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Das Gewerbegebiet Brunnenweg soll erweitert werden. 

Unterschriftensammlung für Planungsstopp beim Gewerbegebiet Brunnenweg

Bürgerbegehren: „Absolut unzulässige Manipulation“

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Ein Bürgerbegehren soll die Entwicklung des Gewerbegebiets Brunnenweg stoppen. Unterdessen ist der Waakirchner Gemeinderat überzeugt: Viele Bürger unterschreiben, weil sie mit falschen Informationen gefüttert werden. 

Waakirchen – „Ich bin stocksauer“, machte Balthasar Brandhofer (ABV) im Gemeinderat seiner Empörung Luft. Am Stammtisch hat er vernommen, warum die Bürger gegen die Erweiterung des Gewerbegebiets am Brunnenweg unterschreiben. Dort werde es künftig so aussehen wie an der Autobahnauffahrt Holzkirchen, hieß es. Riesige Hallen, die das Gesicht des Dorfes verändern.

Es sind die Aussagen von Uwe Kirschmer und Rainhardt Lange, die das Begehren auf den Weg gebracht haben. Wie berichtet, hatten die beiden schon zuvor versucht, die Planung mit einem Bürgerantrag zu stoppen. Sie fürchten, dass gigantische Produktionshallen entstehen und die Belastung durch den Verkehr noch wächst.

Dabei zeige schon ein Blick auf den Bebauungsplan, dass die befürchteten Ausmaße gar nicht möglich seien, urteilte Brandhofer. Was Kirschmer betreibe, sei eine Frechheit. Das Instrument des Bürgerentscheids werde missbraucht.

Eben darum zieht sich Brandhofer als Unterstützer eines zweiten Bürgerbegehrens zurück. Es geht um die Bebauung der Dorfmitte, Brandhofer gehört neben Initiator Michael Futschik zu den Ansprechpartnern. Dass Futschik sich zu einer Kooperation mit Kirschmer entschlossen hat und die beiden Gruppierungen nun gemeinsam Unterschriften sammeln, gefällt Brandhofer ganz und gar nicht. Mit Kirschmer wolle er nichts zu tun haben, erklärte Brandhofer. Er habe Futschik aufgefordert, seinen Namen von der Liste zu streichen.

Angestoßen hatte das Thema Gemeinderat Günther Jeske (FWG), der sich eine öffentliche Klarstellung von Bauamtsleiter Christoph Marcher wünschte. „Ich habe in mehreren Geschäften nachgefragt, warum die Leute unterschreiben“, berichtete Jeske. Unisono habe man ihm dreierlei mitgeteilt: Es entstünden Hallen, die so groß seien, dass der Anblick mit dem Zug vorbeifahrende Touristen davon abhalte, Waakirchen zu besuchen. Zudem würden einheimische Gewerbetreibende abgewiesen, weil die Gemeinde große Investoren bevorzuge. Zum dritten sei es besser, die Fläche aufzugeben und stattdessen das Gewerbegebiet in Krottenthal zu vergrößern. Über diese Aussagen sei er als Mitglied des Vergabeausschusses doch sehr erstaunt, meinte Jeske.

Zu Recht, wie Marcher durchblicken ließ. Es treffe nicht zu, dass die Gemeinde einheimische Gewerbetreibende abgewiesen habe, versicherte Marcher. Für ihn sei auch der Vorwurf, der dörfliche Charakter werde zerstört, nicht nachvollziehbar. An die Größe der bestehenden Gebäude im Gewerbegebiet würden die neuen nicht heranreichen. Die erlaubte Wandhöhe liege mit 7,50 Metern nur einen Meter über dem üblichen Maß eines Doppelhauses. Im Übrigen sei es ortsplanerisch sinnvoll, ein neues Gewerbegebiet an ein bestehendes anzudocken, wie dies hier der Fall sei. Eine Erweiterung der Industriefläche in Krottenthal biete sich als Alternative nicht an. Es fülle sich bereits, eine Erweiterung ins Grüne wäre kaum denkbar. Obendrein gibt’s dort keinen Kanalanschluss.

Vor allem aber gehört das Gelände am Brunnenweg der Gemeinde, während sich Krottenthal in Privatbesitz befindet. Die Entwicklung am Brunnenweg habe die Gemeinde komplett selbst in der Hand, meinte Marcher.

„Wir wollen eine kleingliedrige Planung“, bekräftigte Rudi Reber (ABV), der das Vorgehen Kirschmers ebenfalls verurteilte. Leider habe dieser schon 300 Unterschriften beisammen und sei zuversichtlich, die erforderlichen 450 bald vorlegen zu können.

Bürgerbeteiligung sei richtig und wichtig, merkte Robert Englmann (CSU). Es sei aber nicht akzeptabel, wenn Bürger unzureichend und falsch informiert würden: „Das ist eine absolut unzulässige Manipulation der Öffentlichkeit.“

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