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Der ursprünglich als Yoga-Pavillon vorgesehene Neubau am Lanserhof soll auch als Suite genutzt werden, wenn es nach Betreiber Christian Harisch geht. Der Bauausschuss des Gemeinderats will sich die Sache erst vor Ort anschauen.

Bauausschuss Waakirchen ist misstrauisch

Am Tegernsee: Lanserhof plant Pavillon für die Super-Promis

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Der gläserne Yoga-Pavillon beim Lanserhof soll zur Suite werden. Der Waakirchner Bauausschuss ist misstrauisch und hat die Entscheidung vertagt. 

Waakirchen– Genehmigt ist der Bau des Yoga-Pavillons seit Oktober 2018. Der Rohbau steht seit Ende 2019 neben dem Lanserhof. Der Standort mit weitem Blick bis zum Tegernsee könnte kaum schöner sein. „Es hieß, das wäre der beste Platz zum Entschleunigen“, erklärte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) bei der Sitzung des Bauausschusses. Ein Schamane habe festgestellt, dass es sich um einen besonderen Kraftort handle. Umso mehr wundere er sich über den jetzt gestellten Antrag auf Nutzungsänderung. Demnach soll der Yoga-Pavillon zur Suite werden.

„Das ist nicht die richtige Vorgehensweise“, rügte Hartl. Er empfehle, den Antrag vorerst zurückzustellen und einen Ortstermin anzusetzen. Hartl will nachsehen, ob die Suite in Premiumlage schon gebaut ist. „Da bin ich ein gebranntes Kind“, meinte Hartl. Schließlich habe der Ausschuss zum Beispiel bei Pferdeställen schon erlebt, dass Beantragtes längst in Betrieb ist. „Wir sind froh, dass wir den Lanserhof haben“, merkte Hartl an. Aber gerade dort müsse die Gemeinde genau hinsehen. Schließlich seien die Bauten auf dem Steinberg ein sensibles Thema bei der Bevölkerung.

Rudi Reber (ABV) pflichtete ihm bei. Es sei wichtig, die Macher auf dem Steinberg nicht anders zu behandeln als jeden Bürger. Einmütig stimmte der Ausschuss für den Ortstermin. Damit wird über den Antrag auf Nutzungsänderung erst in der nächsten Sitzung des Bauausschusses entschieden.

Lanserhof-Chef Christian Harisch versichert: Der Pavillon ist noch nicht fertiggestellt. Er habe das Konzept lediglich an den Bedarf angepasst. Die Suite ist für Gäste gedacht, die die Öffentlichkeit besonders scheuen. Sei es, weil sie sehr prominent sind - so wie das einstige Spice-Girl Victoria Beckham, die sich hier schon eine Auszeit gönnte - oder weil das Sicherheitsbedürfnis besonders groß sei. Oder auch aus religiösen Gründen. Solche Gäste habe er an vielleicht 100 Tagen im Jahr. An den anderen Tagen könnten auch andere Gäste die Räume für Yoga-Kurse nutzen. „Das hätte ich natürlich auch gleich so beantragen können“, meint Harisch. Aber da habe er diese Idee eben noch nicht gehabt. Er ändere im Übrigen laufend etwas in seinen Häusern. „Das ist ein dynamischer Prozess.“ Auf die – bereits genehmigte – Aufstockung des Badehauses zum Beispiel habe er verzichtet, als die Detailpläne vorlagen: „Das war einfach hässlich.“

Von außen ändert sich am Pavillon nichts. Er ist etwa 250 Quadratmeter groß, wurde passend zum Haupt-Bau rundum mit Glas gestaltet und mit einem Flachdach versehen.

Es wird nicht die letzte Veränderung auf dem Steinberg sein. Harisch will zum Beispiel die Driving Range am Golfplatz abreißen und durch ein neues Gebäude ersetzen. Angesichts der Corona-Krise müsse er aber alle Investitionen um mindestens ein Jahr verschieben, kündigt er an. Aktuell koste ihn die Krise etwa 100 000 Euro am Tag: „Und das ist noch die Untergrenze.“ Der Lanserhof in Tirol ist geschlossen, das Haus auf dem Steinberg nur zur Hälfte belegt. Viele Gäste haben storniert. Die größten Sorgen bereitet Harisch der Neubau auf Sylt. Es wird kein Material mehr geliefert, auf der Großbaustelle geht nichts voran. Der straffe Zeitplan – Ende des Jahres sollte der Lanserhof Sylt fertig sein – scheint nicht zu halten.

Das abgeriegelte Tirol hat Harisch nach einem negativen Corona-Test verlassen, um nach seinem Betrieb in Hamburg zu sehen. Als er in der Lobby des Hotels Vier Jahreszeiten einen Espresso trinken wollte, komplimentierte ihn der Oberkellner heraus: Man bewirte keine Tiroler. Auch der Verweis auf den negativen Test half nicht. Harisch musste gehen und freut sich auf den Ortstermin des Waakirchner Bauausschusses: „Ich bin sehr froh, dass sich die Waakirchner noch mit einem Tiroler treffen wollen.“

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