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Noch sind die Asylbewerber in der Waakirchner Turnhalle untergebracht.

Sie fürchten um das Wohl ihrer Kinder

Asyl in Schaftlach: Anwohner-Protest hat keine Chance

Waakirchen - Bis zu 56 Asylbewerber sollen bald in Wohncontainer in Schaftlach ziehen. Die Anwohner fürchten um ihre Privatsphäre und das Wohl ihrer Kinder - allerdings vergeblich.

Das passt nicht, finden einige besorgte Schaftlacher und erhoben in einem Schreiben Einspruch beim Gemeinderat. Vergeblich: Bis zu 56 Asylbewerber müssen wohl bald in Wohncontainern am Michael-Schreiber-Weg untergebracht werden, kündigte Bürgermeister Sepp Hartl in der April-Sitzung des Waakirchner Gemeinderats an und bekräftigte es jetzt in der Mai-Sitzung.

Die Kommune sei selbst in einer schwierigen Lage, erklärte Hartl den zahlreichen Zuhörern. Die Gemeinde habe hier nicht viel zu entscheiden. „Alles läuft über das Landratsamt. Wir sind nur unterstützendes und ausführendes Organ“, so Hartl. Solange der Status der Flüchtlinge nicht geklärt sei, könne man sie nicht in Privatwohnungen unterbringen, auch wenn es hierfür zum Glück erste Angebote gebe. „Und die mietet auch der Kreis an, nicht wir.“ Den Vorschlag, leerstehende Wohnungen oder auch das - der Stadt Tegernsee und der Gemeinde Gmund gehörende - ungenutzte Bahngebäude in Schaftlach zu belegen, könne man daher nicht aufnehmen.

56 Asylbewerber - „das sprengt die Aufnahmekapazität der Dorfgemeinschaft“, protestierten die Anlieger. Auch ihre Privatsphäre sahen die Nachbarn in Gefahr und fragten nach Schutzmaßnahmen. Hierauf reagierte Sepp Hartl leicht gereizt. Die Besorgnis, ob die Wohncontainer neben Kinderspielplatz, Kindergarten und Schulkinderbetreuung richtig stünden, fand das Gemeindeoberhaupt unangebracht: „Ich glaube nicht, dass es Übergriffe auf die Kinder gibt. Die Leute sind eher froh, wenn ihnen nichts geschieht. Mit den Asylbewerbern in der Turnhalle kommen wir bisher sehr gut aus. Inzwischen spielen die Schulkinder mit ihnen Fußball, und die Männer schauen ihnen beim Sportunterricht zu.“

Hartl dankte den mittlerweile 32 ehrenamtlichen Betreuer und auch den Sportvereinen, die die Asylbewerber in ihre Aktivitäten einbeziehen. Der Bürgermeister ist sich sicher, dass auch Waakirchen und seine Bürger sich weiter intensiv mit der Flüchtlingswelle beschäftigen müssen: „Das wird uns nicht so bald loslassen. Wahrscheinlich werden in den nächsten Jahren noch mehr Leute kommen.“

Von Gudula Beyse

Informationsveranstaltung

Wer zum Thema Asylbewerber in Waakirchen mehr über die Aktivitäten des Landkreises, die Aufgaben der Gemeinde und die ehrenamtlichen Initiativen erfahren möchte, ist zu einem Informationsabend eingeladen. Er findet am Donnerstag, 21. Mai, um 19.30 Uhr im Feuerwehrhaus in Schaftlach statt. Bürgermeister Sepp Hartl hofft, dass dabei auch der eine oder andere Asylbewerber aus der Unterkunft in der Turnhalle bereit ist, über seine Situation Auskunft zu geben.

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