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Der Kesselweg ist für den Verkehr gesperrt. Aber es gibt Ausnahmen.

Gemeinderat reagiert auf Gespräch mit Waldbauern

Es bleibt bei 150 Fahrtickets zur Sigriz-Alm

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Der Kesselweg ist für motorisierte Fahrzeuge gesperrt. Aber es gibt Ausnahmen. Um den Weg zur Sigriz-Alm zu erleichtern, erteilt die Gemeinde Waakirchen Fahrtberechtigungen. Die waren nun Thema im Gemeinderat.

Waakirchen– Der Mittwochstreff auf der Sigrizalm ist legendär. Und nicht nur der: Die Alm ist das Zuhause des 1500 Mitglieder starken Waakirchner Alpenvereins und beliebter Anlaufpunkt für Wanderer. „Für die Mitglieder des Vereins ist dieSigriz Lebensmittelpunkt“, erläutert der Vorsitzende Alois Grabmair in einem Brief, den Bürgermeister Sepp Hartl im Waakirchner Gemeinderat verlas. Auslöser des Schreibens war die Angst, die Zufahrtsberechtigung über den Kesselweg zu verlieren. Denn dann, so Grabmair, könnten eine ganze Reihe von Veranstaltungen nicht mehr stattfinden. Doch dies wird nicht geschehen: Der Gemeinderat ist sich einig, dass der – für den allgemeinen Verkehr gesperrte – Weg auch künftig von Mitgliedern des Alpenvereins genutzt werden darf. Allerdings bleibt die Zahl der Fahrtberechtigungen auf 150 begrenzt.

Auslöser der Debatte war ein Gespräch mit Waldbauern. Sie hatten sich an die Gemeinde gewandt, weil sie haftungsrechtliche Probleme fürchten. Ihre Sorge: Fällt ein Ast aufs Auto, müssen am Ende die Waldbesitzer für den Schaden aufkommen. „Die Waldbauern bezweifeln, dass die Gemeinde überhaupt Fahrtberechtigungen ausstellen darf“, erklärte Geschäftsleiter Markus Liebl im Gemeinderat. Doch Zweifel und Sorge sind ihm zufolge unbegründet. Der Kesselweg sei öffentlich gewidmet, weshalb auch eine öffentliche Nutzung zulässig sei.

Ein Punkt, über den schon viel diskutiert wurde. Vor allem in Verbindung mit der Wegsanierung im Jahr 2013. Die Kosten in Höhe von 200 000 Euro wurden zu einem Drittel von den 106 beteiligten Waldbesitzern und zu zwei Dritteln vom Freistaat Bayern getragen. Viele Waldbesitzer hatten mehrere hundert bis einige tausend Euro zu zahlen.

Vor der Sanierung hatte die Gemeinde 220 Fahrtberechtigungen für den Kesselweg bewilligt. Per Beschluss entschied das Gremium nach der Sanierung, die Zahl auf 150 zu senken. Aktuell ist dieses Kontingent gar nicht ausgeschöpft: Es sind derzeit 140 Fahrtberechtigungen ausgestellt. Allerdings haben manche Berechtigte ein Vielzahl von Kennzeichen auf dem Schein notieren lassen.

Letzteres geht künftig nicht mehr. Auf der Berechtigung dürfen maximal zwei Kennzeichen vermerkt sein. Zudem will Hartl künftig die nahe der Alm abgestellten Fahrzeuge von der kommunalen Verkehrsüberwachung kontrollieren lassen. Der Berechtigungsschein muss unter der Windschutzscheibe liegen – sonst wird eine Strafe fällig.

Grundsätzlich stellte der Gemeinderat die Nutzung des Kesselwegs nicht in Frage. „Forststraßen werden mit öffentlichem Geld gefördert und sollten der Öffentlichkeit auch zur Verfügung stehen“, meinte Rudi Reber (ABV).

Die Waldbesitzer müssten keine Regressforderungen befürchten, stellte sein Fraktionskollege Balthasar Brandhofer klar: „Jeder muss damit rechnen, dass von einem Baum mal ein Ast runterfällt.“ Dies gehe auch aus Urteilen hervor.

Ohnehin, da war man sich im Gremium einig, zieht dieses Argument in Bezug auf die Fahrtberechtigungen kaum. Wanderer und Mountainbiker, die auf dem Kesselweg in großer Zahl unterwegs sind, wären durch herabfallende Äste viel stärker gefährdet.

Ausgestellt werden Fahrtberechtigungen nur für Mitglieder des Waakirchner Alpenvereins und Waakirchner Bürger. Sie gelten jeweils drei Jahre lang. Bei Sonderveranstaltungen auf der Hütte können zudem Tagestickets gelöst werden. Sie sind im Rathaus zu haben.

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