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Die Firma Biolink gehört jetzt zum Konzern Saint Gobain. Die Standortfrage wird damit neu diskutiert. 

Neue Verhandlungen

Bleibt Biolink doch in Waakirchen?

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Erweitert Biolink in Waakirchen? Das scheint zumindest möglich. Vom Umzug nach Bad Tölz ist nicht mehr die Rede. Nach dem Verkauf der Firma an den Konzern Saint Gobain steht wieder alles auf Anfang.

WaakirchenNoch im März schien die Standortstrategie von Biolink in Stein gemeißelt. Damals wurde der Kauf eines Grundstücks in Bad Tölz beurkundet, das der neue Firmensitz von Biolink werden sollte. Es handelt sich um eine 19 000 Quadratmeter großen Fläche an der B13, zwischen Sitec und Lettenholz, mitsamt Option auf weitere 6400 Quadratmeter. Zudem erklärte Biolink-Geschäftsführer Peter Gämmerler, das Unternehmen errichte im Gewerbegebiet Nord bei Föching ein Gebäude für Teile der Fertigung. Spätestens im Frühjahr 2018 werde es bezogen.

Für Waakirchen war dies keine Überraschung mehr, aber noch immer eine bittere Pille. Der Gemeinderat mit Bürgermeister Sepp Hartl hatte ab 2014 alle Hebel in Bewegung gesetzt, um das Unternehmen mit seinen 65 Mitarbeitern zu halten. Um Biolink einen Erweiterungsbau am Brunnenweg zu ermöglichen, kämpfte der Bürgermeister 2015 im Kreistag die Herausnahme einer fünf Hektar großen Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet durch. Einen Teil der Fläche solle Biolink bekommen, zum günstigen Preis.

Das Engagement der Gemeinde lohnte nicht. Gämmerler überraschte die Waakirchner wenig später mit der Aussage, Biolink werde nach Bad Tölz ziehen. Im August 2015 stellten Gämmerler und der Tölzer Bürgermeister Josef Janker die Pläne erstmals bei einem Pressegespräch vor. In Waakirchen war die Enttäuschung groß.

Doch seit Anfang Juli sieht alles wieder ganz anders aus. Biolink gehört jetzt zu 100 Prozent dem französischen Konzern Saint Gobain. Anders als zunächst erwartet, scheint mit der Übernahme der Umzug nach Bad Tölz nicht mehr sicher. Jedenfalls gibt es von Gämmerler keine Antwort auf die Frage, ob es bei der Absicht bleibt, Waakirchen 2020 zu verlassen. Auch weitere Fragen lässt er offen: Ob Überlegungen im Gange sind, den Standort in Waakirchen doch zu erweitern – und ob die Pläne, in Bad Tölz und Holzkirchen zu bauen, hinfällig sind. Ausweichend teilt Gämmerler mit: „Es kann nicht erwartet werden, dass drei Wochen nach der Übernahme durch Saint Gobain, der Konzern schon eine Standortstrategie verabschiedet hat.“ Man werde die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit informieren.

Offensichtlich ist: Biolink verschafft sich in Waakirchen sehr schnell mehr Platz. Wie berichtet, genehmigte der Bauausschuss den Antrag der Firma, eine Halle in Leichtbauweise zwischen den beiden bestehenden Produktionshallen zu errichten. Ein Provisorium, das stehen bleiben darf, bis der Pachtvertrag für die Gebäude – sie gehören der Firma Rixner – am 31. August 2020 endet. Zur Sitzung des Ausschusses war Gämmerler ins Waakirchner Rathaus gekommen – und ließ dabei etwas von Bauwünschen im Westen anklingen.

Im Waakirchner Gewerbegebiet sind noch alle Optionen offen. Der Bebauungsplan dürfte im Spätherbst fertig sein. Um die Regie führen zu können, hat sich die Gemeinde das Areal gesichert und vergibt Grundstücke an geeignete Bewerber. Verkauft ist bislang noch nichts. „Wir haben schon etliche Interessenten“, erklärt Bürgermeister Hartl. Der Gemeinde sei daran gelegen, kleinere Betriebe anzusiedeln. „Wir wollen nicht am Tropf eines Groß-Unternehmens hängen.“ Platz wäre im Industriegebiet sowohl für Biolink als auch für kleinere Betriebe. Dass Biolink ein Grundstück bekommt, wäre möglich. Die Preisfrage dürfte sich aber neu stellen. So erklärt Hartl: „Die Verhandlungen beginnen ganz von vorn.“

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