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Präsentierten der Presse und den Gästen stolz die beiden Gemeindehäuser: (v.l.) CSU-Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Bürgermeister Sepp Hartl, Andreas Hagleitner vom Kommunalunternehmen und Landrat Wolfgang Rzehak.

Gemeindehäuser am Buchkogel eingeweiht

Viel Lob für Schaftlacher Vorzeige-Projekt

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Schaftlach - Ihre beiden neuen Gemeindehäuser am Buchkogel in Schaftlach hat die Gemeinde Waakirchen am Freitag eingeweiht. Der Landrat sprach von einem Projekt mit Vorbildcharakter für ganz Bayern.

Innerhalb von nur viereinhalb Monaten sind die beiden Wohnhäuser in stabiler Ziegelbauweise in Schaftlach – angrenzend zum Friedhof – aus dem Boden gewachsen. Zunächst sollen Asylbewerber darin unterkommen. Die Idee dazu ist aus der Not heraus entstanden. Die Alternative wäre ein 65 Meter langer Container-Riegel gewesen, den das Landratsamt an dieser Stelle geplant hatte. Die Gemeinde zog die Reißleine – und brachte mitsamt Gründung eines Kommunalunternehmens (KU) den Bau der Gemeindehäuser auf den Weg.

Zehn Jahre lang sollen dort bis zu 32 Asylbewerber unterkommen, danach stehen die acht Wohnungen Einheimischen zur Verfügung. „Diese Restnutzung ist für uns das Entscheidende“, sagte am Freitag KU-Vorsitzender Andreas Hagleitner. „Nachhaltigkeit“ – dieser Begriff wurde bei der Einweihung mehrfach zitiert.

In den Wohnräumen stehen bereits Metallbetten, Spinde und kleine Tische für die Flüchtlinge bereit. Immer vier Asylbewerber teilen sich eine Wohnung.

Vorerst aber werden Flüchtlinge die Gebäude beziehen. Pro Wohnung können vier Asylsuchende untergebracht werden. Mieter ist der Freistaat, das Landratsamt Miesbach hat die Wohnungen bereits fertig möbliert. Je zwei Metallbetten und Spinde stehen in den Wohnräumen bereit, eine Gemeinschaftsküche mit Campingplatz-Flair wurde eingebaut, die teils behindertengerechten Bäder sind schon voll nutzbar. Bereits am Montag, so kündigte Landrat Wolfgang Rzehak an, werden die ersten Flüchtlinge in die 50-Quadratmeter-Wohnungen einziehen.

„Frauen und Familien mit Kindern haben oberste Priorität“, sagte Rzehak. Den Platz wird man brauchen. Schließlich sollen die Traglufthallen in Holzkirchen und Rottach-Egern Anfang 2017 abgebaut werden.

Gut eine Million Euro hat die Gemeinde in den Bau der Schaftlacher Häuser investiert. Das mag auf den ersten Blick viel erscheinen, räumte Hagleitner ein. Doch im Vergleich mit den Kosten einer Traglufthalle relativiere sich die Summe, meinte der Landrat. Allein die Notunterkunft in Holzkirchen verschlingt 1,1 Millionen Euro Miete pro Jahr. Und im Gegensatz dazu werde die Gemeinde von den beiden Häusern die nächsten 30 bis 40 Jahre profitieren, hieß es übereinstimmend.

Wenn der Vertrag mit dem Freistaat nach zehn Jahren ausgelaufen ist, können die Wohnungen problemlos für private Mieter umgenutzt werden. Die Wohnungen sind relativ hochwertig mit Fliesen- und Vinyl-Böden ausgestattet, teils sogar rollstuhlfahrergerecht. Für die Flüchtlinge, die meist aus Hallen kommen, paradiesische Zustände. In diesem Sinne betonte Bürgermeister Sepp Hartl am Rande der Einweihung: „Integration beginnt da, wo man sich wohlfühlt.“

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