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Das Amtszimmer im Waakirchner Rathaus ist seit fast zwölf Jahren der Arbeitsplatz von Bürgermeister Sepp Hartl.

Ein heiß umkämpfter Stuhl

Bürgermeisterwahl in Waakirchen: Sechs Kandidaten treten gegeneinander an - alle Infos

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Sepp Hartl tritt nicht mehr an. Nicht weniger als sechs KandidatInnen kämpfen um den Bürgermeister-Posten in Waakirchen. Wohl noch nie war diese Wahl so spannend.

  • Das Amtszimmer im Waakirchner Rathaus ist seit fast zwölf Jahren der Arbeitsplatz von Bürgermeister Sepp Hartl. Fünf Kandidaten und eine Kandidatin bewerben sich um seine Nachfolge.
  • Hier ein kurzer Überblick zur Gemeinde Waakirchen, dann stellen sich die Kandidaten vor.
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Waakirchen – Nach zwölf Jahren räumt Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) seinen Schreibtisch. Um seine Nachfolge ringen gleich sechs Kandidaten, so viele wie noch nie. Insgesamt stehen in Waakirchen sogar sieben Gruppierungen mit ihren Listen zur Wahl. Somit dürfte sich auch bei der Zusammensetzung des Gemeinderats einiges ändern.

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Den neuen Bürgermeister – oder die Bürgermeisterin – und ihr Team erwartet viel Arbeit. In Waakirchen sind große Projekte zu stemmen. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht das Projekt Ortsmitte. Ein Bürgerentscheid hatte im Juli 2019 die Planung des derzeitigen Gemeinderats gekippt.

Die Gemeinde Waakirchen in Zahlen

Ortsteile/Weiler: Waakirchen, Schaftlach, Piesenkam, Marienstein, Hauserdörfl, Staudach, Krottenthal, Kappelschuster, Berg, Krottenthaler Alm, Point, Keilsried, Kammerloh, Praßberg, Steinberg, Fuchsloch.

Einwohnerzahl: 5816.

Wahlberechtigte: 4700.

Gemeindefläche: 42,43 Quadratkilometer.

Gemeinderäte: 20.

Derzeitige Sitzverteilung: CSU 6, FWG 8; SPD 2; ABV 4

Markus Liebl (54): Kandidat der CSU - „Die Gemeinde sind wir alle“

Markus Liebl (54): Kandidat der CSU - „Die Gemeinde sind wir alle“

In welche Richtung soll sich Waakirchen entwickeln?

Liebl: Waakirchen sollte sich maßvoll entwickeln. Meines Erachtens ist hier ein besonderes Augenmerk auf den Flächenverbrauch zu richten, denn Boden ist schließlich nicht vermehrbar.

Welche Nutzung haben Sie für die Gemeinde-Grundstücke in der Ortsmitte im Auge?

Liebl: Hier gibt es ja durch den Bürgerentscheid im Juli letzten Jahres eine klare Vorgabe: Es ist eine Neuplanung über eine Bürgerbeteiligung durchzuführen. Ich wünsche mir, dass dieses Verfahren, welches bereits begonnen hat, vorurteilsfrei und ergebnisoffen durchgeführt wird. Daher möchte ich hier nicht weiter vorgreifen.

Wie möchten Sie der Belastung durch den Verkehr begegnen?

Liebl: Die ebenerdige Umfahrung von Waakirchen wurde abgelehnt. Schließlich gilt es ja nicht nur den Ort Waakirchen, sondern alle Ortsteile, besonders auch Hauserdörfl und Piesenkam, zu entlasten. Dies kann nur durch die Entwicklung eines überregionalen Verkehrskonzeptes gelingen. Für die Ortsdurchfahrt Waakirchen gilt es vorerst innerörtliche Lösungen zu finden.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Liebl: Am Herzen liegt mir, unsere Gemeinde, unsere Heimat lebens- und liebenswert für die nachfolgenden Generationen zu gestalten und zu erhalten. Hierzu gehört nach meiner Überzeugung auch die langfristige Sicherung der Trinkwasserversorgung.

Zur Person

verheiratet, drei Kinder, Gemeinde-Geschäftsleiter und Landwirt, Hobbyfußballer, Vorstandsmitglied der CSU Waakirchen-Schaftlach. Leitsatz: „Die Gemeinde sind wir alle, deshalb bitte Miteinander und nicht Gegeneinander.“

Norbert Kerkel (55): Kandidat der FWG -„Mit den Bürgern Zukunft gestalten“

Norbert Kerkel (55): Kandidat der FWG -„Mit den Bürgern Zukunft gestalten“

In welche Richtung soll sich Waakirchen entwickeln?

Kerkel: Waakirchen ist eine schöne und lebenswerte Gemeinde. Unsere Heimat mit der dörflichen Struktur gilt es zu erhalten. Dabei ist mit Sinn und Verstand unsere Gemeinde weiter zu entwickeln. Das mittelständische Gewerbe stärken, Arbeitsplätze sichern, bezahlbaren Wohnraum für Einheimische schaffen, die Mobilität verbessern und es Senioren ermöglichen, ihren Lebensmittelpunkt in der Gemeinde behalten zu können, sind die Aufgaben. Dabei immer mit einem Blick auf die Finanzen.

Welche Nutzung haben Sie für die Gemeinde-Grundstücke in der Ortsmitte im Auge?

Kerkel: Für die Ortsmitte haben wir einen klaren Auftrag der Bürger erhalten. Ich freue mich, auf die gemeinsame Erarbeitung der Planung.

Wie möchten Sie der Belastung durch den Verkehr begegnen?

Kerkel: Die großen Lösungen werden erst in Jahren greifen. Ein erheblicher Teil des Verkehrs ist Quell- und Zielverkehr. Eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Ertüchtigung und der Ausbau der Geh- und Radwege sollen zur echten Alternative zum Individualverkehr werden.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Kerkel: 

Der Erhalt des dörflichen Charakters unserer Gemeinde und die Landwirtschaft, die unsere Landschaft pflegt und hochwertige Lebensmittel produziert, der verantwortungsvolle Umgang mit dem Bauland und die Mobilität liegen mir am Herzen. Ebenso wichtig ist mir die Wertschätzung des Ehrenamts.

Zur Person

verheiratet, zwei Kinder, Geschäftsführer Wegatec, Gemeinderat, Kreisrat, Kreisvorsitzender FWG, zahlreiche Ehrenämter.

Leitsatz: „Mit den Bürgern gemeinsam die Zukunft gestalten.“

Rudi Reber (59): Kandidat der ABV - „Bürgerbeteiligung fördern“

Rudi Reber (59): Kandidat der ABV - „Bürgerbeteiligung fördern“

In welche Richtung soll sich Waakirchen entwickeln?

Reber: Waakirchen steht solide da. Der ländliche Charakter unserer Dörfer soll beibehalten werden. Ein behutsamer Umgang mit unserer Natur ist wichtig. Wir wollen kein Unterhaching werden. Die Infrastruktur muss so weiterentwickelt werden, dass die Bürger dies mittragen.

Welche Nutzung haben Sie für die Gemeindegrundstücke in der Ortsmitte im Auge?

Reber: Es gab ein klares Votum für das Bürgerbegehren. Die Bürger werden entscheiden, was dort entstehen soll. Eine Bürgerwerkstatt soll sich im Rahmen der Beschlussfassung mit der Gestaltung befassen. Die Grundstücke sollen nicht auf dem freien Markt veräußert werden.

Wie möchten Sie der Belastung durch den Verkehr begegnen?

Reber: Der fließende Verkehr trennt unseren Ort. Das Verkehrsaufkommen wird ansteigen und die Belastungen zunehmen, deshalb keine Nulllösung. Billiglösungen führen nur zu Problemverlagerungen. Der Staat muss die notwendigen Mittel für eine ökologisch vertretbare Lösung bereitstellen. Regionale Lösungen sind gefragt, und der ÖPNV muss ausgebaut werden.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Reber: Die Menschen unserer Gemeinde, die Vereine, die tolle Arbeit leisten, alle Betriebe, die der Gemeinde zu Wohlstand verhelfen. Ich biete allen Bürgern ein ehrliches Miteinander und stets ein offenes Büro zum Dialog an.

Zur Person

verheiratet, zwei Kinder, Vertriebsleiter in einem Papierverarbeitungsbetrieb, Gemeinderat, diverse Ehrenämter. Leitsatz: „Miteinander-Füreinander heißt Bürgerbeteiligung fördern, zukunftsfähige Konzepte ausarbeiten und umsetzen.“

Cornelia Riepe (46): Kandidatin der Grünen - „Frischer Wind für Waakirchen“

Cornelia Riepe (46): Kandidatin der Grünen - „Frischer Wind für Waakirchen“

In welche Richtung soll sich Waakirchen entwickeln?

Riepe: Die Zukunft Waakirchens muss aktiv gestaltet werden, damit unsere lebendige Dorfgemeinschaft, die Natur und eine gute Versorgung vor Ort erhalten bleiben. Schwerpunkte sind eine Gewerbeansiedlung nach sozial-ökologischen Kriterien und bezahlbares Wohnen in Eigentum und Miete. Unseren Senioren ermöglichen wir ein selbstbestimmtes Leben in unserer Mitte. Als Beitrag zum Klimaschutz erzeugen wir mehr Strom und Wärme aus Sonne und Biomasse.

Welche Nutzung haben Sie für die Gemeinde-Grundstücke in der Ortsmitte im Auge?

Riepe: 

Ich möchte die Chance nutzen, die wir durch den Bürgerentscheid erhalten haben. Der neue Gemeinderat muss es sich zur Aufgabe machen, gemeinsam mit den Bürgern ein Konzept zu entwickeln, das nicht nur diese Grundstücke, sondern alle Ortsteile einbezieht.

Wie möchten Sie der Belastung durch den Verkehr begegnen?

Riepe: Der neue Gemeinderat muss sich zwingend mit einer zeitnahen Verkehrsberuhigung befassen: für Lärmreduzierung, mehr Sicherheit und Lebensqualität. Mit Fahrradwegen und Ausbau von Bus und Bahn lässt sich der Ziel- und Quellverkehr reduzieren.

Was liegt Ihnen als Bürgermeisterin besonders am Herzen?

Riepe: Ich will das Vertrauen unserer Bürger*innen in ihre Gemeinde stärken. Entscheidungen müssen transparent und nachvollziehbar sein.

Zur Person

verheiratet, zwei Kinder, Diplomjuristin, Musikpädagogin, Elternbeirat, musikalische Jugendförderung. Leitsatz: „Lasst uns die Zukunft unserer Gemeinde aktiv gestalten – frischer Wind für Waakirchen!“

Andreas Kilian (31): Kandidat der SPD - „Für ein soziales Miteinander“

Andreas Kilian (31): Kandidat der SPD - „Für ein soziales Miteinander“

In welche Richtung soll sich Waakirchen entwickeln?

Kilian: Ich will die BürgerInnen an der Dorfentwicklung beteiligen, die Gemeinschaft fördern, die Ortsteile zusammenführen, dabei zukunftsorientierte, auch unkonventionelle Lösungen ermöglichen.

Welche Nutzung haben Sie für die Gemeinde-Grundstücke in der Ortsmitte im Auge?

Kilian: Die Dorfmitte ist erste Wahl für bezahlbaren Wohnraum, zumal kaum weitere Flächen zur Verfügung stehen. Basis der Gestaltung ist: Wie viel und welchen Wohnraum benötigen wir für junge Menschen und Familien? Wie viele ältere Menschen möchten sich verkleinern, statt in zu großen Wohnungen einsam zu werden?

Wie möchten Sie der Belastung durch den Verkehr begegnen?

Kilian: Kurzfristig Möglichkeiten zur Verkehrsentlastung im Ort durchsetzen, unter anderem Tempo 30 einführen. Ausbau des ÖPNV auf Landkreisebene verfolgen, Car-Sharing- und Elektrorad-Angebote in Kombination mit einer App über die beste Verkehrsverbindung anbieten. Keine weitere Rennstrecke durchs Dorf in Form der Südumfahrung! Die Ertüchtigung der Ost-West-Trasse muss eine überregionale Lösung werden, die ihren Preis hat. Aufgeben ist keine Option.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Kilian: Die Pflicht eines Bürgermeisters ist es, seine ganze Kraft für die Belange der BürgerInnen einzusetzen. Transparenz und Bürgerbeteiligung haben dabei oberste Priorität.

Zur Person

ledig, keine Kinder, Sportfachverkäufer, Juso-Sprecher Kreis Miesbach. Leitsatz: „Ich trete ein für ein soziales, klimafreundliches und zukunftsorientiertes Miteinander.“

Rainer Hölscher (55): Kandidat der FW - „Für alle Generationen“

Rainer Hölscher (55): Kandidat der FW - „Für alle Generationen“

In welche Richtung soll sich Waakirchen entwickeln?

Hölscher: In Waakirchen sollen sich alle Menschen, ob Jung oder Alt, wohlfühlen. Wohlüberlegte Weichenstellungen sollen für junge Leute und Familien eine gute Perspektive für die Zukunft bieten. Senioren sollen alle Hilfe bekommen, um möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben zu können.

Welche Nutzung haben Sie für die Gemeinde-Grundstücke in der Ortsmitte im Auge?

Hölscher: Die Bürger haben das vorgeschlagene Projekt in dieser Form und Größe abgelehnt. Dies ist uneingeschränkt zu akzeptieren. Hier kann nur gemeinsam mit allen Gemeindebürgern ein nachhaltiges Projekt neu gestartet werden.

Wie möchten Sie der Belastung durch den Verkehr begegnen?

Hölscher: Der Landkreis Miesbach ertrinkt im Verkehr. Hier kann nicht alles auf die Gemeinden abgewälzt werden. Das muss landkreisweit und darüber hinaus zur Chefsache gemacht werden. Um das steigende Verkehrsaufkommen langfristig sinnvoll zu steuern, ist ein überregionales Konzept nötig. Kurzfristig möchte ich für unseren Ort kritische Verkehrspunkte wie die Kreuzung beim Löwendenkmal entschärfen.

Was liegt Ihnen als Bürgermeister besonders am Herzen?

Hölscher: 

Ich wünsche mir ein gutes Miteinander. Die vielen, auch neuen, politischen Gruppierungen sehe ich als Chance. Diese Dynamik gilt es zu nutzen, um unseren Ort gemeinsam positiv zu gestalten und weiterzuentwickeln.

Zur Person

verheiratet, drei Kinder, Maschinenbautechniker, Qualitätssicherung bei Telair, Gründungsmitglied des Oberlandhospizvereins. Leitsatz: „Für eine Gemeinde, in der alle Generationen gut und gerne leben.“

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