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Letzter Schliff fürs Grün: Schon bald ist der Golfplatz in Piesenkam offiziell bespielbar. Damit endet eine jahrelange Hängepartie.

Die Planung hat 15 Jahre gedauert

Golfplatz endlich auf der Zielgeraden

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Piesenkam - Das Grün ist gepflegt, alle 18 Löcher angelegt: Im Juni soll der Golfplatz Piesenkam offiziell eröffnen. Die Planung dauerte 15 Jahre. Und es ist immer noch viel zu klären.

Traumhaft sei die Lage, fantastisch der Blick auf die Berge, schwärmt Golflehrerin Sonja Lamprecht vom Platz in Piesenkam. Harmonisch füge sich die 80 Hektar große Anlage in die liebliche Landschaft ein und sei dabei relativ flach und ohne große körperliche Anstrengungen zu gehen.

Um den Platz bekannt zu machen, bietet sie ab sofort immer sonntags Schnupperkurse an, buchbar unter Telefon 08021/9018654. Neuerdings informiert auch eine Hompage über den Platz. Auf www.golfplatz-tegernsee.de ist zu lesen, dass die Anlage im Juni eröffnet wird. Ein Termin, auf den die Golfer schon lange warten.

Die Idee, einen Platz in Piesenkam zu bauen, entwickelte der jetzige Waakirchner Bürgermeister Sepp Hartl im Jahr 2000. Damals war er noch Gärtner mit einer Zusatz-Ausbildung zum Golfexperten. Die Planung entwickelte sich zur nervenden Hängepartie. Als schon kaum jemand mehr an die Realisierung glaubte, packte die von Karl Heinz Krutz geführte Golfplatz KG doch noch an und schuf einen Platz in sanftem Hügelgelände.

Der Deutsche Golfverband erteilte schon im Juli 2015 die Anerkennung. Damit darf der Platz offiziell bespielt werden. Es sind bei gutem Wetter auch jetzt schon Golfer dort unterwegs. Die große Eröffnungsfeier muss allerdings warten.

Denn hinter den Kulissen sind noch etliche Hürden zu überwinden. So fehlt noch das Clubhaus. Bekanntlich will die Golfplatz KG auf den eigentlich vorgesehenen Bau eines 75 Quadratmeter großen Häuschens verzichten und stattdessen den Stadel des Bauern Georg Schwaighofer nutzen. Der plant, in dem Stadel einen Hofladen einzurichten und daneben Platz für einen Golf-Shop, Büros und Lagerräume zu schaffen.

Zudem ist eine Driving Range, ein Übungsplatz für Golfer vorgesehen. Beantragt ist dies schon seit vergangenem Jahr. Die Genehmigung steht aber noch aus. „Der Bebauungsplan ist immer noch in Arbeit“, erklärt Bürgermeister Sepp Hartl (FWG). Die Golfplatz KG müsse noch Diverses klären, bevor das Verfahren zum Abschluss gebracht werden könne.

Zum Beispiel die Frage der Wasserversorgung. Nachdem dem Platz im heißen Sommer 2015 das kostbare Nass ausging und die Gemeinde aushelfen musste, hat die Golfplatz KG zwar nach Wasser für den Bau eines Brunnens gesucht und auch gefunden. Aber noch ist unklar, wie viel Wasser sie entnehmen darf, und ob die Schüttung ausreicht. „Da fehlen noch ein paar Sachen“, sagt Hartl.

Und dann sind da noch die Teiche auf dem Gelände. Sie sind naturnah angelegt, ohne Folien. Das hat sich nicht bewährt, das Wasser versickert immer wieder. Also sollen nun doch Folien her, was wiederum einer Genehmigung bedarf. Die Freude der Golfer am Spiel auf dem Platz muss dies nicht trüben. Schließlich braucht es für spannende Golfrunden keinen Bebauungsplan.

„Ich freue mich sehr, dass der Platz jetzt eröffnet wird“, sagt Hartl. Der sei „eine wunderschöne Geschichte, ein Traum“. Auch ohne Clubhaus, Driving Range und angelegten Parkplatz. Ihn nervt die ständige Kritik an dem Golfplatz, der auch „sein Kind“ ist. Man möge doch „mit offenen Augen über diesen herrlichen Platz gehen“, empfiehlt er allen Nörglern.

Das wünscht sich auch Sonja Lamprecht. Noch nirgends habe sie so viele Widerstände von Seiten der Behörden erlebt wie hier in Piesenkam, erklärt die Golftrainerin. Das Landratsamt habe sogar die Aufstellung von Fahnen verboten, berichtet sie: „Aber Fahnen gehören doch zu einem Golfplatz.“

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