Neu Kindergarten Schaftlach

Zu heiß, zu laut, zu teuer: Debatten über Holzbauweise

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Wie soll er werden, der neue Kindergarten in Schaftlach? So ganz einig ist sich der Waakirchner Gemeinderat darüber nicht.

Waakirchen– Mit Volldampf treibt der Waakirchner Gemeinderat den Bau des neuen Kindergartens in Schaftlach voran. Einstimmig brachte das Gremium jetzt den Bebauungsplan auf den Weg. Wie berichtet, ist ein Neubau neben dem bestehenden Kindergarten vorgesehen. Er bietet Platz für 75 Kinder. Zudem steigt die Kapazität der Kinderkrippe von bisher 24 auf 48 Plätze. Die Bauarbeiten sollen im kommenden Frühjahr beginnen, Ende 2018 ist mit der Eröffnung zu rechnen. Einer ersten Schätzung zufolge belaufen sich die Kosten auf 2 bis 2,5 Millionen Euro.

Der grundsätzliche Fahrplan stand im Gemeinderat nicht zur Diskussion, wohl aber die Bauweise. Letztlich entschied das Gremium, drei denkbare Varianten auszuschreiben: Massivbau, Holzbau und eine Mischform. So könnte das Erdgeschoss gemauert und mit einer Betondecke versehen werden, das Obergeschoss aber in Holz gefertigt werden.

Die Idee, sich für einen Holzbau zu entscheiden, hatte Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). „Wir haben eine Vorbildfunktion“, meinte er. Die Verwendung von Holz stärke heimische Betriebe und fördere die Nutzung des regionalen Rohstoffs. Viele seien auch vom Raumklima begeistert.

Eben dies zog Gisela Hölscher (FWG) in Zweifel. Beim Grünen Zentrum in Holzkirchen zeige sich, dass bei höheren Temperaturen das Raumklima nicht angenehm sei. Die Mitarbeiter dort hätten unter der Hitze zu leiden. Ein Einwand, den sowohl Andreas Hagleitner als auch Norbert Kerkel (beide FWG) nicht gelten lassen wollten. Im Holzkirchner Grünen Zentrum gebe es keine Vordächer, einiges sei baulich nicht optimal gelöst. Bei anderen Holzbauten träten diese Probleme nicht auf.

Architekt Michael Mair hingegen ist ein Fan des Massivbaus. Ein Holzbau passe auch optisch nicht zum benachbarten Kindergarten, führte er an. Abhilfe könnte eine gemeinsame Holzfassade schaffen. Überhaupt komme ein Holzbau teurer. „Etwa 15 Prozent“, meinte Mair. Ein echtes Problem sei der Schallschutz. Eine Betondecke schlucke den Trittschall der vielen kleinen Kinderfüße besser als eine Holzdecke.

„Und die Kinder laufen ja den ganzen Tag“, meinte Monika Marstaller (FWG). Das ganze Gebäude in Holz auszuführen, komme deshalb nicht in Frage. Dieser Meinung war auch Gwenny Kalch (SPD): „Wenn oben 50 Kinder rumturnen, werden die Kinder unten doch irr.“

Auch die höheren Kosten waren für einige Gemeinderäte entscheidend. „Wir müssen auf die Steuergelder schauen“, machte Rudi Reber (ABV) klar. Schließlich handle es sich um einen Zweckbau. Auch Alfred Finger (CSU) wollte sich bei Mehrkosten von 15 Prozent lieber für den günstigeren Massivbau entscheiden.

Hartl neigte in der Diskussion dem Kompromiss zu, das Erdgeschoss massiv zu bauen und mit einer Betondecke zu versehen, das Obergeschoss aber in Holzbauweise zu errichten. Die Mehrkosten lägen dann bei vielleicht fünf Prozent. Dies dürfte doch kein Thema sein. „Immer reden wir von Holz und wie wichtig es ist, das heimische Handwerk zu unterstützen“, erinnerte Hartl. Da dürfe es wegen ein paar Prozent Mehrkosten doch kein Umschwenken geben.

Zu einem Ergebnis führte die Debatte nicht. Darum der Beschluss, alle Varianten auszuschreiben. Die Entscheidung eilt nicht: Im laufenden Bebauungsplanverfahren ist die Art der Bauweise noch kein Thema. 

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