteren Abend zischten auch schon Feuerwerkskörper in die Luft. Für die direkten Anwohner bedeutet das: keine gemütlichen Abende auf der Terrasse. Wenn das Wetter schön ist, herrscht den ganzen Sommer über keine Ruhe. Und sobald es laut wird, alarmieren die Anwohner Bürgermeister Sepp Hartl. 

„Neulich hatte ich zehn What’sApp’s auf dem Handy“, berichtete Hartl im Gemeinderat. In solchen Fällen fährt der Rathaus-Chef zum Bolzplatz und sorgt für Ordnung. Wer älter als 15 Jahre alt ist, muss gehen. Denn um dem seit Jahren schwelenden Konflikt zu begegnen, hat der Gemeinderat schon vor Längerem die Regel erlassen, dass der Platz nur für Jugendliche bis 15 Jahren erlaubt ist. Das hält Hartl auch für sinnvoll. Schließlich grenzt an den Bolzplatz ein Spielplatz für kleine Kinder an. Dazwischen gibt’s kein Fangnetz. Nicht auszudenken, was passieren kann, wenn ein Ball vom Platz ein Kind auf der Schaukel trifft. „Und wenn ein über 15-Jähriger schießt, ist da schon viel mehr Wumms dahinter“, sagt Hartl.Es schmerzt ihn, wenn er wie vergangenen Sonntag fröhlich kickende Jugendliche vom Platz schicken muss. Es ist ihm auch wichtig, mit den Jungbürgern ins Gespräch zu kommen. „Wir müssen einen Weg finden“, sagt Hartl.

 Die Mariensteiner Eltern haben Verständnis für die Nöte der Anwohner. „Das sind nette Leute“, sagt Kaffl. Aber dass die Jugend ab 16 Jahren vom Platz vertrieben werde, das gehe auch nicht. Kaffl will, dass die Altersbeschränkung fällt. Um das zu untermauern, hat sie Unterschriften gesammelt. Drei Stunden reichten, um 59 zusammenzubekommen. 

„Es hat hier eigentlich jeder unterschrieben“, berichtet Kaffl. Wie die Lösung aussehen soll, die den Bolzplatz-Konflikt beendet, weiß Kaffl auch nicht so genau. „Da ist der Bürgermeister gefordert“, findet sie. Denkbar wäre: Am Wochenende muss um 18 Uhr Ruhe herrschen, werktags ab 20 Uhr. Die Eltern, sagt Kaffl, wären bereit, selbst darauf zu achten, dass ihre Kinder die Regeln einhalten. Das sei bei den meisten auch jetzt schon der Fall, meint Kaffl. Es gebe halt Einzelne, die über die Stränge schlagen, „Da muss die Gemeinde eben ein Platzverbot aussprechen“, findet Kaffl. Vom Tisch wäre das ganze Problem, wenn der Bolzplatz einen neuen Standort bekäme. Für Kaffl eine ideale Lösung. Eine Wiese gleich am Ortsschild genüge, findet sie. „Da können unsere Kinder schon hinradeln.“ 

Mehr als eine nackte Wiese mit zwei Toren drauf sei der jetzige Bolzplatz auch nicht. „Begradigt worden ist er ja nie.“ Ihre Idee: Die Gemeinde möge mit den Grundbesitzern verhandeln. Hartl spielt den Ball jedoch zurück. Ein Grundstück zu finden, sei sehr schwierig. Die Eltern, meint er, sollten doch das Gespräch mit den Bauern suchen.

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