Der Weg ist frei: Die neue Erschließungsstraße für die Erweiterung des Gewerbegebiets Brunnenweg ist fertiggestellt. Benannt wird sie nach Altbürgermeister Peter Westermeier.  Foto: Thomas Plettenberg
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Der Weg ist frei: Die neue Erschließungsstraße für die Erweiterung des Gewerbegebiets Brunnenweg ist fertiggestellt. Benannt wird sie nach Altbürgermeister Peter Westermeier.

Bauausschuss lehnt Anträge ab

Gewerbegebiet Brunnenweg: Bauwerber müssen nachbessern

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Die Erschließung des neuen Gewerbegebiets am Waakirchner Brunnenweg ist fertig, die Bauwerber könnten loslegen. Doch gleich zwei Bauanträge wies die Gemeinde jetzt ab.

  • Erschließungsstraße wird nach Altbürgermeister Peter Westermeier benannt
  • Hälfte der Fläche im neuen Gewerbegebiet verkauft
  • Gemeinde macht Bauwerbern klare Vorgaben

Waakirchen – Wo jetzt eine nagelneue Straße mitsamt unterirdischem Kabel- und Leitungsstrang die Wiese erschließt, war Landschaftsschutzgebiet. Um dort ein Gewerbegebiet schaffen zu können, erkämpfte sich die Gemeinde Waakirchen unter dem damaligen Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) im Kreistag die Herausnahme. Dies allerdings unter klaren Vorgaben, wie Rudi Reber (ABV) im Bauausschuss erinnerte: „Es sollte Gewerbe mit ein bisschen Wohnen entstehen, nicht andersrum.“

Auslöser waren zwei Bauanträge, die nacheinander abgelehnt wurden, jeweils einstimmig. Sowohl der Erdbau-Unternehmer Andreas Habermann, jetzt schon am Brunnenweg ansässig, als auch Maler Marcus Marschalleck, der aktuell im Gewerbegebiet Krottenthal angesiedelt ist, legten Pläne vor, die nicht ganz dem Bebauungsplan entsprechen. Teils stimmen Firstrichtung und Höhe der Gebäude nicht, teils fehlen Stellplätze. Vor allem aber sind in beiden Fällen neben Hallen, Lager und Büros jeweils zwei Wohnungen vorgesehen. Erlaubt wäre – und auch dies nur als Ausnahme – je eine für den Betriebsleiter.

Bauausschuss lässt Abweichungen vom Bebauungsplan nicht zu

Es gehe mitnichten nur um kleine Abweichungen, sondern um „eine ganze Litanei“ von Verstößen gegen den Bebauungsplan, stellte Evi Obermüller (Grüne) fest: „Ich bin dafür, dass wir das nicht durchgehen lassen.“

Günther Jeske (FWG) sieht das nicht anders. Die Bewerber hätten bei Vorgesprächen erfahren, wie die Planung aussehen darf. „Meines Erachtens sollten wir davon nicht abweichen.“ Andernfalls würde wohl ohnehin das Landratsamt als Genehmigungsbehörde einschreiten, erklärte Reber: „Wir können nicht dem Wunschzettel der Bewerber nachkommen, sondern müssen uns an die Vorgaben halten.“

Auch Robert Englmann (CSU) warnte davor, die frisch aufgestellten Regeln für die Bebauung des Gewerbegebiets außer Kraft zu setzen oder auch nur aufzuweichen: „Wir bekommen sonst eine Entwicklung, die wir nicht haben wollen.“

Bauwerber müssen neue Pläne vorlegen

Somit müssen Habermann und Marschalleck nachbessern und neue Pläne vorlegen. Bereits befürwortet hat die Gemeinde vor einigen Wochen das Bauvorhaben des im Gewerbegebiet Farchet ansässigen Unternehmens Coop Systems, das Kabelkonfektion, Kunststofftechnik und Metallverarbeitung anbietet. Hier läuft das Genehmigungsverfahren.

Verkauft ist inzwischen rund die Hälfte des etwa 50 000 Quadratmeter umfassenden neuen Gewerbegebiets. Es fehle auch nicht an Bewerbern für die noch verbliebene Fläche, erklärte Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG): „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir auswählen können.“

Das Unternehmen Biolink zählt nicht zu den Grundstücksbewerbern. Ursprünglich hatten dessen Erweiterungspläne den Anstoß fürs neue Gewerbegebiet gegeben. Biolink, beziehungsweise der neue Eigentümer, schwenkte um, blieb aber am Standort im alten Gewerbegebiet Brunnenweg. Weil dort der Platz im gepachteten Rixner-Gebäude nicht reicht, ließ sich das Unternehmen 2018 eine Behelfslösung mit Containern und Lagerzelten genehmigen. Die Zustimmung wurde damals nur bis Ende 2021 erteilt. Auf Antrag Rixners ließ der Bauausschuss eine Verlängerung der Genehmigung bis Ende 2022 zu. Was Biolink für die Zukunft plane, sei ihm nicht bekannt, meinte Kerkel.

Straße wird nach Altbürgermeister Peter Westermeier benannt

Mit der Namensgebung für die Erschließungsstraße ins Gewerbegebiet setzt die Gemeinde dem im Februar 2015 verstorbenen Altbürgermeister und Ehrenbürger Peter Westermeier ein Denkmal. 24 Jahre lang, von 1960 bis 1984, war der SPD-Mann Chef im Waakirchner Rathaus gewesen. Bei seinem Tod war er 96 Jahre alt. Die Straße nach ihm zu benennen, sei eine gute Entscheidung, meinte Jeske. Westermeier habe das Gewerbegebiet einst geschaffen. Auch Michael Mohrenweise (ABV) sprach von einer guten Wahl. Der Beschluss zur Peter-Westermeier-Straße fiel einstimmig. Allerdings hatte Obermüller eine Anmerkung. Bislang sei keine einzige Straße in der Gemeinde nach einer Frau benannt, erklärte sie. Vielleicht lasse sich dies bald ändern.

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