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Macht eine Unterschriftenaktion: Gemeinderätin Gisela Hölscher.

Unterschriftenaktion und Beschluss

Darum will der Gemeinderat einen Waakirchner Tunnel

Mit einem einstimmigen Beschluss forderte das Gremium die Planer dazu auf, den Tunnelbau als Alternative zu prüfen. Parallel dazu startet Gisela Hölscher (FWG) eine Unterschriftenaktion.

Waakirchen – Vor dem Waakirchner Ortsschild verschwindet die Fahrbahn in der Erde, um nach zwei Kilometern wieder ans Licht zu kommen: So stellen sich die Waakirchner die optimale Entlastung vor. Der Transitverkehr auf der West-Ost-Tangente – täglich 14 000 Fahrzeuge – rollt schnurstracks und ohne Abzweig unterm Ort durch, oben herrscht ländliches Idyll. Gefordert hat der Gemeinderat das schon mit einem Schreiben vom 20. September 2012, wie Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) im Gemeinderat erinnerte. Der Rathaus-Chef war etwas irritiert von der jüngsten Entwicklung. Wie berichtet, stand ein Antrag der „Bürgerbewegung Entlastung der B 472“ zur Abstimmung. Inhalt: Die Gemeinde möge das Staatliche Bauamt Rosenheim per Beschluss dazu auffordern, als Alternative zur im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 vorgesehenen Umgehungsstraße den Bau eines Tunnels zu prüfen. Sonst geschehe dies nicht.

Dass er sich nicht selbst für den Tunnel starkgemacht hätte, lässt sich Hartl nicht nachsagen. Er verwies auf das Schreiben von 2012 und auf Gespräche in großer Runde. Dabei sei stets die Rede davon gewesen, dass auch ein Tunnel als Möglichkeit der Verkehrsentlastung geprüft werde, berichtete Hartl. Darum wundere es ihn, dass es dazu eines Extra-Antrags bedürfe. „Aber natürlich werden wir ihn stellen.“

Um das zu hören, war eine riesige Besucherschar in den Sitzungssaal gekommen. Als der Beschluss fiel, einstimmig, brandete Applaus auf. Den Antrag werde er nächste Woche „dem Herrn Rehm“ vom Staatlichen Bauamt Rosenheim persönlich vorbeibringen, kündigte Hartl an.

Aber nicht nur das soll den Verantwortlichen klar machen, dass der Bau eines Tunnels für die Waakirchner nicht nur eine mögliche Variante der Verkehrsentlastung ist, sondern die absolut favorisierte Lösung. „Das müssen wir zum Ausdruck bringen“, erklärte Robert Englmann (CSU).

So oder so ähnlich könnte sie aussehen: Die Umgehungsstraße.

Eben darum startet FWG-Gemeinderätin Gisela Hölscher eine Unterschriftenation pro Tunnel. „Ich mache das, weil ich – anders als die Vertreter der beiden Bürgerinitiativen zum Thema Verkehr – nicht betroffen bin“, sagt sie. Die Aktion solle den Verantwortlichen zeigen, wie viele Waakirchner sich den Tunnel wünschen. „Wenn wir nur 50 Unterschriften bekommen, wäre das ein schlechtes Zeichen“, meint Hölscher. Hartl hofft, dass es nicht so kommt: „Ich kann nur an alle Bürger appellieren, das zu unterschreiben.“

Die im BVWP dargestellte Umgehung ist für Hölscher „Murks“. Sie teile das vom Transitverkehr geplagte Waakirchen erneut, ohne Rücksicht auf die Landwirtschaft und den Landschaftsschutz. Und was die Kosten angehe: Für seinen eigenen Heimatlandkreis sorge Verkehrsminister Alexander Dobrindt bestens, führt Hölscher an. Der Tunnel für die Ortsumgehung Oberau koste 174 Millionen Euro, der Tunnel Ortsumgehung Garmisch 154 Millionen Euro, der Tunnel Westumgehung Garmisch 176 Millionen Euro. „Und Waakirchen soll mit einer Murks-Umgehung für 6,6 Millionen Euro abgespeist werden“, findet sie.

Ein Tunnel würde ein „Vielfaches“ kosten, meint Christian Rehm, Bereichsleiter beim Staatlichen Bauamt Rosenheim. Wie viel genau, kann er nicht sagen. Beim Zehnfachen könnte man richtig liegen. Die Staatsbehörde werde auf den Antrag hin den Tunnelbau prüfen. Der muss nach den derzeitigen Erkenntnissen bergmännisch ausgeführt werden. Heißt: Es ist keine offene Bauweise möglich, sondern es muss ein Stollen unter dem Dorf vorgetrieben werden. „Sonst müssten ganze Häuserreihen abgerissen werden“, meint Rehm. Anders als die Umgehung mit ihrem hohen Kosten-Nutzen-Effekt sei ein Tunnel nicht im vordringlichen Bedarf des BVWP enthalten. Ob er bauwürdig sei, müsse seiner Einschätzung nach vom Bund neu bewertet werden.

Die Unterschriftenlisten

können per E-Mail an tunnel-waa kirchen@gmx.de angefordert werden. Alle Bürger, die den Tunnelbau unterstützen wollen, sind aufgerufen, bis zum 28. Februar zu unterschreiben.

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