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Achtung, Lebensgefahr! Leonhard Bendel (r.) sowie Stefan Berner (l.) vom Forstbetrieb und Alexander Mayr von der Waldbesitzervereinigung hoffen auf das Verständnis der Freizeitsportler. 

Er ist selbst begeisterter Radler

Forstwirt an Mountainbiker: Bitte haltet euch an unsere Regeln

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Beide Forstwege zur Sigrizalm sind wegen Forstarbeiten vorübergehend gesperrt. Vielen Freizeitsportlern dürfte das ein Dorn im Auge sein – zu Unrecht sagt Waldbesitzer Leonhard Bendel.

Bad Wiessee/Marienstein – Den einen dient der Wald zur Naherholung, für die anderen ist er Einnahmequelle. Leonhard Bendel aus Waakirchen kann beide Seiten verstehen – er ist Waldbesitzer und leidenschaftlicher Mountainbiker. Der 32-Jährige will Aufklärungsarbeit leisten. Aus aktuellem Anlass.

Wohl wegen Sperrung: Unbekannte haben die Windschutzscheibe eines Forstfahrzeugs eingeworfen

Wie berichtet, sind sowohl der alte Forstweg von Bad Wiessee als auch der ausgebaute Forstweg von Marienstein hinauf zur Sigrizalm wegen Forstarbeiten vorübergehend gesperrt. Bei vielen stößt das auf Unverständnis. „Das war jetzt schon ein paarmal so, wenn wir Bäume gefällt haben“, sagt der Forstwirt. „Das wird einfach nicht gerne gesehen.“ Sogar die Windschutzscheibe eines Forstfahrzeugs hätten Unbekannte bereits eingeworfen. Es steht die Frage im Raum: Kann man den Wald nicht einfach so lassen, wie er ist?

Die Verjüngung beschleunigt den natürlichen Prozess im Wald

Nein, sagt Bendel. Hierzulande sei die Forstwirtschaft eine nachhaltige Bewirtschaftungsform – anders als beispielsweise in Alaska oder Kanada, wo ohne Rücksicht auf mögliche Folgen großflächig gerodet werde. Durch die Entnahme einzelner älterer Bäume werde Platz und Zugang zum Sonnenlicht geschaffen für neue Bäume. Das Ergebnis sei ein Wald mit Bäumen unterschiedlichen Alters und verschiedener Größen – quasi ein Mehrgenerationenwald. „Je mehr Schichtung, desto besser“, sagt Bendel. Die Verjüngung beschleunigt den natürlichen Prozess im Wald. Einen positiven Effekt birgt dies auch für den Waldbesitzer – in finanzieller Hinsicht. „Holz ist ein interessanter Rohstoff“, sagt Bendel.

Waldbesitzer müssen beim Fällen von Bäumen sich an strenge Auflagen halten  

Dass das Fällen der Bäume nicht nur Vorteile, sondern auch Gefahren birgt, dürfte spätestens seit dem Vorfall in Icking klar sein, bei dem kürzlich eine Radfahrerin von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt wurde. Entsprechend streng sind die Auflagen, die der Gesetzgeber dem Waldbesitzer vorschreibt. So muss die entsprechende Fläche nicht nur großflächig abgesperrt, sondern auch von menschlichen Posten gesichert werden. Für Bendel kaum darstellbar, schließlich unterliege man einem gewissen Kostendruck.

„Manche spazieren einfach durch und sagen sich: Geht schon, ich passe ja auf“

Umso wichtiger sei es, dass sich Fußgänger und Mountainbiker an die Absperrungen halten. Die Praxis sieht aber oft ganz anders aus. „Manche spazieren einfach durch und sagen sich: Geht schon, ich passe ja auf.“ Und sind sich dabei der Gefahren nicht bewusst. Sie setzen nämlich nicht nur ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, sondern bringen auch den Waldbesitzer in eine missliche Lage. „Wenn etwas passiert, dann hast du als Eigentümer immer eine Teilschuld.“

„Man sollte sich vor Augen führen, dass der Wald das Eigentum von jemand anderem ist“

Überhaupt, so Bendel, dienen die Forstwege in erster Linie der Waldnutzung. Nur dadurch sei es möglich, das Wegenetz zu erhalten. Aufgrund des Wegerechts spreche zwar grundsätzlich nichts dagegen, dass Radfahrer die Forstwege nutzen. „Man sollte sich aber vor Augen führen, dass der Wald das Eigentum von jemand anderem ist und sich dementsprechend respektvoll verhalten.“ Und nicht abseits der Wege mitten durch den Bestand fahren. Das stifte Unruhe in der Tierwelt, was beispielsweise den bedrohten Auerhahn schädigen könnte. „Von den Wegen halten sich die Tiere erfahrungsgemäß sowieso fern.“

„Ich würde selber gerne mehr Trails fahren“

Einfach nur schimpfen will Bendel aber nicht – er setzt auf Aufklärung und sucht den Dialog. Auch, weil er die Freizeitsportler gut verstehen kann. „Ich würde selber gerne mehr Trails fahren.“ Eine Lösung könnte sein, im Tegernseer Tal eine entsprechende Strecke auszuweisen. „Ich könnte da auch etwas zur Verfügung stellen.“

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