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Biolink erweitert am Standort Waakirchen - Abwanderung kein Thema mehr

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Von: Christina Jachert-Maier

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Die Bauarbeiten für die Produktions- und Lagerhalle von Biolink haben begonnen. Die Halle entsteht gegenüber dem bisherigen Betriebssitz, der erhalten bleibt.
Die Bauarbeiten für die Produktions- und Lagerhalle von Biolink haben begonnen. Die Halle entsteht gegenüber dem bisherigen Betriebssitz, der erhalten bleibt. © tp

Die Firma Biolink mit über 100 Angestellten bleibt in Waakirchen – auf Dauer. Nach vielen Wirren hat das Unternehmen entschieden, seinen Firmensitz am jetzigen Standort zu erweitern.

Waakirchen – Die Verhandlungen um den Biolink-Neubau im erweiterten Gewerbegebiet am Brunnenweg fanden im Stillen statt. Dem Unternehmen, Hersteller von Klebebändern für die Luftfahrt-, Automobil- und Bauindustrie, war daran gelegen, nach vielen unschönen Schlagzeilen eine geräuschlose Lösung zu zimmern. Die ist zur Freude von Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) jetzt gefunden: Biolink nutzt als Pächter der Rixner-Gebäude seinen bisherigen Betriebssitz weiter und baut zusätzlich eine neue Produktions- und Lagerhalle mit Büroflächen.

Neue Halle soll bis Herbst 2022 fertig sein

„Die Fertigstellung der Halle ist für Herbst 2022 geplant – anschließend kann der Bezug erfolgen“, teilt die Saint-Gobain Biolink GmbH schriftlich mit. Die Firma tätige weitere Großinvestitionen in die Vollklimatisierung der bereits bestehenden Produktionshallen und habe kürzlich eine 35 Meter lange und doppelstöckige Beschichtungsanlage installiert. Damit, so heißt es in der Pressemitteilung, „bindet sich die Firma klar an Waakirchen und treibt die Entwicklung und Stabilisierung des Standorts weiter voran“. Biolink beschäftige rund 100 Angestellte und suche weiteres Personal. Man bilde zudem Nachwuchskräfte im kaufmännischen und technischen Bereich aus, lässt die Firma wissen. Der Mietvertrag mit dem Gebäudeeigentümer sei langfristig abgeschlossen und enthalte eine Option auf Verlängerung.

Bürgermeister Norbert Kerkel: „Das ist der Königsweg“

„Das ist der Königsweg“ findet Bürgermeister Kerkel. Biolink fülle weiter die Rixner-Hallen und komme für seine Erweiterung mit einem kleineren Neubau zurecht. „Sonst hätten wir einen Riesen-Riegel bekommen“, erinnert Kerkel an die ursprüngliche Planung. Die Gemeinde habe ihr Ziel erreicht, Biolink als großen Arbeitgeber am Ort zu halten: „Darüber freuen wir uns unheimlich.“ Zudem verfüge Waakirchen nun über ein neues Gewerbegebiet, in dem sich insgesamt 14 Unternehmen auf etwa gleich großen Parzellen ansiedeln. Keine der Fläche ist noch zu haben, Anfragen liegen im Rathaus reichlich vor. „Wir könnten das ganze Gewerbegebiet nochmal vergeben“, sagt Kerkel.

Abwanderung ist kein Thema mehr

Es ist das glückliche Ende einer konfliktreichen Geschichte. Wie berichtet, hatte der Expansionswunsch des Klebebänder-Herstellers die Gemeinde Waakirchens erst dazu veranlasst, das Gewerbegebiet zu vergrößern. 2015 kämpfte der damalige Bürgermeister Sepp Hartl die Herausnahme einer 50 000 Quadratmeter großen Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet im Kreistag durch. Wenig später verkündete das Unternehmen, es werde einen Neubau in Bad Tölz errichten und Waakirchen verlassen.

Die Enttäuschung bei der Gemeinde war groß. Doch die Tölzer Pläne platzten, als der französische Konzern Saint Gobain Biolink im Juli 2017 übernahm. Wenig später meldete die Firma wieder Interesse am Kauf eines Grundstücks in Waakirchen an. Die Kommunikation erwies sich nach dem Anfangsdesaster aber als schwierig.

Die Gemeinde hatte unterdessen die einst allein für Biolink vorgesehene Erweiterungsfläche erworben und begann, die Parzellen zu vermarkten. Bei der Ansiedlung des ersten Unternehmens vor einem Jahr hieß es von Seiten der Gemeinde noch, Biolink sei nicht mit an Bord.

Die Firma hatte sich mit einem Behelfsdomizil am alten Betriebssitz räumlich Luft verschafft. Auf Nachfragen zur weiteren Strategie hielt sich das Unternehmen bis jetzt bedeckt. Doch hinter verschlossenen Türen wurde erfolgreich verhandelt, wie die Firma jetzt durchblicken lässt.: „Die gute Abstimmung zwischen Gemeinde, Eigentümer und Biolink war hier entscheidend.“

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