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DerEntwurf : Der ursprünglich vorgesehene Bahnhaltepunkt ist verschwunden.. Die Häuser östlich der Erweiterungsfläche liegen im Mischgebiet. 

Runder Tisch am Donnerstag

Gegenwind fürs Gewerbegebiet Brunnenweg

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Das Ringen der Gemeinde Waakirchen ums Gewerbegebiet Brunnenweg ist noch nicht vorbei. Drei Anwohner haben über ihren Rechtsanwalt ein ganzes Bündel von Einwänden erhoben. Am Donnerstag gibt es einen Runden Tisch.

Waakirchen – Seite um Seite hatte Bauamtsleiter Christoph Marcher bei der Sitzung des Gemeinderates zu verlesen. Im Auftrag dreier Mandanten nahm der Münchner Rechtsanwalt Fabian Gerstner den Bebauungsplan für die Erweiterung des Gewerbegebiets am Brunnenweg auseinander. Es ging nicht nur um Details, sondern ums Grundsätzliche. Braucht die Gemeinde überhaupt neue Gewerbeflächen auf der grünen Wiese? Schließlich, so der Anwalt, gebe es bereits in Marienstein und Krottenthal Gewerbegebiete. Zudem habe die Firma Biolink, deren Erweiterungswünsche einst Auslöser der Planung waren, ihr Vorhaben wieder fallen gelassen. Der Jurist ließ keinen Zweifel daran, dass er Ansatzpunkte sieht, den Bebauungsplan zu Fall zu bringen: In seinem Schriftsatz war von Abwägungsfehlern, sogar von Abwägungsausfällen die Rede. Die Messer scheinen gewetzt.

„Ich bin erschüttert“, kommentierte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Es sei ein Glück, dass es der Gemeinde gelungen sei, die Herausnahme der Fläche – gut 50 000 Quadratmeter – aus dem Landschaftsschutzgebiet durchzusetzen. „Wir brauchen die Gewerbesteuer und die Arbeitsplätze.“ Ein Glücksfall auch, dass es der Gemeinde gelungen sei, sich die Fläche als Eigentümerin zu sichern. Damit hat sie selbst in der Hand, wer sich ansiedelt. Anders als in den Gewerbegebieten Krottenthal und Marienstein, die sich in Privatbesitz befinden. Ohnehin sind die Flächen dort nahezu ausgeschöpft. Ohne die Erweiterungsfläche am Brunnenweg, so Hartl, „hätten wir nichts“. Dabei habe auch Biolink wieder lebhaftes Interesse am Standort Waakirchen.

Robert Englmann (CSU) empfahl eine sachliche Betrachtung. Es sei das gute Recht Betroffener, Einwände vorzubringen. Helfen könne ein Runder Tisch. „Das hat ja bei Hoppebräu gut funktioniert.“ Wie berichtet, löste auch der geplante Bau einer Brauerei am Ortsrand Anwohnerproteste aus. Mit Englmann als Mediator gelang bei Verhandlungen ein Kompromiss.

Dass auch in diesem Fall Gespräche helfen könnten, ist im Rathaus längst klar. Ein erster Runder Tisch hat schon vor einem guten halben Jahr stattgefunden. „Und jetzt kommen trotzdem so große Einwendungen“, grollte Hartl. Ein zweites Treffen ist anberaumt. Es findet am heutigen Donnerstag statt. Andreas Hagleitner (FWG) ist überzeugt, dass sich alles bereinigen lässt: „Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.“

Tatsächlich scheinen die größten Kritikpunkte abgehakt. So denkt Georg Obermüller derzeit nicht an eine Klage. Ihm gehört ein landwirtschaftliches Anwesen am Bahnweg, in direkter Nachbarschaft des Gewerbegebiets. Gemeinsam mit zwei anderen Betroffenen, die am Brunnenweg wohnen, hat er Rechtsanwalt Gerstner beauftragt. In erster Linie, um einen ursprünglich skizzierten Bahn-Haltepunkt nahe seines Hauses zu verhindern. Diesen Haltepunkt hat die Gemeinde inzwischen aus dem Bebauungsplan gestrichen. „Was uns betrifft, ist das Ziel erreicht“, meint Obermüller.

Auch für die Anwohner am Brunnenweg hat sich die Situation schon geändert. Dass dem so ist, liegt nicht ganz in der Absicht der Gemeinde. „Es war ein Verwaltungsfehler“, räumte Rudi Reber (ABV) offen ein. Denn eigentlich wollte die Gemeinde den gesamten Bereich am Brunnenweg zum Gewerbegebiet machen. Heißt: Wohnen ist nur sehr eingeschränkt erlaubt. Tatsächlich befinden sich in den bisher entstandenen Häusern viele Wohnungen. Und es existiert auch eine Satzung: Der Bereich ist Mischgebiet. Dort sind Wohnungen zulässig – und müssen auch vor Lärm geschützt sein. Dass diese Satzung existiere, so Reber, habe der Gemeinderat nicht gewusst. Die Anwohner können sich freuen: Ihr Ziel – kein Gewerbegebiet – ist erreicht.

Die Gemeinde hingegen musste ihren Fehler büßen. Ein zweites Lärmschutzgutachten war fällig und auch eine Planänderung. Zum Schutz der Häuser rückte die Erschließungsstraße ein Stück nach Süden. Ob der Entwurf akzeptiert wird, wird sich beim Runden am Donnerstag Tisch zeigen.

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