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„Chaotische Szenen“: Alle drängen auf den SEV-Bus der Stunden später kommt.

Stundenlanges Warten ohne Ansage

Erstes Wanderherbst-Wochenende - und BOB-Fahrer stranden im Chaos

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Er hatte eine acht Stunden lange Bergtour hinter sich - und wollte nur noch nachhause. Doch dafür brauchte der Münchner Thomas Siegler (37) am Sonntag starke Nerven. Denn er fuhr mit der BOB ...

Schaftlach/Schliersee - Die BOB hatte am Abend einen äußerst chaotischen Busverkehr zwischen Schaftlach und Holzkirchen (beide Landkreis Miesbach) organisiert, schildert Thomas Siegler die Situation. 

Grund für den Schienenersatzverkehr sind Gleisarbeiten der Deutschen Bahn, die noch bis Dienstagabend gehen. Als Siegler und seine 14 Wanderfreunde der Gruppe „Hiking Buddies Munich“ gegen 21 Uhr mit der BOB von Lenggries aus in Schaftlach ankommen, warten in der Dunkelheit bereits „Menschenmassen“ auf einen Bus, wie Siegler sagt. 200 bis 300 Leute seien in dem Ort gestanden. Eineinhalb Stunden lang: Kein Bus in Sicht! „Manche Leute haben schon drei Stunden lang gewartet“, sagt der Bankangestellte. 

Warten, warten, warten auf den Bus, der nicht kommt: gestrandete Fahrgäste in Schaftlach.

Von chaotischen Zuständen berichtet auch die Münchnerin Gabriele Schlüter, ebenfalls Opfer des SEV. „Die Gehsteige waren so überfüllt, dass die Leute - darunter Frauen mit Babys und Senioren - auf der Straße warten mussten.“ Von der Bayerischen Oberlandbahn heißt es, man bedaure den Vorfall, sagt Sprecher Christopher Raabe. 

Wollte nach seiner Tour eigentlich nur noch heim: Thomas Siegler, gestrandeter BOB-Fahrgast.

Das Unternehmen habe im Vorfeld versucht, zusätzliche Busse zu bekommen, sei dabei aber nur mäßig erfolgreich gewesen. Neben den gesetzlichen Fahrgastrechten zur Erstattung von Ticketpreisen biete die Bayerische Oberlandbahn noch zusätzliche Kundengarantien an (online unter „Service“), so der Sprecher.

Die Geschichte aus Schaftlach ist nicht der einzige Fall an diesem Sonntag. Auch an der BOB-Haltestelle Fischhausen-Neuhaus warteten hunderte Wanderer, unter ihnen Familien mit Kindern fast zwei Stunden auf einen Zug. Mehrere gestrandete Fahrgäste machten ihren Ärger auf Facebook Luft. 

„Chaos. App lügt. BOB-Info lügt. Zug 19:59 ist auf dem Bahnsteig mit 40 Minuten Verspätung angesagt. Heißt: Kleine Kinder warten in der Kälte nahezu zwei Stunden. Ohne klare Ansagen“, schreibt etwa Christoph K..

Derartige Engpässe an sonnenreichen Herbsttagen sollten derweil für die BOB eigentlich nichts Neues sein. Schon im  Vorjahr kam es zu chaotischen Szenen. Hier protokolliert ein Fahrgast bei uns seine Irrfahrt von damals. Nach langer Diskussion ließ sich die BOB dazu bewegen, ihre Kapazitäten am Wochenende zu erhöhen. Wenn die Züge, entweder wegen jener Baustelle bei Schaftlach, für die die BOB freilich nichts kann, für den fehlenden SEV dafür schon, oder wegen „Störungen im Betriebsausfall“, womit die BOB die zweistündige Wartezeit am Schliersee begründete.

Was viele Fahrgäste mindestens so schwer trifft: Die oft fehlende Kommunikation der BOB bei Zugausfällen und Verspätungen. Immer wieder wird die Kritik dahingehend laut. Immer wieder beteuert die BOB Besserung.

wei/kmm

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