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Silvia Hartl (r.) ist enttäuscht.

Waakirchner Gemeinderat gegen Erhalt 

Aus für vhs: „Ein Faustschlag ins Gesicht“

Waakirchen - Mit der Ära Hannelore Stuber soll auch die Waakirchner Volkshochschule als Institution ihr Ende finden. So hat es der Gemeinderat beschlossen. Die Vorsitzende Silvia Hartl ist tief enttäuscht.

Mit keiner Faser hätte sie mit dieser Entscheidung gerechnet, sagt Silvia Hartl, Ehefrau des Waakirchner Bürgermeisters Sepp Hartl. „Das ist ein Faustschlag ins Gesicht.“ Für alle, die sich ehrenamtlich für die Waakirchner Volkshochschule (vhs) engagieren, aber auch für die angestellte Geschäftsleiterin Hannelore Stuber, die seit über 30 Jahren mit viel Herzblut das Programm gestaltet und kurz vor dem Abschied in den Ruhestand eine Nachfolgerin empfohlen hat.

Sehr viel nüchterner sah dies die Mehrheit des Waakirchner Gemeinderates. Allein Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) legt sich für den Erhalt der kleinen vhs ins Zeug. Am Ende stimmten neben ihm nur Günther Schmöller (FWG) und Georg Rausch (CSU) dafür, eine neue Leiterin zu engagieren. Das Ende der Ära Stuber sei doch ein guter Anlass, der vhs Waakirchen ein sanftes Ende zu bereiten, meinte Gisela Hölscher (FWG). Denn die biete ohnehin nur ein dünnes Angebot. Dies muss nach ihrer Überzeugung auch nicht mit der vhs untergehen. Den Musikunterricht für Kinder zum Beispiel würde nach ihren Recherchen auch die Musikschule Tegernseer Tal übernehmen, sogar am gleichen Ort. „Die würden uns mit Handkuss nehmen.“ Und das sprachliche Unterrichtsangebot für Erwachsene sei verschwindend gering. Das bestätigte Günther Jeske (FWG). Weil in Waakirchen nur Englischunterricht für Anfänger angeboten werde, besuche er einen Kurs in Bad Tölz. „Das Programm ist mehr als mager“, urteilte Gwenny Kalch (SPD). Auch für die Theaterfahrten, die oft als Argument angeführt würden, gebe es mit dem Bus-Unternehmen Wedam einen anderen Anbieter am Ort. „Ich meine, dass wir die vhs beerdigen sollten“, erklärte Kalch. Zumal für die weitere Finanzierung Kosten in Höhe von 40 000 Euro jährlich im Raum stünden.

Zu finanzieren wäre der Leitungsposten. Stuber wird sich Ende Mai verabschieden und hätte ihre Nachfolgerin gerne ab Februar eingearbeitet. Bis April hätte die neue Kraft als Mini-Jobberin beschäftigt sein sollen, um dann die 20-Stunden-Stelle von Stuber zu übernehmen. Zudem hätte die Gemeinde Waakirchen ein kleines Büro anmieten müssen.

Aber es rentiere einfach nicht mehr, in die kleine vhs zu investieren, meinte Balthasar Brandhofer (ABV). „Der Große frisst halt den Kleinen.“ Brandhofer spielte auf den Verbund an, den die Volkshochschulen bis 2020 bilden sollen. Klar ist: Die Waakirchner vhs ist zu klein, um auf Dauer selbstständig zu bleiben. Allerdings soll das Kursangebot vor Ort trotz der organisatorischen Einheit bestehen bleiben. Und der Einfluss Waakirchens im Verbund wäre viel größer, wenn der Ort die vhs mit einer Übergangslösung erhalte, argumentierte Rausch für den Erhalt. Für die Einrichtung eines Büros lasse sich eine günstige Lösung finden. Die neue Geschäftsführerin müsse übrigens auch bei der Gründung des Verbunds nicht um ihren Posten bangen, machte Bürgermeister Hartl deutlich. „Die Angestellten werden übernommen.“ Mit vielen Zahlen versuchte er, die Gemeinderäte davon zu überzeugen, dass es doch etliche vhs-Veranstaltungen am Ort gebe und ihr Fortbestand wichtig sei. Vergeblich.

Silvia Hartl weiß derzeit noch nicht, wie es weitergehen soll. Der vhs-Verein mit seinen 200 Mitgliedern müsse sich wohl auflösen, sagt sie. Ohne die Unterstützung der Gemeinde für die vhs mache auch der Fortbestand des Vereins keinen Sinn. Sehr schade sei es, dass Waakirchen sich ohne eigene vhs jeauch nicht mehr bei den Vorberatungen für den vhs-Verbund einbringen könne. Sie bezweifle auch, dass der Bereich vhs für die Gemeinde durch die jetzt getroffene Entscheidung billiger werde: „Da muss man dann nur bezahlen und hat nichts zu sagen.“

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