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Bürgerplanung für Waakirchner Dorfmitte soll neu beginnen - Antrag zum Start mit Fachbüro abgelehnt

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Von: Christina Jachert-Maier

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Die grüne Wiese in Waakirchens Mitte soll neu überplant werden.
Die grüne Wiese in Waakirchens Mitte soll neu überplant werden. © tp

Die Planung für die Waakirchner Dorfmitte soll endlich neu beginnen, gemeinsam mit den Bürgern. Zum Auftakt ein teures Fachbüro zu engagieren, lehnt der Gemeinderat aber ab.

Waakirchen – Zur Sitzung des Gemeinderats hatte Michael Futschik als Sprecher der Bürgerwerkstatt zwei Angebote von Fachbüros vorgelegt. Der Auftrag: Organisation und Durchführung einer Auftaktveranstaltung zur Bürgerbeteiligung an der Überplanung des gemeindlichen Grundstücks in der Waakirchner Dorfmitte. „Beide Kostenangebote liegen jenseits von 30 000 Euro“, erklärte Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG), ohne konkrete Summen zu nennen. Inzwischen, so Kerkel, hätten sich im Rathaus Bürger gemeldet, die bereit wären, eine Auftaktveranstaltung ehrenamtlich zu organisieren. Im Moment gehe es auch nur darum, endlich einen Arbeitskreis ins Leben zu rufen. Der Gemeinderat könne sich nun für eines der beiden Firmen-Angebote entscheiden oder für die Offerte der Ehrenamtlichen, die Gründung selbst in die Hand zu nehmen.

Angebote zu teuer: Gemeinderat lehnt ab

Die Profi-Angebote zum Auftakt erschienen allen Mandatsträgern zu teuer. Der Antrag der Bürgerwerkstatt wurde abgelehnt. Dies aber nach langer Diskussion, denn fachliche Hilfe beim Beteiligungsprozess scheint vielen Gemeinderäten durchaus geboten. „Ich will nicht noch einmal den gleichen Fehler machen“, erinnerte Rudi Reber (ABV) an das Desaster vom Sommer 2019. Damals kippte der von Futschik mit initiierte Bürgerentscheid die Planung für ein Wohnbauprojekt, das der Gemeinderat im stillen Kämmerlein erarbeitet hatte. Ein mühsam entwickelter Entwurf für 30 günstige Wohnungen und einige Läden mit Dorfplatz und Tiefgarage war damit für die Katz. Das Projekt habe die Bevölkerung in zwei Lager gespaltet, meinte Reber: „Jetzt müssen wir aufpassen, dass das nicht wieder entsteht.“ Die Gemeinde habe die Verantwortung, den Prozess diesmal richtig aufzubauen.

Fester Ansprechpartner im Rathaus

Einiges sei schon in die Wege geleitet, machte Kerkel deutlich. Damit die Bürger einen festen Ansprechpartner im Rathaus haben, wurde eine eigene Stelle geschaffen. Seit Januar ist sie mit Werner Raab besetzt, der auch die EDV betreut. Es stehe Geld im Haushalt bereit, um die fachliche Begleitung von Arbeitskreisen zu finanzieren, so Kerkel. Aktuell gehe es nur um die Auftaktveranstaltung.

Deren Durchführung hatte Kerkel eigentlich in die Hände von Futschik und dessen Bürgerwerkstatt legen wollen. Schließlich geht es um die Umsetzung des Bürgerentscheids vom Juli 2019. Inhalt war nicht nur die Ablehnung des gemeindlichen Entwurfs, sondern auch die Forderung nach einer neuen Planung für das Grundstück beim Anwesen Bäckervoitl im Dialog mit den Bürgern.

Wie engagiert sind die Bürger wirklich?

Futschik will die Regie aber nicht selbst übernehmen, sondern in die Hand eines Fachbüros legen. Gespräche brachten keine Einigung, weshalb Bürgermeister Kerkel jetzt auf neue Leute setzt, die sich für die Dorfplanung engagieren. Um Menschen dafür zu gewinnen, empfahl Cornelia Riepe (Grüne) ein Verfahren, mit dem andere Gemeinden schon gute Erfahrungen gemacht haben. Dabei werden Bürger gezielt angeschrieben. Für die Auftaktveranstaltung, so Riepe, brauche es aber unbedingt einen neutralen Moderator.

Die Auftaktveranstaltung müsse „im Sinn eines Lackmustests“ auch erst einmal zeigen, ob sich Bürger tatsächlich engagieren wollen, meinte Michael Mohrenweiser (ABV). Sei dies der Fall. könne man über eine professionelle Begleitung sprechen.

Dies wird nun auch der Weg sein. Kerkel zufolge soll die Auftaktveranstaltung nach Möglichkeit im Frühsommer stattfinden.

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