8000 Gebirgsschützen feiern zum Start des Festsonntags einen Gottesdienst unter freiem Himmel. Dann ging&#39s weiter zum Festzug. Die Bilder.
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Gebirgsschützen unterm weiß-blauen Himmel: Die Bilder

Alpenregionstreffen: Festzug mit 8000 Schützen

Waakirchen - Waakirchen war am Sonntag Zentrum der Alpen: 8000 Gebirgsschützen aus Bayern, Tirol, Südtirol und dem Trentino ("Welschtirol") zelebrierten eindrucksvoll ihr Alpenregionstreffen.

Schon ab 8 Uhr morgens holten Trommler und Spielmannszüge der anrückenden Gebirgsschützen-Kompanien all jene Waakirchner aus dem Bett, die nicht ohnehin an der Organisation des Festes beteiligt oder auf dem Weg zu dem größten Fest waren, das ihr Ort bisher erleben durfte. Auf der Anhöhe neben den Festzelten thronte der „Otterfinger Altar“, alle Augen richteten sich auf ihn und das Meer an bunten Fahnen, das ihn umsäumte. „Des hod ned glei a Jeder“, stellte der bayerische Landeshauptmann Karl Steininger in seiner Begrüßung fest, wohl wissend, dass die Organisation dieses nur alle acht Jahre in Bayern stattfindenden Alpenregionstreffens eine Mammut-Aufgabe ist.

„Hier sehen Sie den harten Kern Europas“, formulierte Waakirchens katholischer Pfarrer Karl Hofherr und lieferte Reinhard Kardinal Marx das Stichwort für dessen eindrucksvolle Predigt. Der Erzbischof ermahnte die Schützen, nicht in Nostalgie und rückwärtsgewandtem Denken zu verharren, sondern die junge Generation mit gelebter Wirklichkeit zu beeindrucken. Auch dürfe man die Erinnerung nicht reduzieren auf große Leute der Geschichte. „Wir müssen auf alle Menschen schauen, auf die Opfer von Kriegen und Gewalt.“ Die Toten der Sendlinger Mordweihnacht von 1705 seien nicht vergessen, sagte der Geistliche. Doch dürfe es keine Schlachten und keine Kriege mehr geben. „Ihr tragt die Waffen nicht, um sie einzusetzen“, rief Marx den Schützen zu. „Ihr müsst Euch vielmehr engagieren, dass nie wieder Gewalt von europäischem Boden ausgeht.“ Weil die Schützen enormen Einfluss in den Orten und an Biertischen hätten, ermahnte er sie: „Seid aufmerksam, dass sich gedankenloses Gerede nicht in den Herzen festsetzt.“ Fröhlich feiern, aber zugleich Christ sein in Wort und Tat lautete seine Botschaft am Ende der von Applaus bedachten Predigt.

Der Sprecher der Tiroler Schützen hob die Bedeutung des Treffens hervor und bezeichnete es als Aufgabe der Schützen, „in einer Gesellschaft der Identitätslosigkeit“ für Heimat, Glaube und Anstand einzustehen.

Ilse Aigner, fesch im Schalk, vertrat den in Franken weilenden Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Sie dankte den Schützen für deren Bekenntnis zur Heimat und zur Alpenregion. Ganz speziell aber dem Waakirchner Hauptmann Martin Beilhack für „dieses große Fest“. Beilhacks „Vergelt’s Gott“ galt dann besonders dem ganzen Dorf Waakirchen. Kritik übte er an der Politik. Diese treibe Vorschriften so ins Uferlose, „dass in Bayern Feste wie diese künftig bald nicht mehr stattfinden, weil sie keiner mehr machen mag.“

Zum Glück haben sich die Waakirchner nicht gescheut, diese Mühen auf sich zu nehmen: Und so erlebten die Zuschauer einen schier nicht enden wollenden Festzug. Zu den Klängen der Trommler und Spielmannszüge marschierten die 8000 Gebirgsschützen und Marketenderinnen in ihren traditionsreichen und teils farbenprächtigen Monturen und Gewändern wippend im Gleichschritt durch den Ort, vorbei am Oberländerdenkmal, dem Sinnbild der Gebirgsschützen-Wehrhaftigkeit. Der Himmel war weißblau – wie im Bayern-Bilderbuch.

Weitere Bilderstrecken, Artikel und alle Infos zum Alpenregionstreffen der Gebirgsschützen in Waakirchen gibt's hier.

gr

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