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Anton Doll und Gerhard Voit von der Bürgerinitiative Verkehr.

BI-Verkehr fürchtet:

Wenn alle über Tunnel reden, der eh nie kommt, passiert am Ende gar nichts

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Waakirchen ruft nach dem Tunnel. Eben dies macht der Bürgerinitiative Verkehr Bauchschmerzen. Die Initiative fürchtet, dass die Umgehungsplanung scheitert - und am Ende gar nichts realisiert wird.

Waakirchen – „Der Tunnel kommt nicht“, ist Gerhard Voit überzeugt. Wer das Thema befördere, reite ein totes Pferd. Eine 1,6 Kilometer lange Röhre direkt unter dem Ort Waakirchen sei schlicht utopisch. Zu teuer und technisch ungeheuer anspruchsvoll. „Das ist ein Wolkenkratzer unter der Erde“, meint Voit. Ein riesiges Bauwerk, das auch nicht einfach im Boden verschwindet. Ein Tunnel dieser Länge benötige eine flankierende Rettungsröhre, Kommunikations- und Lösch-Einrichtungen. Zudem müsse die Abluft nach oben entweichen. Die Belastung, auch durch die Ein- und Auslaufstrecken, sei viel höher als die meisten Waakirchner glaubten, sagt Voit. „Die meinen, der Verkehr verschwindet in einem Mausloch und ist dann einfach weg.“

Trotz dieser Argumente: Voit und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative Verkehr sind keine Tunnelgegner. Aber sie glauben nicht, dass der Bund dem kleinen Waakirchen ein so gigantisches Bauwerk finanziert. Wenn doch, meint Voit, werde er für Lars Hülsmann die Waakirchner Ehrenbürgerschaft beantragen.

Hülsmann steht an der Spitze der Bürgerbewegung Entlastung der B472. Sie hat sich gegründet, als die Bürgerinitiative Verkehr ihr erstes Ziel erreicht hatte. Im März 2016 war das. Der Bund hatte einer Waakirchner Ortsumfahrung im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans höchste Priorität verliehen.

Für die Bürgerinitiative Verkehr war dies ein Sieg. „Wir haben eine Umgehungsstraße auf dem Silbertablett bekommen“, findet Voit. Jahrelang hatte sich die Initiative für eine Entlastung Waakirchens stark gemacht. Die im Verkehrswegeplan grob skizzierte Variante ist eine Umfahrung im Süden und für 6,6 Millionen Euro zu haben.

Statt Freude hat der Entwurf Widerstand ausgelöst. Von einer Billiglösung war die Rede, sogar von Murks. Die Bürgerbewegung formierte sich. „Als Betroffene“, meint Anton Doll. Was ihn stört: Die Bürgerbewegung lehnt eine Umfahrung grundsätzlich ab und setzt ausschließlich auf einen Tunnel. Ein Fehler, wie die Bürgerinitiative findet. „Wir haben Angst, die Chance auf Entlastung vom Verkehr zu verpassen“, macht Voit klar.

Die Initiative hat inzwischen fünf Trassenvorschläge für eine Umfahrung dargestellt. Als Basis dienten die Korridore, die das Staatliche Bauamt Rosenheim im Rahmen der Raumempfindlichkeitsanalyse aufgezeigt hat. Zudem listet die Initiative zwei Varianten für eine Tunnellösung auf.

Eine besondere Empfehlung für eine der Lösungen gibt die Gruppe nicht ab, sondern zählt lediglich Plus- und Minuspunkte auf. Die Initiative wünscht sich einen Dialog der Dorfgemeinschaft, das gemeinsame Suchen nach der besten Lösung. Und sie wartet auf die Präsentation der Machbarkeitsstudie, die das Staatliche Bauamt Rosenheim fürs Frühjahr 2018 angekündigt hat. „Die heiße Phase beginnt ja erst“, erklärt Doll. Die Phase, in der Experten aufzeigen, was überhaupt realisierbar ist.

Die Bürgerinitiative wünscht sich einen Dialog und vor allem einen Konsens für eine Lösung, die Waakirchen Entlastung bringt. Sie fürchtet, dass die Kämpfer für einen Tunnel alle Varianten für eine Umgehung vom Tisch fegen wollen. 3500 Unterschriften für einen Tunnel und gegen eine Umgehung haben sie im Rücken. Die Bürgerinitiative wiederum findet die von FWG-Gemeinderätin Gisela Hölscher angestoßene Unterschriftensammlung nicht hilfreich, sondern irreführend. „Da wurde der Eindruck vermittelt, das wäre ein Wunschkonzert“, meint Voit. „Es würde auch jeder unterschreiben, dass er einen Sechser im Lotto will.“

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