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Nahe der Straße schlagen die Golfer ihre Bälle. Damit die Spieler und die kleinen Golfwagen sicher zum Platz kommen, soll eine Unterführung entstehen. Darauf drängt die Gemeinde jetzt mit Nachdruck. 

Gemeinderat hat die Faxen dicke

Golfplatz-Investor: Entweder er baut - oder er blecht

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Die Geduld des Waakirchner Gemeinderats ist verbraucht: Golfplatz-Betreiber Karl Heinz Krutz soll seine Anlage in Piesenkam so fertigstellen wie vereinbart. Sonst zahlt er.

Erst vor Kurzem gab’s ein Gespräch zur Güte. Wie berichtet, hatten Bürgermeister Sepp Hartl (FWG) und die Fraktionssprecher Investor Karl Heinz Krutz aufgefordert, endlich Farbe zu bekennen. Hat er überhaupt vor, seine Pläne in Piesenkam noch zu realisieren? Der 18-Loch-Platz ist zwar fertig und wird fleißig genutzt. Aber es fehlt auch noch einiges. Die Gemeinde wartet vor allem auf den Bau einer teuren Unterführung der Kreisstraße und einer Zufahrt. Zudem sieht der seit vielen Jahren diskutierte Bebauungsplan-Entwurf eine Driving Range und die Nutzung des Stadels von Landwirt Georg Schwaighofer als Clubhaus vor.

All das ist auch nach der Eröffnung des Golfplatzes in diesem Frühjahr noch nicht in Sicht. Stattdessen hat die von Krutz geführte Golfplatz KG den ehemaligen Gasthof Moar Alm in Sachsenkam gepachtet, dem Vernehmen nach für drei Jahre. Nun könnte man vermuten, dass Krutz die wunderschön gelegene Alm auf Dauer als Clubhaus nutzen will statt sich im schlichten Stadel neben der Straße einzuquartieren. Am Runden Tisch mit den Gemeindevertretern versicherte Krutz aber, er wolle seine Piesenkamer Vorhaben wie geplant realisieren.

Das behördliche Okay für diese Planung steht dabei noch aus. Im Waakirchner Gemeinderat ging es um die nun dritte Änderung des Bebauungsplanverfahrens. Der Gemeinderat fasste auch den Beschluss, das Verfahren zu beginnen. Allerdings nicht einfach so. Um sicherzustellen, dass Krutz sich nicht nur eine Option für den Bau eröffnet, sondern auch wirklich loslegt, will die Gemeinde das Verfahren an einen Durchführungsvertrag koppeln. Heißt: Krutz soll unterschreiben, dass er die Pläne innerhalb einer gewissen Frist realisiert. Tut er das nicht, wird ein Bußgeld fällig.

„Und das soll schon die Höchstsumme sein. Egal wie hoch die ist“, forderte Rudi Reber (ABV). Warum er in die Vollen gehen will, daraus machte er keinen Hehl. Mit der Länge der Bauzeit habe der Golfplatz-Investor einen traurigen Rekord aufgestellt, ätzte Reber: „Da kann er sich ins Guinness-Buch eintragen lassen.“

Dagegen empfahl Robert Englmann (CSU), Richter am Amtsgericht, bei allem Ärger einen kühlen Kopf zu bewahren. Die im Vertrag fixierte Summe müsse angemessen sein. Maß und Ziel hätten in einem vernünftigen Verhältnis zu stehen.

Aber was ist angemessen? Diese Frage konnte Stefan Detig, Rechtsanwalt der Gemeinde, nicht aus dem Stegreif beantworten. Der Jurist wird den Durchführungsvertrag erarbeiten und war auch zur Sitzung gekommen. Bis zur nächsten Bauausschuss-Sitzung werde er aber eine Summe nennen können, versprach Detig.

Hand in Hand mit dem Weiterbau der Golfanlage soll der Ausbau des Stadels von Bauer Schwaighofer erfolgen, der jetzt schon als Gerätehalle genutzt wird. Schwaighofer will darin neben dem Golf-Büro einen Hofladen einrichten. Passiert nichts, soll er eine Konventionalstrafe zahlen. Klar ist, dass Schwaighofer sein Projekt nur realisieren kann, wenn Krutz mitzieht.

Nicht alle Gemeinderäte glauben, dass der Durchführungsvertrag als Druckmittel taugt. Eine Geldstrafe werde Krutz „nicht beeindrucken“, meinte Balthasar Brandhofer (ABV). Die große Mehrheit stimmte aber für diesen Kurs. Nun bleibt abzuwarten, ob Krutz den von der Gemeinde diktierten Vertrag dann auch unterschreibt.

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