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Balthasar Brandhofer

Kommunalwahl 2020 

Gemeinsame Liste steht für Risiko: Brandhofer zieht Antrag auf Einheitsliste zurück

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Der Waakirchner Balthasar Brandhofer wollte im Gemeinderat keine Parteien mehr. Trotzdem hat er seinen Antrag, eine gemeinsame Liste für die Kommunalwahl 2020 zu bilden, zurückgezogen.  

Waakirchen – Im Gemeinderat braucht’s eigentlich keine Parteien, findet Balthasar Brandhofer. Er sitzt aktuell für die ABV im Waakirchner Gremium und hatte einen Antrag zur Kommunalwahl 2020 eingereicht: In Waakirchen soll es eine gemeinsame Liste für alle Kandidaten geben. Doch jetzt zog Brandhofer seinen Antrag zurück.

Dies deshalb, weil es nicht Sache des Gemeinderats und auch nicht der Verwaltung ist, über den Verzicht auf Wahlvorschläge von Parteien oder Organisationen zu befinden. „Es ist Sache der Wahlvorschlagsträger, sich zu einigen“, erklärte Gemeinde-Geschäftsleiter Markus Liebl. Eingereicht werden können Listen auch kurzfristig bis zum 52. Tag vor der Kommunalwahl. Heißt: Es besteht immer die Möglichkeit, dass eine einzelne Partei oder auch eine neu gegründete Gruppierung im letzten Moment eine Liste einreicht. „Dann kann man die gemeinsame Liste vergessen“, erläuterte Liebl.

Kommunalwahl 2020 in Waakirchen: Gemeinderat kann über gemeinsame Liste nicht entscheiden

Angesichts der Rechtslage sah Brandhofer keinen Sinn mehr in einem Antrag an den Gemeinderat. „Er könnte allenfalls einen Empfehlungsbeschluss aussprechen“, berichtete Brandhofer von einem Gespräch mit der Kommunalaufsicht. Thema im Gemeinderat war Brandhofers Antrag schon im August gewesen. In seiner Abwesenheit übrigens: Nach einer Handverletzung war der Landwirt in Reha. Von der Diskussion hatte er in unserer Zeitung gelesen. „Da habe ich mich fast ein bisschen amüsiert“, ließ er seine Kollegen am Ratstisch jetzt wissen. Seinen Blick richtete er auf Andreas Hagleitner (FWG). Der hatte sich im August über Brandhofers Antrag gewundert. Für „den Hausl“ wäre eine gemeinsame Liste bei der Kommunalwahl 2014 nicht zielführend gewesen, behauptete Hagleitner. Denn dann wäre Brandhofer gar nicht ins Gremium eingezogen.

Eine Aussage, die Brandhofer nicht auf sich sitzen ließ. „Den Bürgermeister rausgerechnet, wäre ich als 19. Gemeinderat reingekommen“, erklärte er. Das wolle er schon noch klarstellen, zumal diese Aussage ja aus einer bestimmten Fraktion komme. „Da haben ein paar Leute versucht, mich trockenzulegen, was Gottseidank nicht funktioniert hat.“

Brandhofer spielte damit auf den Umstand an, dass er bis 2014 als Vertreter der Freien Wähler am Waakirchner Ratstisch saß. Die FWG stellte Brandhofer, dem 2014 Ambitionen auf das Amt des Bürgermeisters nachgesagt wurden, jedoch kalt und gab ihm keinen Platz auf der Liste. Daraufhin wechselte Brandhofer zur ABV, wo er auf dem letzten Listenplatz kandidierte. Für die FW war Brandhofer 2013 auch als Landtagskandidat angetreten. 2018 kandidierte er als Vertreter der Bayernpartei für den Bezirkstag.


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