Den Golfplatz in Piesenkam will der Betreiber umgestalten, um keinen Tunnel bauen zu müssen.
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Den Golfplatz in Piesenkam will der Betreiber umgestalten, um keinen Tunnel bauen zu müssen.

Bauausschuss fordert Flächennachweis

Golfplatz Piesenkam: Gemeinde Waakirchen zeigt Kante

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Wenn es um den Golfplatz in Piesenkam geht, sehen viele Waakirchner mittlerweile Rot. Jetzt befasste sich der Bauausschuss einmal mehr mit einem Antrag des Betreibers.

Waakirchen – Die Bahn 17 verlegen, damit keine Golfbälle mehr vom Piesenkamer Platz auf die Kreisstraße MB 6 fliegen können: Der offizielle Bauantrag dafür darf als Friedensangebot gewertet werden. „Eine vertrauensbildende Maßnahme“, meinte Waakirchens Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG) im Bauausschuss. Das Gremium stimmte der neuen Anordnung für die Bahnen 17 und 11 einmütig zu. Schließlich fordert die Gemeinde schon seit Jahren, Golfplatz-Betreiber Karl Heinz Krutz möge für mehr Sicherheit sorgen.

Idee des Betreibers: Kein Fußgängertunnel, sondern zwei Golfplätze

Das eigentliche Problem liegt tiefer. Die Kreisstraße durchschneidet den 2016 eröffneten Platz. Eigentlich sollte darum ein Fußgängertunnel die beiden Teile der Anlage verbinden. Aber den will Krutz nicht bauen. Er hat eine andere Idee. Er will die beiden Teile der Anlage voneinander trennen und zwei unabhängige Golfplätze schaffen. Seine neu gegründete Gesellschaft Golfplatz Waakirchen Tegernsee Betriebs gGmbH hat die Pläne für die Umgestaltung Ende März im Rathaus eingereicht. Der Entwurf zeigt einen Neun-Loch-Platz auf der zur Moar-Alm orientierten Seite und einen 18-Loch-Platz mit Driving Range und Gastronomie auf der benachbarten Seite.

Gemeinde ist mittlerweile nicht mehr zu vielen Zugeständnissen bereit

Aktuell haben Bürgermeister Kerkel und sein Team wenig Neigung, sich mit dem Vorschlag überhaupt zu befassen. „Bevor wir uns die Köpfe heißreden, soll Herr Krutz erst mal nachweisen, dass er über die nötigen Flächen verfügt“, meint Kerkel. Auch müsse der Betreiber endlich dafür sorgen, dass er die Bewässerung seines Platzes selbst bewerkstelligen kann. Dieser immer wieder angemahnte Punkt sei immer noch nicht abgehakt. Erst wenn diese grundlegenden Dinge geklärt seien, werde der Gemeinderat darüber nachdenken, ob der neue Vorschlag der Betriebsgesellschaft in Betracht gezogen wird, so Kerkel. Mit Sicherheit müsse dann ein neuer Bebauungsplan her und eine Absicherung durch einen städtebaulichen Vertrag.

Betreiber soll Geld für einen möglichen Rückbau hinterlegen

Besprochen wurde dies im nicht öffentlichen Teil des Bauausschusses. Bei der öffentlichen Beratung wurde nur über die Verlegung der Bahnen abgestimmt. Rudi Reber (ABV) machte bei der Gelegenheit aber schon klar, wie viel er Krutz und seiner Gesellschaft noch zugestehen will: „Nicht mal das, was ich unter meinen Fingernägeln finde. Und die sind kurz geschnitten.“ Er werde keinem künftigen Antrag zustimmen, solange zwei Dinge nicht erledigt seien: Zum einen müsse die Betriebsgesellschaft einen städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde schließen, zum anderen Geld für einen Rückbau des Golfplatzes hinterlegen. Dieser könne durchaus notwendig werden, ließ Reber durchblicken,

Für die Flächen, die der Golfplatz benötige, habe die Betriebsgesellschaft privatrechtliche Verträge mit Grundstückseigentümern geschlossen, erinnerte Reber. Die Gemeinde habe die Pflicht, darauf zu schauen, dass diese Verträge erfüllt werden: „Das sind unsere Leute“, schloss der ABV-Vertreter.

jm

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