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Waakirchen wird von viel befahrenen Straßen durchschnitten. 

Gemeinderat sieht keinen Handlungsbedarf

Appell der Waakirchner Umfahrungs-Gegner verhallt

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Ein Tunnel ist für den Waakirchner Gemeinderat die beste Lösung der Verkehrsprobleme, für die Bürgerbewegung die einzige. Jetzt soll es einen Runden Tisch geben - auch mit Umfahrungs-Befürwortern.

Waakirchen – Ein Tunnel ist für Lars Hülsmann, Sprecher der Bürgerbewegung, die einzige Lösung des Waakirchner Verkehrsproblems. Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) ist für Alternativen offen. „Ein Tunnel oder nichts – das darf nicht passieren“, machte er im Gemeinderat klar.

Wie die Alternative aussehen könnte, war dort kein Thema. Es stand auch nicht auf der Tagesordnung. Eben dies hätte sich Hülsmann gewünscht. Schon am 16. Juli hatte er Bürgermeister Hartl einen Brief zukommen lassen, der auch für die Gemeinderäte bestimmt war. Darin forderte Hülsmann die Mandatsträger unter anderem auf, Flagge für den Tunnel zeigen.

Ein Appell, den die Bürgerbeweg

ung bei einem Pressegespräch publik machte (wir berichteten). Wenn die Gemeinde dem Tunnel lediglich den Vorzug gebe, signalisiere sie schon jetzt, dass sie auch mit einer Umfahrung zufrieden wäre, heißt es in dem Brief. Die Gemeinde möge sich klarer für den Tunnel positionieren und aktiv in den Planungsprozess einbringen.

Hartl sah keinen Anlass, dies im Gemeinderat zur Abstimmung zu bringen. Er verlas den Brief Hülsmanns im Schnelldurchgang am Ende der öffentlichen Sitzung – unter Bekanntgaben. Den Gemeinderäten war das Schreiben erst Stunden zuvor zugegangen. Ein Versehen, wie Hartl durchblicken ließ: „Ich dachte, das hätten alle.“

Der Appell, sich noch deutlicher für den Tunnel stark zu machen, verhallte ohnehin. Und mehr als das: Manchem werden die Rufe der Bürgerbewegung zu laut. „Ich bin irritiert, wenn sich die Bürgerbewegung zum verkehrspolitischen Heilsbringer von Waakirchen aufschwingt“, ließ Robert Englmann (CSU) wissen. Er erinnere daran, dass die Initiative versucht habe, die Aufnahme der Ortsumgehung in die höchste Dringlichkeitsstufe des Bundesverkehrswegeplans zu verhindern. „Dann würden wir heute nicht über einen Tunnel sprechen“, glaubt Englmann. Jetzt, in dieser Verfahrensphase, noch einmal mit einem Beschluss nachzulegen, halte er wenig zielführenden Aktionismus. Andreas Hagleitner (FWG) sieht das nicht anders. „Die Gemeinde hat sehr wohl ihre Hausaufgaben gemacht“, erklärte er. Die Bürgerbewegung hingegen habe anfänglich eine Tunnellösung für unerreichbar gehalten. „Dann kam die wundersame Meinungsänderung.“

Mit dem Bundesverkehrswegeplan nämlich, der eine Umfahrung vorsieht. Eine Planung gibt’s noch immer nicht. Erst vor Kurzem hat das Staatliche Bauamt Rosenheim den Bürgern die Raumwiderstandskarte präsentiert. Sie zeigt nur, wo Trassen verlaufen könnten. Ob ein Tunnel überhaupt machbar wäre, wird parallel zur Umgehung untersucht. Mit Ergebnissen ist erst zum Jahresende zu rechnen. Die Bürger und auch die Gemeinde sind aufgefordert, Vorschläge zu machen. „Aber wir können doch nicht einfach so etwas zeichnen“, findet Hartl. Die Bürgerbewegung hat es getan. Rudi Reber (ABV) sieht den von der Initiative skizzierten Tunnelverlauf im Norden. „Da, wo sie nicht wohnen.“ Offenbar wollten die Vertreter der Bewegung das Thema nur wegschieben. Ein Einwand, über den Hülsmann selbst nur den Kopf schüttelt. Sein Tunnel führe geradewegs unter dem Ort durch.

Auf Zustimmung stieß der Vorschlag Hartls, im September einen Runden Tisch einzuberufen. An den will er beide Gruppierungen bitten: die Bürgerbewegung mit Hülsmann an der Spitze und die Bürgerinitiative Verkehr, die sich für die Aufnahme der Umgehung in den Verkehrswegeplan stark gemacht hat. Letztere habe auch den Runden Tisch vorgeschlagen, berichtet Bürgermeister. Er halte dies für gut: „So bringen wir vielleicht den Druck ein bisschen raus.“  jm

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