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Hans Winklmair hat eine umfangreiche Sammlung zusammengetragen.

Gründungsversammlung

Bergbauverein in Marienstein: Die Geschichte lebendig halten

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Das Bergwerk in Marienstein wurde vor 58 Jahren geschlossen. Jetzt gründet sich ein Bergbauverein, um die Erinnerung lebendig zu halten. Er hat ein großes Ziel.

Marienstein – Mit viel Leidenschaft trägt der Mariensteiner Hans Winklmair (67) seit zwei Jahrzehnten Historisches aus seiner Heimatgemeinde zusammen. Seit zwei Jahren ist er offizieller Archivar der Gemeinde Waakirchen. 58 Jahre nach der Schließung des Mariensteiner Bergwerks ruft Winklmair jetzt gemeinsam mit Rudi Reber zur Gründung eines Bergbauvereins auf. Wir haben mit ihm über die Motive gesprochen.

Herr Winklmair, warum möchten Sie jetzt einen Bergbauverein gründen?

Seit der Schließung des Bergwerks Marienstein im März 1962 ist der Bergbau aus der Gemeinde verschwunden. Geblieben ist nur unsere Knappenkapelle, die in Uniform spielt. Die Bergleute sind inzwischen fast alle gestorben. Es gibt nur noch einen, der in Uniform ausrückt. Wir wollen die Erinnerung an das Bergwerk aufrecht erhalten und die Jugendarbeit der Knappenkapelle unterstützen. Auch die Pflege der Denkmäler des Kohlebergwerks und des Kalk- und Zementswerks Marienstein gehört zum Vereinsziel.

Existiert überhaupt noch eine Bergbautradition in Marienstein?

Nein. Das Bergwerk ist in Vergessenheit geraten. Die jungen Leute, die nach Marienstein ziehen, wissen überhaupt nichts davon. Bei meinen Vorträgen haben sie gestaunt, was da alles in Marienstein war. Allein der Hunt und die Infotafel, die jetzt beim Mariensteiner Maibaum stehen, machen das Thema etwas präsenter.

Wie schätzen Sie das Interesse an einem Bergbauverein ein?

Mich haben viele angesprochen, die von der Idee begeistert sind. Oft waren die Eltern oder Großeltern Bergleute. Ich denke schon, dass zur Gründungsversammlung gut 20 Leute kommen werden.

Welche Ziele haben sich die Initiatoren gesetzt?

Wir möchten eine Uniform für die Mitglieder mit Rock und Tschako, dem Steigerhut. So können wir ausrücken, wenn entlang der Kohlestraße ein größeres Fest ist, zum Beispiel in Hausham oder Hundham. Wenn ein besonderes Jubiläum gefeiert wird, würde wir auch nach Peißenberg oder Penzberg fahren. Es kommen ja auch Vertreter aus Hundham und Hausham jedes Jahr zum Barbarafest zu uns nach Marienstein, also am ersten Sonntag im Dezember.

Denken Sie auch an den Bau eines Museums?

Da bin ich dran. Im Moment ist die Gemeinde aber vorrangig mit anderen Projekten beschäftigt. An Ausstellungsstücken für ein Museum würde es nicht fehlen. Ich habe in meiner Sammlung zum Beispiel Steigerstöcke, Grubenlampen, Röcke und auch die sogenannten Arschleder. Das Thema Museum habe ich jedenfalls weiter im Blick.

Die Gründungsversammlung

findet am Donnerstag, 6. Februar, ab 19.30 Uhr im Feuerwehrvereinsheim Marienstein statt. Alle Interessierten sind willkommen.

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