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Der Golfplatz wird von der Kreisstraße durchschnitten. Beim Stadel (Bildmitte) entsteht die Driving Range, gleich daneben ist ein öffentlicher Spielplatz vorgesehen. 

Platz in Piesenkam 

Golfer warten weiter auf Unterführung: Auf erste Ausschreibung folgt eine zweite 

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Drei Jahre liegt die Eröffnung des Golfplatzes in Piesenkam zurück. Was fehlt, ist die Unterführung der Kreisstraße, die den Platz durchschneidet. Und die Golfer brauchen weiter Geduld.

WaakirchenDie Idee, in Piesenkam einen Golfplatz zu schaffen, hatte Bürgermeister Sepp Hartl (FW) schon, als er sein Brot noch als Gärtner und Golfbetriebsmanager verdiente. Das war im Jahr 2000. Mit Karl-Heinz Krutz fand sich ein Investor für den Golfplatz, aber das liebste Kind des Bürgermeisters brauchte lange, um auf die Beine zu kommen. Und auch drei Jahre nach der Eröffnung ist die Anlage nicht komplett. Vor allem fehlt die Unterführung der MB 6. Zweimal pro Runde müssen die Golfer über die Straße. Ein Dauerthema, das Hartl jetzt endlich abhaken will. Im Gemeinderat berichtete er von einem Gespräch mit Krutz. Er habe klar gemacht, dass der Bau jetzt endlich erfolgen müsse, beteuerte Hartl. „Aber da hat mir der Herr Krutz Summen genannt, dass es mich vom Hocker gehauen hat.“ Von 500 000 Euro bis zu einer Million Euro sei die Rede gewesen. Er verstehe dies aber nicht, fügte Hartl hinzu. Es reiche doch, einen guten Viehtrieb zu schaffen, durch den die Golfer und ihre Wagen gerade so passen. Neben diesem Rat habe er Krutz Namen von Firmen gegeben, denen die Gemeinde oft Aufträge erteile. Diese Betriebe würden den Durchlass sicher günstiger schaffen. Krutz werde der Empfehlung nachkommen, erklärte Hartl: „So macht er das jetzt.“

Doch ganz so einfach liehen die Dinge nicht, wie Krutz auf Nachfrage erläutert. Gegen eine Verkleinerung der Unterführung hätten „die Damen“ Bedenken. Eine Veränderung der Planung sei nicht geplant. Denn was nütze eine Unterführung, durch die am Ende niemand gehe? Er wolle jetzt eine zweite Ausschreibung für den Auftrag starten und diese auf andere Bundesländer ausdehnen, erklärt Krutz. Die erste Ausschreibung habe nur ein einziges Angebot erbracht. „Und das liegt 100 Prozent über den geschätzten Kosten.“ Heißt: Wann die Unterführung gebaut wird, ist weiter offen.

Eine Verzögerung hat es auch beim Bau der Driving Range gegeben, die ihren Platz neben demSchwaighofer-Stadel bekommen soll. Ende März hätte die Firma, die auch den Golfplatz angelegt hat, die Driving Range gestalten wollen. Doch es fehlten Arbeitskräfte, die Driving Range wird nun vermutlich im August fertig. Dies hänge aber auch vom Wetter ab, meint Krutz: „Wenn wir 35 Grad kriegen, können wir nicht ansäen.“

Parallel zum Bau der Driving Range soll auch ein öffentlicher Spielplatz entstehen. Den Piesenkamer Eltern ist der Platz schon lange versprochen (wir berichteten). Vor Kurzem hatte Mutter Sophia Cassar mit Unterstützung von FW-Gemeinderätin Gisela Hölscher bei Krutz noch einmal nachgehakt. Eine Aktion, für die sich Hölscher im Gemeinderat eine Rüge von Hartl einfing. Gespräche dieser Art zu führen, sei Sache des Bürgermeisters, ließ er Hölscher gereizt wissen. Der Spielplatz werde aber gemeinsam mit der Driving Range entstehen, meinte Hartl. Es sei auch nicht so, dass Krutz für die Kosten alleine aufkommen müssen. Auch die Gemeinde müsse sich beim Kauf der Spielgeräte einbringen. „Und wir tragen natürlich auch die Haftung.“

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