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Abschied vom Kegelstüberl: Stefan Heufelder hat vor drei Wochen dicht gemacht.

Was jetzt daraus wird

Er geht im Zorn: Betreiber macht Kegelstüberl dicht

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Samstag vor drei Wochen hat Stefan Heufelder (63) das Waakirchner Kegelstüberl dichtgemacht. Fast zehn Jahre lang hat er es mit seiner Frau Paula (66) geführt.

Waakirchen – Am 31. März läuft sein Pachtvertrag mit der Gemeinde Waakirchen aus, derzeit putzt das Paar ein letztes Mal die vertrauten Räume. Die beiden sind ziemlich sauer. Das haben sie am Mittwoch auch in einer Anzeige in unserer Zeitung kundgetan. „Wir hoffen für alle, dass es mit dem Kegelstüberl weitergeht“, heißt es da. „Leider haben wir bis heute noch keine Information von unserem Verpächter erhalten.“ Was Stefan Heufelder so ärgert, ist die Informationspolitik der Gemeinde. Sie ist Eigentümerin der drei Kegelbahnen und des Stüberls im Untergeschoss der Turnhalle. Seit 1978 wird dort gekegelt. 

„Wir haben Kegelgruppen, die schon seit 30 Jahren kommen“, meint Heufelder. Gäste der Gemeinde Waakirchen, wie er sagt. Und die wüssten nun nicht, wann und ob das Kegelstüberl wieder eröffne. Denn alle fragten ihn, den Wirt. Und dem habe die Gemeinde zur Zukunft des Kegelstüberls bisher nichts mitgeteilt. Markus Liebl, Geschäftsleiter der Gemeinde, versteht die Vorwürfe nicht. Ein neuer Wirt fürs Kegelstüberl sei schon gefunden, der Pachtvertrag unterzeichnet, sagt Liebl auf Nachfrage. 

Es handle sich um Christian Wieser, einen Gastronomen aus Waakirchen. Wieser ist als Wirt nicht unbekannt. Er hat zum Beispiel das Staudenhäusl in Agatharied und die Oedbergalm geführt. Im Mai werde das Kegelstüberl wieder eröffnen, erklärt Liebl. Das habe sich seiner Meinung nach im Ort auch herumgesprochen. „Anrufern haben wir das schon gesagt.“ Dem bisherigen Pächter Heufelder allerdings nicht. Warum auch? Nach Vertragsende habe der mit dem Kegelstüberl nichts mehr zu tun, so Liebl. 

Das Verhältnis zwischen Heufelder und der Gemeinde ist schon länger angespannt. Krach gab es, als in Räumen neben dem Kegelstüberl Asylbewerber untergebracht wurden. Heufelder klagte, dass ihm wegen der Flüchtlinge die Kegler wegbleiben. Es gab Medienrummel, Bürgermeister Sepp Hartl war verstimmt. Und Heufelder fühlte sich betrogen. „Hartl hat gesagt, die Flüchtlinge bleiben nur drei Monate. Und dann waren es 13 Monate“, sagt Heufelder. Er höre aus gesundheitlichen Gründen auf, merkt er an. Aber es habe auch manches nicht gepasst. Eine Sanierung der Räume, einst versprochen, sei nie erfolgt.

jm

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