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Zwei schmucke Ziegelhäuser sind am Schaftlacher Buchkogel entstanden. Am 7. Oktober wird die Einweihung mit einem Tag der offenen Tür gefeiert.

Zwei Gemeindehäuser in Schaftlach bald fertig 

Am Buchkogel: Im Oktober ziehen Asylbewerber ein

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Waakirchen - Im Oktober  können Asylbewerber einziehen: In Schaftlach sind zwei Ziegelhäuser mit insgesamt acht Wohnungen aus dem Boden gewachsen. Kostenpunkt: rund eine Million Euro.

Die Wohnungen sollen zum Tag der offenen Tür am Freitag, 7. Oktober, schon möbliert sein. „Damit die Leute sehen, wie die Asylbewerber leben“, sagt Andreas Hagleitner. Den Termin fürs Einweihungsfest der beiden Gemeindehäuser am Schaftlacher Buchkogel hat er früh gesetzt. „Aber wir liegen voll im Zeitplan und schaffen das“, sagt der Vorsitzende des Kommunalunternehmens Waakirchen. Schließlich ist bisher alles geglückt. 

Dabei schien die Idee, auf die Schnelle feste Häuser zur Unterbringung von Flüchtlingen hochzuziehen, anfangs ziemlich verwegen. Eigentlich wollte das Miesbacher Landratsamt auf dem Gelände eine große Containeranlage für Asylbewerber platzieren. Anwohner protestierten, der Gemeinderat lehnte ab. Im Gremium entstand die Idee, stattdessen Häuser zu bauen, die nach einer ersten Verwendung als Flüchtlingsunterkunft Bürgern mit kleinem Geldbeutel zugute kommen. Nicht alle Gemeinderäte waren dafür. Schließlich setzten sich die Verfechter des Projekts durch. Damit die Verwaltung im Rathaus nicht durch die zusätzliche Arbeit belastet wird, gründete die Gemeinde ein Kommunalunternehmen. Es wird ein Jahr lang ehrenamtlich von Gemeinderäten geführt. Diese Zeit sollte reichen, um das Wunschprojekt Wirklichkeit werden zu lassen. Und sie reicht auch. 

Im Frühjahr war Spatenstich für die beiden Ziegelhäuser mit acht Wohnungen, im Juni Richtfest. Aber trotz aller Eile schien die Flüchtlingssituation die Waakirchner überholt zu haben. Plötzlich hieß es, im Landkreis würden keine neuen Unterkünfte für Asylbewerber mehr gebraucht. Das Schaftlacher Projekt blieb davon unberührt: Zu diesem Zeitpunkt war der Vertrag zwischen Freistaat und Kommunalunternehmen schon unterzeichnet. Er gilt zehn Jahre und sieht eine Mietzahlung vor, die sogar oberhalb des üblichen Preisniveaus liegt. Inzwischen hat sich das Blatt wieder gewendet. Wie berichtet, lässt der Freistaat die beiden Traglufthallen in Rottach-Egern und Holzkirchen schon zum Jahresende abbauen. 

Damit besteht wieder Bedarf für Flüchtlingsunterkünfte. „Ab Oktober werden Asylbewerber in den neuen Häusern in Schaftlach untergebracht“, erklärt Gerhard Brandl als Pressesprecher des Landratsamts. Wie viele, könne er noch nicht sagen. Platz wäre für 32. Die Geflüchteten bekommen am Buchkogel ein Quartier, das deutlich angenehmer ist als die Unterbringung in der Halle. Die Nutzung der Gemeindehäuser als Flüchtlingsheim ist aber vertragsgemäß nur vorübergehend. Nach zehn Jahren übernimmt die Gemeinde die Gebäude selbst. Dann sollen die 50 Quadratmeter großen Wohnungen zum günstigen Preis an Einheimische vermietet werden. 

Im Blick hat Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) dabei besonders Senioren mit wenig Geld. Für sie bezahlbare Wohnungen zu schaffen, war ihm und dem Gemeinderat schon lange ein Anliegen. Mit Rücksicht auf die Bedürfnisse dieser künftigen Bewohner habe das Kommunalunternehmen die Wohnungen behindertengerecht gebaut, berichtet Hagleitner: „Da kommt man auch gut mit Rollator und Rollstuhl zurecht

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