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Schneise durchs Dorf: Die Waakirchner Ortsdurchfahrt bedeutet für die Anwohner eine große Belastung. Die Bürgerinitiative Verkehr hält eine Südumfahrung für die beste, weil realisierbare Lösung.

Gruppe stellt Analyse von Varianten dar 

Bürgerinitiative Verkehr: Das Machbare anstreben

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Nach der Sommerpause soll das Thema Ortsdurchfahrt auf der Agenda ganz nach oben rücken, findet die Bürgerinitiative Verkehr in der Gemeinde Waakirchen: „Sie ist riskant und stark belastend.“

Waakirchen –  In den vergangenen Wochen hat sich die Gruppierung intensiv mit den neun Lösungsmöglichkeiten befasst, die das Staatliche Bauamt Rosenheim bei einer Präsentation im Juli aufgezeigt hatte (wir berichteten). Ihr Fazit: Variante zwei und drei, also die Südumfahrung mit Einhausung und die weiträumige Südumfahrung mit Einhausung, weisen die größten Pluspunkte auf.

„Die beste Lösung kann aber nur durch Optimierungsmaßnahmen erzielt werden“, macht die Initiative in einem Schreiben an Bürgermeister Sepp Hartl und die Gemeinderäte deutlich. Zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen und die Möglichkeit, eine Umfahrung von Hauserdörfl anzubinden, seien nötig.

Aus dem Schreiben spricht die Sorge, dass der Ruf nach der teuersten aller Lösungen, dem Ortstunnel für 116 Millionen Euro, so laut wird, dass günstigere Varianten außer Sicht geraten. Die Südumfahrungen sind der ersten Kalkulation nach für 13 bis 15 Millionen Euro zu haben. „Waakirchen sollte sich

auf Lösungen konzentrieren, die im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 realisiert werden können“, findet die Bürgerinitiative.

Aus ihrer Sicht spricht vieles gegen den Versuch, einen Tunnel durchzusetzen. Zum einen die „extrem lange und mit vielen Fragezeichen behaftete“ Planungsphase, gefolgt von einer ebenfalls langen Bauphase, zum anderen die sehr hohen Investitions- und Unterhaltskosten. Der Flächenverbrauch sei angesichts der Notwendigkeit, den Aushub zu deponieren, keineswegs gering.

Überhaupt hält die Initiative das Mega-Projekt Tunnel ökologisch für höchst bedenklich. Der Eingriff in die Natur sei beträchtlich, der Kohlendioxid-Ausstoß während der Bauphase hoch, der Energieverbrauch im laufenden Betrieb ebenso.

Von der Südumfahrung verspricht sich die Initiative dagegen viel. Es bestehe eine gute Realisierungschance in einem überschaubaren Zeitraum. Dabei sei mit einer hohen Entlastungswirkung zu rechnen. Diese bedeute eine „erhebliche Steigerung der Verkehrssicherheit“, ist die Gruppierung überzeugt. Die Anwohner würden von Lärm und Abgasen entlastet. Auch ein Umbau der Durchgangsstraße zur Verkehrsberuhigung wäre nach Ansicht der Initiative möglich. Dies bedeute ein hohes Potenzial für die Entwicklung im Ortskern von Waakirchen, insbesondere rund ums Löwen-Denkmal und das neue Ortszentrum in der Nähe des Sparkassengebäudes. „Schauen Sie sich vergleichbare Umfahrungen vor Ort an und reden Sie mit Vertretern der Gemeinden, den Betroffenen und Gewerbetreibenden“, fordert die Bürgerinitiative den Gemeinderat auf. Zudem möge das Gremium den Antrag stellen, eine Umfahrung für Hauserdörfl in den nächsten Ausbauplan der Staatsstraßen aufzunehmen. Und: Die Bürgerinitiative wünscht sich eine Beteiligung der Bürger, „frühzeitig und konkret“.

Eben dies hat Bürgermeister Hartl zugesichert. „Ich halte meine Versprechen“, sagt er. Der Gemeinderat werde sich in seiner Sitzung im Oktober öffentlich mit dem Thema Verkehrsentlastung und Lösungsvarianten befassen. Ende September sei ein Treffen mit Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer anberaumt. Im Auftrag der Gemeinde hat Ammerl die vom Staatlichen Bauamt vorgeschlagenen Varianten untersucht und bewertet. Auf Basis seiner Analyse werde der Gemeinderat über den weiteren Kurs entscheiden, meint Hartl. Auf die Schnelle werde aber sicher keine der Lösungen realisiert: „Das dauert zehn bis 15 Jahre.“ Um die Situation zügig zu verbessern, will er, dass die Ortsdurchfahrt mit Flüsterasphalt ausgestattet wird: „Das bringt schon viel.“

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