+
Glückwunsch zur Fusion: Bürgermeister Sepp Hartl (stehend, mit Mikrofon) begrüßt den Zusammenschluss der Trachtenvereine.

Fusion geglückt

Waakirchner und Hauserdörfler Trachtler sind jetzt eins

Die Fusion der Trachtenvereine Waakirchen und Hauserdörfl ist geglückt. Beide stimmten in ihren Hauptversammlungen für den Zusammenschluss.

Waakirchen Beim Waakirchner Trachtenverein Schmied von Kochel stockte einigen der Atem, als die mühsam ausgehandelte Fusion mit den Bodenschneid-Trachtlern kurz vor dem Ziel auf der Kippe zu stehen schien: 17 Mitglieder hoben in der letzten Hauptversammlung die Hand für eine schriftliche Abstimmung über Verschmelzungsvertrag und neue Satzung, und die Mehrheit gab dem nach. 

Eine Einladung an andere Mitglieder, somit diskret die nötige Dreiviertelmehrheit zu verhindern? Doch Vorsitzender Roland Kostkan konnte sichtlich erleichtert im überfüllten Christlwirt das Ergebnis verkünden: 84 Zettel mit Ja für den Verschmelzungsvertrag, 16 mit Nein und zwei Enthaltungen. Bei der neuen Satzung hieß es 88:11:3. 

Im gut besuchten Bodenschneid-Trachtenheim, bei den Hauserdörflern um ihren Vorsitzenden Hans Willberger also, war der gemeinsame Neubeginn am Abend zuvor mit jeweils 55 Stimmen per Akklamation einmütig gutgeheißen worden. In eineinhalb Stunden waren dort die üblichen Regularien, Ehrungen sowie Fusionsformalien erledigt. „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber in gelöster Stimmung“, beschrieb Bodenschneid-Schriftführer Andreas Helminger den reibungslosen Verlauf in Hauserdörfl.

Wie 46 andere ist Helminger in beiden Trachtenvereinen dabei. Dank dieser Doppelmitgliedschaften, aber auch beim gemeinsamem Ausrücken und einträchtigen Theaterspiel, wuchsen die Vereine in den vergangenen Jahren zusammen. Keine Selbstverständlichkeit, denn die 1919 und 1920 gegründeten Gruppierungen hatten mit den Waakirchner Bauern und Handwerkern sowie den Hauserdörfler Bergleuten recht unterschiedliche Wurzeln. Daher hatte sich die von den Nazis erzwungene Verbindung der Vereine nach 1945 schnell wieder gelöst.

Die 79-jährige Maria Lexa spürte noch die Animositäten, als sie sich 1952 als Bodenschneidlerin den Waakirchnern anschloss. „Aber hier habe ich halt günstig ein Miedergewand bekommen“, erzählte sie – und nach ihrem Schwarzweißfoto zu beurteilen zudem ein sehr fesches.

Umso erfreulicher fand es Bürgermeister Sepp Hartl, dass Schmied von Kochel und Bodenschneid nun eine starke Gemeinschaft bilden. „Ein Vorbild für andere Vereine,“ sagte er. „Die Waakirchner machen eine unheimlich gute Jugendarbeit, und in Hauserdörfl trifft sich die Bevölkerung im Trachtenheim.“ Mit der Fusion werden also Mängel beseitigt. Nur der neue Name wird wohl nicht allen Mitgliedern gleich von Anfang an so locker von der Zunge springen: Heimat- und Volkstrachtenverein Schmied von Kochel & Bodenschneid Waakirchen-Hauserdörfl. Aber vielleicht gibt‘s ja bald eine Abkürzung.

Bis die erste und außerordentliche Hauptversammlung des neuen Vereins mit Vorstandsneuwahlen stattfinden kann, werden ein paar Monate vergehen, in denen die beiden Gruppen separat weiterbestehen. Ein Übergangsvorstand für den neuen Bund während der Prüfungen beim Vereinsregister ist nicht erforderlich, wie Notar Philipp Hruschka informierte. Beide Gremien sind für 2017 gewählt. Kostkan zeigte sich zuversichtlich, dass die Trachtler neu formiert und schlagkräftig in die Zukunft „der nächsten zwei, drei Generationen“ blicken können. „Mit über 500 Leuten“, sagte er, „rührt sich was.“

Gudula Beyse

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Majestätischer Aufmarsch zur Eröffnung
Mit majestätischen Bläserklängen ist am Donnerstagabend die 45. Tegernseer Woche eröffnet worden. Die Chiemgauer Bläsergruppe Rupertiblech führte das Publikum zurück in …
Majestätischer Aufmarsch zur Eröffnung
Kindergarten soll zwölf Monate im Jahr offen haben
Eigentlich bat der Kindergarten in Bad Wiessee nur um einen Zuschuss. Doch den Antrag nahm der Gemeinderat zum Anlass, um einen Wunsch loszuwerden. Es geht um die …
Kindergarten soll zwölf Monate im Jahr offen haben
Gemeinde will Holzfäller-Hütte wieder loswerden
Das Projekt „Zeiselbach Winterstube“ ist für Bad Wiessee gestorben. Die Gemeinde will den Pachtvertrag für die einstige Forstarbeiter-Hütte kündigen. Das Ende einer …
Gemeinde will Holzfäller-Hütte wieder loswerden
Ein Mal quer durch den See
Radfahren, Laufen, Segeln – in diesen Disziplinen ist der Tegernsee bereits präsent. Jetzt kommt das Langstreckenschwimmen.
Ein Mal quer durch den See

Kommentare