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Weit fortgeschritten ist der Bau der neuen Mehrfamilienhäuser in Kammerloh. Ein letzter Versuch, eine Genehmigung für Quergiebel zu bekommen, ist gescheitert.

Waakirchen lehnt Antrag von Bauunternehmer Hiergeist ab

Gemeinde will klare Linie - und keine Quergiebel

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Waakirchen - Auch der letzte Versuch blieb erfolglos.  Mit 8:12 Stimmen lehnte der Waakirchner Gemeinderat den Wunsch von Bauunternehmer Sebastian Hiergeist ab, Quergiebel einziehen zu dürfen.

Beantragt waren Quergiebel. Tatsächlich ging es vor allem ums Prinzip. Mit 8:12 Stimmen lehnte der Waakirchner Gemeinderat den Wunsch von Bauunternehmer Sebastian Hiergeist ab, Quergiebel in zwei von drei neuen Häusern einziehen zu dürfen. Nicht zum ersten Mal. Wie berichtet, hat Hiergeist eben diesen Antrag schon mehrfach gestellt. 

Unterdessen ist der Bau der drei großen Mehrfamilienhäuser neben dem Gewerbegebiet in Oberkammerloh schon weit gediehen. 20 Wohnungen, zwei Büros und eine Tiefgarage mit 34 Stellplätzen erstellt Hiergeists Firma Hiwo Wohnbau dort. Laut Bebauungsplan sind Quergiebel nicht zulässig. Und ändern wolle die Gemeinde den Plan nicht, machte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) im Gemeinderat klar. Da half es auch nichts, dass Hiergeist in einem Schreiben daran erinnerte, dass der Gemeinderat in Schaftlach bei ähnlichen Baukörpern zwei Quergiebel genehmigt habe. Darum wolle er noch einmal einen Versuch starten, den künftigen Nutzern der Räume „ein vernünftiges Wohnen und Arbeiten“ zu ermöglichen, legt Hiergeist in dem Schreiben dar. Das Verständnis für die Notwendigkeit habe die Gemeinde bei der Mehrzahl anderer Bauvorhaben gezeigt, merkt Hiergeist noch an. 

So sehr Hartl auch darauf pochte, vom Bebauungsplan nicht abzurücken, so vehement machte sich Vize-Bürgermeister Erwin Welzmiller (CSU) für die Genehmigung stark. Die Quergiebel gefielen ihm besser als die genehmigte Lösung, führte Welzmiller an. Er verstehe auch nicht, warum der Gemeinderat just diesen Bebauungsplan nicht ändern wolle. „Der Bebauungsplan Waakirchen Ort wurde 65 Mal geändert, bis wir ihn dann aufgehoben haben“, erklärte Welzmiller. Für das Gewerbegebiet Brunnenweg werde der Flächennutzungsplan geändert. Der Fall Hiergeist sei offenkundig eine politische Entscheidung. Auch sein Fraktionskollege Robert Englmann wünschte sich mehr Flexibilität. 

Die beantragten Giebel seien optisch gefällig, es lasse sich kein architektonischer Wildwuchs erkennen. Er sehe keinen Sinn daran, am Bebauungsplan festzuhalten. Eben dies meinte auch der Dritte Bürgermeister Rudi Reber (ABV). Die Giebel könne man unmöglich als Bausünde betrachten: „Da haben wir schon ganz andere Sachen befürwortet.“ Die Mehrheit des Gremiums jedoch mochte von den Vorgaben nicht abrücken. Warum, das machte Monika Marstaller (FWG) deutlich. Hiergeist habe denselben Antrag vier oder fünf Mal gestellt, erinnerte sie. 

Wenn der Gemeinderat jetzt umschwenke, gebe er ein falsches Signal. „Da wird es dann heißen, man muss den Antrag nur oft genug stellen, dann wird er schon befürwortet“, meinte Marstaller. Einen Präzendenzfall dürfe der Gemeinderat aber keineswegs schaffen.

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