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Nahe der Straße üben Golfer im Sonnenschein. Bisher schirmt nur ein zierliches Bäumchen den Platz an dieser Stelle ab. Eine Gefahr für den Verkehr sehen die Behörden jedoch nicht.

Direkt an der Straße

Vor Eröffnung: Auf Piesenkamer Golfplatz wird schon gespielt

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Waakirchen - An der Planung des Piesenkamer Golfplatzes wird noch immer gefeilt, die Rede war zuletzt von einer Eröffnung im Jahr 2016. Unterdessen schwingen dort etliche Golfer schon die Schläger. Wie kommt's?

Der Beobachter wundert sich: Hat der offizielle Spielbetrieb still und leise schon begonnen? „Kein Kommentar“, sagt Investor Karl-Heinz Krutz dazu. Seine KG Golfplatz Tegernsee mit Büro in Rottach-Egern ist Betreiberin des Platzes. Presse-Auskünfte will Krutz grundsätzlich nicht mehr erteilen. Es werde ja doch ständig negativ berichtet, findet er. Und ob auf dem Platz gespielt werde oder nicht, sei für die Öffentlichkeit doch auch gar nicht interessant.

Zulässig ist das Spiel auf den in diesem milden Winter immer noch grünen Wiesen durchaus. Der Golfplatz Piesenkam ist seit 1. Juli 2015 Mitglied des Deutschen Golfverbands, erklärt dessen Sprecher Sebastian Schmidt. Damit könne der Platz aus Sicht des Verbands bespielt werden. Auch von Seiten des Landratsamts steht dem Golfvergnügen nichts entgegen. „Eine Betriebserlaubnis braucht es für einen Golfplatz nicht, der Betreiber muss auch keine Kenntnisse nachweisen“, erklärt Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz. Die Baugenehmigung für den 90 Hektar großen Platz hat das Amt im November 2013 erteilt. Diese fußt allerdings auf einem Bebauungsplan, den die KG Golfplatz Tegernsee geändert haben will.

Wie berichtet, will sie auf den Bau des eigentlich vorgesehenen kleinen Clubhauses mit 75 Quadratmetern verzichten und statt dessen einen Stadel des Bauern Georg Schwaighofer nutzen. Darin befinden sich bereits Gerätschaften für den Golfplatz. Schwaighofer will in dem Stadel einen Hofladen für regionale Produkte mit Verkostung einrichten. Zudem soll dort ein Büro für den Club mit Lagerräumen entstehen. Der Gemeinderat steht dem positiv gegenüber. Es fehlt allerdings noch das Okay des Amtes für Landwirtschaft, das über die Nutzungsänderung für den Stadel zu entscheiden hat. Vor dem Holzbau wollen die Betreiber auch eine Driving Range anlegen, einen Übungsplatz für Golfer.

Zudem ist der Bau eines Brunnens vorgesehen. Im Sommer, während der Anwachsphase des jungen Grüns, war dem Platz das Wasser ausgegangen. Die Gemeinde half aus, drängte aber auf einen schnellen Brunnenbau. Der ist nicht erfolgt. Jetzt muss erst eine Probebohrung zeigen, wo Wasser zu gewinnen ist. Bei der Sitzung vergangene Woche machte der Gemeinderat deutlich, dass er erst alle offenen Fragen geklärt haben will, bevor er der beantragten Nutzungsänderung zustimmt.

Den Spaß der ersten Golfer auf dem Platz trübt das nicht. Der findet übrigens teils nah an der Straße statt. Ein Vorbeifahrender wundert sich: „Ist das nicht gefährlich?“ Es könnten doch jederzeit Bälle Richtung Straße fliegen. Zusätzliche Schutzmaßnahmen wie etwa ein Netz sieht der genehmigte Bebauungsplan laut Gemeinde-Geschäftsführer Franz Schweiger nicht vor. Man gehe davon aus, so Schweiger, dass der Platz so konzipiert sei, dass keine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer bestehe. 

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