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Diee neue Golfplatz-Planung verzichtet auf ein Starthaus. Stattdessen entsteht ein Büro bei einem Hofladen, der in diesem Stadel von Georg Schwaighofer entstehen soll

Hofladen statt Starthütte 

Golfplatz-Investor präsentiert wieder neue Ideen

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Piesenkam  - Im Jahr 2016 soll der Piesenkamer Golfplatz endlich eröffnen. Jetzt präsentierte der Investor dem Waakirchner Gemeinderat  erneut eine Planänderung. Eine Entscheidung fiel nicht.

2016 soll der Golfplatz Piesenkam eröffnen. Die Planung läuft seit 15 Jahren, doch nun präsentiert der Investor eine neue Idee: Es wird kein Starthaus gebaut, stattdessen gibt’s ein Büro und eine kleine Gastronomie im Hofladen eines Landwirts. Die Entscheidung wurde vertagt – zu viele offene Fragen.

 „Der Golfplatz ist ja mein Kind“, gesteht Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Im Jahr 2000, damals war Hartl noch Gärtner und Golfbetriebsmanager, war er Mit-Initiator des Projekts. Er fand den Investor Karl-Heinz Krutz und arbeitete auch als Auftragsnehmer an der Realisierung des Golfplatzes. Inzwischen gibt es Hartls Unternehmen in der früheren Form nicht mehr, allerdings ist Hartls Sohn Andreas der Profession treu geblieben. Er arbeitet als Headgreenkeeper am Golfplatz Margarethenhof. Und Sepp Hartl will sich neuerdings aus der Debatte um den Golfplatz heraushalten. 

Eben darum übergab er die Sitzungsleitung an seinen Stellvertreter Erwin Welzmiller (CSU), als im Gemeinderat ein neuer Antrag der KG Golfplatz Tegernsee zur Abstimmung stand. Ein Schritt, zu dem ihn niemand gedrängt habe, versichert Hartl. Es sei sein Wunsch, dass ein anderer, der das Projekt vielleicht kritischer sehe, die Sitzungsleitung übernehme. Er selbst stehe voll hinter dem Platz, merkt Hartl an. „Ich finde, er ist wunderschön geworden.“ Doch jetzt, wo „viel Neues“ beantragt sei, habe er den Vizebürgermeister gebeten, die Regie zu übernehmen. 

Tatsächlich sind die geplanten Neuerungen nicht unerheblich. Die von Karl-Heinz Krutz geführte KG Golfplatz will auf den Bau eines kleinen Starthauses mit 75 Quadratmetern verzichten und plant stattdessen Kooperation mit dem Piesenkamer Landwirt Georg Schwaighofer. Der besitzt in der Nachbarschaft des Golfplatzes einen Stadel, in dem bereits Gerätschaften des Golfplatzes lagern. Schwaighofer will in dem Stadel einen Hofladen für regionale Produkte mit Verkostung errichten. 

Zudem sollen in dem Stadel das Golfplatz-Büro nebst Lagerräumen entstehen. Zusätzlich soll auf der Fläche vor dem Stadel eine Driving Range, eine Übungsfläche für Golfer, angelegt werden. Hinter dem Konzept steht ein dickes Fragezeichen: Um seine Pläne realisieren zu können, braucht Schwaighofer die Genehmigung des Amtes für Landwirtschaft für die neue Stadel-Nutzung. Die liegt noch nicht vor.

Ungeklärt ist überdies die Frage der Wasserversorgung. Wie berichtet, ging dem Golfplatz im heißen Sommer 2015 das kostbare Nass aus, die Gemeinde musste aushelfen. Schon damals hieß es, die KG Golfplatz wolle einen Brunnen bauen. Bis jetzt ist noch nicht einmal die Probebohrung erfolgt. Die solle nun in den nächsten Tagen erfolgen, versicherte Hartl. Dem Gemeinderat war das Ganze zu vage. „Aus meiner Sicht gibt es viel Klärungsbedarf“, meinte Welzmiller. Er empfehle, erst eine Entscheidung zu treffen, wenn die Betreibergesellschaft alle erforderlichen Unterlagen beisammen habe. 

Vor allem – das meinte auch Andreas Hagleitner (FWG) – müsse gesichert sein, dass Bauer Schwaighofer das Okay des Landwirtschaftsamtes für die neue Stadelnutzung erhält. Ursprünglich hatte der Nebenerwerbslandwirt den Stadel in der Nähe seines Woidhauserhofs errichtet, um dort Milchschafe zu züchten. Manchen Gemeinderat hat inzwischen die Geduld verlassen. „Ich fühle mich verschaukelt“, meinte Balthasar Brandhofer (ABV), seine SPD-Kollegin Gwenny Kalch fand ein noch kräftigeres Wort.

Einig war man sich, dass die Abstimmung vertagt wird, bis die KG Golfplatz alle offenen Fragen geklärt hat. Für Georg Schwaighofer, der als Landwirt ein zweites Standbein sucht, wäre die Kombination Hofladen und Golf ein Gewinn. Er hat 23 Milchkühe und steht in Kontakt mit Erzeugern aus der Region, um einen schönen Laden mit regionalen Produkten bestücken zu können. Auch mancher Golfer werde sicher dort etwas kaufen, meint Schwaighofer. Er wird zudem im Auftrag des Golfplatz-Betreibers Jungrinder auf benachbarten Wiesen grasen lassen. Damit wird eine amtliche Vorgabe erfüllt: Das Beweidungsprojekt ist Teil des Öko-Ausgleichs, der für die Nutzung der Piesenkamer Wiesen als Golfplatz verlangt wird.

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