+
Eine Wiese soll dieses Grundstück am Ortsrand von Piesenkam auch künftig bleiben. Der Gemeinderat hat eine Bebauung zum wieder holten Male abgelehnt.

Auch Einheimischen-Programm hat hier keine Chance

Wiese am Ortsrand: Es bleibt beim Nein zur Bebauung

  • schließen

Der Waakirchner Gemeinderat will keine Bebauung auf der grünen Wiese am Piesenkamer Ortsrand. Da half auch das Angebot des Eigentümers nicht, einen Großteil der Fläche für ein Einheimischen-Programm abzutreten.

Waakirchen –Das Angebot des Piesenkamers Anton Strein jun. klingt verlockend: Zwei Drittel seiner Wiese am Professor-Schlösser-Weg will er für ein Einheimischen-Programm zur Verfügung stellen. Ein Drittel behält er selbst, als Bauland. Das entspricht dem Waakirchner Vertrag, mit dem die Gemeinde Einheimischen zu bezahlbaren Grundstücken verhelfen will. Im Gemeinderat wurde Streins Offerte aber kühl abgeschmettert.

Zu oft schon hat sich das Gremium mit der Fläche befasst, die Strein jun. von seinen Eltern bekommen hat. Sie liegt im Außenbereich, die Ausweisung als Bauland kommt nach Überzeugung der Gemeinde nicht in Frage. „Wir können doch da nicht einfach eine Nase rausbauen“, meint Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Auch das Landratsamt Miesbach würde einer Bebauung sicher nicht zustimmen.

Um zu verdeutlichen, dass eine Bebauung an dieser Stelle ein „Ding der Unmöglichkeit“ sei, bat Günther Jeske (FWG) im Gemeinderat darum, die Umrisse der Planung zu zeigen. Es geht um den Piesenkamer Ortsrand. Beantragt war eine Änderung des Flächennutzungsplans. Würde sie befürwortet, wäre aus Sicht des Waakirchner Gemeinderates die Harmonie des Ortsbilds empfindlich gestört.

Anton Strein jun. sucht schon lange nach einer Verwendung für seine Wiese. „Das geht schon seit zehn Jahren“, meint er. Alle Versuche, auf der Fläche Häuser bauen zu dürfen, scheiterten an der Lage im Außenbereich. Vor vier Jahren wollte Strein auf dem 14.000 Quadratmeter großen Grundstück eine Photovoltaik-Anlage platzieren. Doch auch dies wurde nicht bewilligt. Später bekundete er die Absicht, mit Hilfe eines Investors Häuser für Asylbewerber zu errichten. Als dies abgelehnt wurde, brachte er den Bau von Sozialwohnungen ins Gespräch. Vergeblich.

Der neue Vorschlag – Bebauung nach dem Waakirchner Modell – bedeute ja fast keine Veränderung, meinte Hartl im Gemeinderat. Anton Strein, der als Zuhörer dabei war, fühlte sich „schnell abgekanzelt“. Statt alte Geschichten aufzuwärmen, hätte der Gemeinderat allen Grund gehabt, sich mit dem aktuellen Antrag zu befassen, findet Strein. Schließlich gebe es viele Einheimische, die nach Bauland suchen. „Es haben schon manche bei mir angerufen“, berichtet er. Es gehe auch nur um eine Fläche von 3000 Quadratmetern. Und schließlich ändere die Gemeinde den Flächennutzungsplan gerade laufend. Für ihr Gewerbegebiet am Brunnenweg zum Beispiel oder für die Ansiedlung von Hoppebräu in Waakirchen.

Im Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplans geht es übrigens um zwei Flächen: die von Anton Strein jun. und die des Schaftlachers Johann Strein, der am Allerer einen Pferdehof betreibt. Die beiden Streins sind nicht miteinander verwandt. Er habe Anton Strein Flächen abgekauft, berichtet Johann Strein. Sein Angebot gleicht dem von Anton Strein. Er will vier Parzellen mit je 750 Quadratmetern Fläche ausgewiesen haben. Drei davon sollen an Einheimische gehen. „Ich will der Gemeinde nur helfen. Für mich selbst will ich nichts“, versichert Johann Strein. Weitere 5000 Quadratmeter hat er als Ausgleichsfläche für seinen Hof erworben.

Wie viel Häuser Anton Strein im Sinn hat, ist offen. Vier bis fünf hätten wohl Platz auf dem Grundstück, meint er. Hätten. Streins Antrag ist vom Tisch, was ihn enttäuscht: „Das wäre doch ein Projekt für die Gemeindebürger gewesen.“

jm

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bundestagswahl von Miesbach bis Tegernsee - Alle Ereignisse und Ergebnisse im Live-Ticker
Wann gibt‘s die ersten Ergebnisse in den Gemeinden Miesbach, Tegernsee und Holzkirchen? Wie haben unsere Wähler abgestimmt? Was sagen die Kandidaten und Parteien? Alle …
Bundestagswahl von Miesbach bis Tegernsee - Alle Ereignisse und Ergebnisse im Live-Ticker
Ein Fazit zur Bundestagswahl: AfD-Ergebnis trübt Radwans Freude
Der Jubel fiel verhalten aus: Zwar hat Alexander Radwan (CSU) das Direktmandat im Stimmkreis souverän gewonnen, das bundesweite Abschneiden der Union drückte jedoch …
Ein Fazit zur Bundestagswahl: AfD-Ergebnis trübt Radwans Freude
Erstwähler: Auf der Zielgeraden 18 geworden
Hannah und Jakob Voß aus Bad Wiessee sind die wohl jüngsten Erstwähler ihrer Heimatgemeinde. Quasi auf der Zielgeraden sind sie 18 geworden. Dass sie zum Wählen gehen …
Erstwähler: Auf der Zielgeraden 18 geworden
Fürs Rettungszentrum: Bad Wiessee spendet 20.000 Euro
Die Gemeinde Bad Wiessee will den Wiederaufbau des Rettungszentrums unterstützen. Der Gemeinderat sollte daher über einen 10.000-Euro-Zuschuss abstimmen. Am Ende wurde …
Fürs Rettungszentrum: Bad Wiessee spendet 20.000 Euro

Kommentare