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Der Karabiner gehört bei den Gebirgsschützen dazu. Die Waffe dient der Brauchtumspflege, erfordert jedoch einen sorgsamen Umgang. Wie der aussehen muss, erklärt Martin Beilhack, Hauptmann der Waakirchner Gebirgsschützen-Kompanie, im Interview.

Interview mit Martin Beilhack

Nach Waffenfund bei Gebirgsschütze: Das sagt ein Hauptmann

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Waakirchen - Nachdem ein Gebirgsschütze aus dem Tegernseer Tal bei einer Polizeikontrolle mit einer Waffe im Auto erwischt wurde, stellt sich die Frage: Welche Vorgaben haben Gebirgsschützen in Sachen Waffen eigentlich?

Wenn an Heiligabend rund 600 Gebirgsschützen zum Gedenken an die Sendlinger Mordweihnacht in Waakirchen ausrücken, dann haben fast alle ihre Waffen dabei. Angesichts eines prekären Falls, der jetzt vor dem Amtsgericht Miesbach verhandelt wurde, haben wir uns mit dem Waakirchner Gebirgsschützen-Hauptmann Martin Beilhack über den Umgang mit Waffen und rechtliche Fragen unterhalten.

Herr Beilhack, hat denn jeder Gebirgsschütze beim Ausrücken eine Waffe dabei?

Normalerweise schon. Bis auf wenige Kompanien, die mit Vorderladern ausgestattet sind und einigen Gebirgsschützen, die Hieb- und Stichwaffen mit sich führen, gehört ein Karabiner 98 zu unserer Ausstattung, zur Brauchtumspflege. Er stammt noch aus Zeiten des Ersten Weltkriegs.

Darf jedes Mitglied diese Waffe tragen?

Man muss mindestens 18 Jahre alt sein, unter 25 Jahre muss man ein psychologisches Gutachten vorweisen, in dem steht, dass keine Anhaltspunkte für Alkohol- oder Drogenabhängigkeit sowie psychische Erkrankungen vorliegen. Man muss regelmäßig ausrücken und an Salutschießen teilnehmen. Dies müssen ich als Hauptmann und der Schützenmeister bestätigen und dann auch dem Landratsamt auf Nachfrage mitteilen. Außerdem muss ich bei jedem Ausrücken eine Genehmigung der Regierung von Oberbayern in der Joppe haben, dass wir Hieb- und Stichwaffen sowie Karabiner für Brauchtumszwecke mitführen dürfen. Vor allem aber muss man eine Sachkundeprüfung vorweisen.

Ist diese Prüfung schwer?

Nicht ganz leicht jedenfalls. Der Unterricht umfasst fünf mal zwei bis drei Stunden und wird von einem Berechtigten des Landratsamts durchgeführt.

Gibt’s Mitglieder, die ihre Waffe zurückgeben, weil ihnen das zu viel ist? 

Wir hatten mehrere, vor allem, als vor ein paar Jahren die Tresorpflicht für die Aufbewahrung eingeführt wurde. Die abgegebenen, wertvollen Stutzen werden leider verschrottet.

Wie sind die Anforderungen für verschlossene Waffen? 

Jedes Mitglied über 18 Jahre darf diese sogenannte Anscheinwaffe tragen, aber auch nur beim Ausrücken. Einem Normalbürger ist das untersagt.

Wie müssen die Waffen aufbewahrt werden?

Daheim, wie gesagt, in einem Waffentresor. Wer mit dem Auto unterwegs ist, muss das Gewehr in eine verschließbare Hülle oder einen verschlossenen Koffer packen. Die Waffe darf nicht zugriffsbereit mitgeführt werden.

Das hätte der Kamerad, der jetzt vor Gericht stand, wissen müssen. 

Ja, schon. Allerdings hat es sich um eine Schreckschusspistole gehandelt. Das ist etwas anderes. Der Fall hat nichts, aber gar nichts mit den Gebirgsschützen an sich zu tun, auch wenn der Mann Mitglied einer Kompanie ist.

Ist das Waffenrecht bei Ihren Versammlungen Thema?

Wir appellieren bei jeder Gelegenheit an die Kameraden, sorgsam mit der Waffe umzugehen. Da ist Verantwortung gefragt. Missbrauchsfälle sind mir in meiner über 50-jährigen Gebirgsschützenkarriere in unserer Region nicht bekannt. und außerdem: Wir rücken ohne Munition aus. 

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