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Entlastung vom Verkehr wünschen sich die Waakirchner schon lange. 

Eiliger Minister: Unterschriften-Übergabe am Flughafen

Erste Tunnel-Prüfung für Waakirchen hat begonnen 

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3500 Unterschriften für einen Waakirchner Tunnel  hat Gisela Hölscher gesammelt. Am 28. April nimmt Verkehrsminister Alexander Dobrindt die Listen persönlich entgegen: am Münchner Flughafen.  

Waakirchen Ein Tunnel unter dem Waakirchner Löwen? Ob das geht, lässt Baudirektor Christian Rehm vom Staatlichen Bauamt Rosenheim bereits prüfen. Zumindest die Variante, die von der Waakirchner „Bürgerbewegung Entlastung der B 472“ im Dezember 2016 vorgeschlagen wurde. Wie berichtet, legte die Initiative einen grob gefassten Vorschlag vor. Demnach verschwindet die Fahrbahn unter dem Waakirchner Ortsschild in die Erde, um nach zwei Kilometern wieder ans Licht zu kommen. Schnurstracks und ohne Abzweig rollt der Transitverkehr auf der West-Ost-Tangente – täglich 14 000 Fahrzeuge – unterm Ort durch.

Mit der Prüfung dieser Tunnelvariante habe das Amt bereits begonnen, lässt Rehm wissen. Das Amt hat auch den Gemeinderat aufgefordert, Vorschläge zu unterbreiten. Das lehnt Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) ab. „Wir sind keine Fachleute“, meint er. Es sei Sache der Staatsbehörde, umsetzungsfähige Trassen zu erarbeiten. Dies soll nun auch geschehen, wie Rehm auf Nachfrage mitteilt. „Sollte es die Gemeinde weiterhin ablehnen, einen Trassenvorschlag für einen oder mehrere Tunnellösungen zu unterbreiten, werden wir das für sie – wie von der Gemeinde gewünscht – übernehmen.“

All das war Thema eines Gesprächs mit Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne), das auf Bitten der Bürgerbewegung vor Kurzem stattfand. Es ging um Verkehrskonzepte, Entwicklungen und natürlich um das, was laut Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) in Waakirchen geschehen soll: den umstrittenen Bau einer Südumfahrung. Wie berichtet, hat die FWG-Gemeinderätin Gisela Hölscher 3500 Unterschriften gegen die Umfahrung und für einen Tunnel gesammelt. Am Freitag, 28. April, wird sie die Listen an Verkehrsminister Alexander Dobrindt übergeben – am Münchner Flughafen, der Minister ist in Eile.

Für Hülsmann ist die Südspange ein „absolutes No-Go“. Auch aus rechtlicher Sicht. Eine Straße durch die sensible Natur an dieser Stelle zu bauen, widerspreche den Vereinbarungen der Alpenkonvention, meint Hülsmann. Das sei dem zuständigen Ministerium bekannt.

Landrat Rzehak sieht Umgehungsstraßen grundsätzlich kritisch, was er auch im Gespräch mit der Bürgerbewegung betonte. Ortsumfahrungen bedeuteten meist nur eine Verlagerung des Problems. Er machte aber auch deutlich: Für einen Tunnel zu kämpfen, sei Sache der Gemeinde, nicht des Landkreises.

Das sieht Bürgermeister Hartl nicht anders. „Ich werde immer wieder nachhaken“, kündigte er an. Die Gemeinde warte nun auf Tunnel-Vorschläge des Staatlichen Bauamts. Im weiteren Verfahren werde die Gemeinde in eigener Regie einen externen Berater engagieren. Wer das sein wird, ist noch nicht entschieden. „Wir haben ein Angebot vorliegen und werden ein zweites einholen“, erklärt Hartl.

Voraussichtlich im Juni wird Rehm bei einer Bürgerversammlung die Ergebnisse der Raumwiderstandsanalyse vorstellen. Die Behörde hat auch eine Verkehrsuntersuchung beauftragt, die unter anderem klären soll, welche Wirkung die Umfahrung Holzkirchen auf Waakirchen hat und umgekehrt.

Gegen Ende des Jahres folgt der Vergleich der Varianten. Auf dessen Basis soll die Entscheidung für eine Trasse fallen. Damit sind nur die Weichen für die Detail-Planung gestellt. Sollte der Tunnel die favorisierte Lösung sein, steht die größte Hürde noch bevor: Anders als die im BVWP vorgesehene Umgehung mit hohem Kosten-Nutzen-Faktor müsste der Bau eines sehr viel teureren Tunnels laut Rehm vom Verkehrsministerium wirtschaftlich neu bewertet werden.

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