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Natürliche Blütenfülle wie hier auf ein Miesbacher Verkehrsinsel soll künftig auch in Waakirchen auf gemeindlichem Boden zu erleben sein.

Passende Grundstücke eruiert 

Blühstreifen auch in Waakirchen: Gemeinde holt sich Rat bei Experten 

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Im Frühjahr 2021 will auch die Gemeinde Waakirchen auf ihren Flächen Blühstreifen anlegen. Damit es nicht misslingt, holt man sich Hilfe bei Experten. Und es gab auch einen Appell an die Bürger.

Waakirchen Für dieses Jahr ist es zu spät. Aber im kommenden Frühjahr will auch die Gemeinde Waakirchen Blühstreifen ansäen. Den Anstoß zu einem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats gaben zwei Anträge. Sowohl die Fraktionsgemeinschaft Grüne/SPD als auch Wir/FW hatten sich dafür stark gemacht, Blühflächen auf gemeindlichem Boden zu schaffen.

Mit der Idee habe sich die Gemeinde bereits vor zwei Jahren befasst, erinnerte Norbert Kerkel (FWG). Der Gedanke kam damals im Gemeinderat gut an, mit der Umsetzung sah es allerdings schlecht aus. „Das Thema ist im letzten Jahr hinten runtergefallen“, meinte Kerkel.

Schon geeignete Flächen ausgewählt

Als neuer Bürgermeister hat Kerkel inzwischen nach Rücksprache mit dem Bauhof einige Flächen ausfindig gemacht, die sich als Standort eignen würden. So zum Beispiel beim alten Schaftlacher Rathaus, beim Friedhof, beim Mariensteiner Feuerwehrhaus und am Lindenschmitweg. Es hätten sich auch schon vor zwei Monaten Freiwillige gemeldet, die bereit wären, Blühstreifen anzulegen, berichtete Kerkel. „Da können wir mit Unterstützung rechnen.“ Bei der Planung werde die Gemeinde auf die fachliche Hilfe des Landschaftspflegeverbands zurückgreifen.

„Wir fangen erst mal mit wenigen Flächen an“, meinte Kerkel. Ziel sei es, für den Start in jedem Ortsteil eine Blühweide zu schaffen. „Man braucht einen langen Atem, weil im ersten Jahr meist nicht so viel kommt wie erhofft“, weiß Kerkel.

Die richtige Mischung macht‘s

Gisela Hölscher (FW) nickte. Enttäuschungen hat sie selbst schon erlebt. Ihr Fazit: „Es ist nicht ganz leicht, die richtige Blühmischung zu finden.“ Sie danke Kerkel dafür, dass ihr Antrag so schnell geprüft worden sei und es bereits eine ganze Liste von möglichen Standorten gebe.

„Sehr löblich“ findet auch Alfred Finger (CSU) das Bemühen, Insekten Nahrung und Lebensraum zu geben. Er bitte auch die Besitzer von Privatgärten, sich angesprochen zu fühlen. Wer einen größeren Garten habe, könne auf eigenem Boden eine Blühfläche schaffen. Es helfe aber auch schon, den Rasen nicht gleich im Mai zu mähen, sondern junge Blumen aufkommen zu lassen.

Kerkel sicherte einen entsprechenden Aufruf an die Bürger via Gemeindebote zu. Er soll im Frühjahr 2021 erfolgen, wenn auch die Gemeinde ihr Blühprojekt startet. Hans Heiß (Wir) regte an, Bürger auch gleich mit passenden Samenmischungen zu versorgen. Eine ähnliche Aktion hätten die Gartenbauvereine schon im vergangenen Jahr durchgeführt, erinnerte Kerkel. Sicher sei es möglich, dies erneut zu organisieren. Auch Michael Mohrenweiser (ABV) will das Bestreben, Blühweiden statt der gewohnten Blumenrabatte anzulegen, weiter befördern. Für ihn ist klar: „Natur geht vor Optik.“  

Lesen Sie auch: Holzkirchen wie es blüht und summt

Waakirchner Ortsumfahrung: Ringen um die teure Lösung 

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