Die Kreisstraße führt mitten durch den Golfplatz bei Piesenkam. Ein Tunnel soll die Anlage verbinden. Um den teuren Bau zu umgehen, will der Betreiber die Anlage teilen. Die Pläne hierfür liegen jetzt vor. 
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Die Kreisstraße führt mitten durch den Golfplatz bei Piesenkam. Ein Tunnel soll die Anlage verbinden. Um den teuren Bau zu umgehen, will der Betreiber die Anlage teilen. Die Pläne hierfür liegen jetzt vor. 

Pläne eingereicht

Golfplatz Piesenkam: Teilung statt Tunnel?

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Das Problem ist die Kreisstraße MB 6, die mitten durch den Golfplatz Piesenkam führt. Um keinen teuren Tunnel bauen zu müssen, hat sich der Betreiber einen Kunstgriff überlegt.

Waakirchen – Trotz der Pandemie könnte 2021 ein gutes Jahr für den Golfplatz in Piesenkam werden. „Die Leute sind heiß darauf, nach draußen zu kommen“, weiß Karl Heinz Krutz. Der Projektentwickler mit Büro in Rottach-Egern hat den Golfplatz bei Waakirchen nach schier endloser Planungsphase 2016 eröffnet. Inzwischen ist der Zuspruch groß. Schon an den ersten Sonnentagen im März tummelten sich die ersten Golfer auf dem Platz. Wenn es die Corona-Vorgaben erlauben und das Wetter mitspielt, wird die Anlage die ganze Saison hindurch bestens gebucht sein.

Der Haken: Noch immer müssen die Spieler bei jeder Runde zweimal die Kreisstraße MB 6 queren. Dabei hätte es schon bei der Eröffnung einen Tunnel unter der Kreisstraße geben sollen. Doch dessen Bau hat sich der Investor geschenkt, auch wenn die Gemeinde immer wieder nachhakte. „Wir haben auch keine Handhabe, den Platz einfach zu sperren“, sagt Waakirchens Bürgermeister Norbert Kerkel (FWG).

Aus einem Platz sollen zwei Anlagen werden

Ende 2020 überraschte Krutz den Gemeinderat mit einer neuen Idee . Aus dem 18-Loch-Golfplatz sollen zwei getrennte Anlagen werden. Ein Neun-Loch-Platz auf der zu Moar-Alm orientierten Seite, ein 18-Loch-Platz mit Driving Range und Gastronomie auf der benachbarten Seite. „Dann führt die Straße nicht mehr durch den Platz“, erklärt Krutz. Somit müssten Golfer nicht mehr queren und es brauche auch keinen Tunnel. Mit einer Power-Point-Präsentation im Dezember wollte Krutz den Gemeinderäten das Konzept schmackhaft machen. Das Gremium reagierte zurückhaltend. Erst müssten konkrete Pläne her, dann könnten sich Bauamt und Gemeinderat damit befassen, erklärte Kerkel. Als kurzfristige Maßnahme forderte die Gemeinde zudem die Verlegung der Bahn 17. Sie liegt so nahe an der Straße, dass fliegende Golfbälle zur Gefahr für den Verkehr werden könnten.

Plan im Waakirchner Rathaus eingereicht

Ein Wunsch, dem Krutz jetzt nachkommt. Vor wenigen Tagen reichte er ein ganzes Planungspaket ein. Punkt eins: Gleich zwei Bahnen werden verlegt, damit keine Bälle auf der Straße landen können. Kerkel wertet es als Zeichen guten Willens. Bereits in seiner nächsten Sitzung werde der Bauausschuss über den Antrag beraten. Die Zustimmung dürfte sicher sein, schließlich erfüllt der Antrag eine Forderung der Gemeinde.

Anders sieht es mit Teil zwei des Planungspakets aus. Er betrifft die Teilung der Anlage in zwei getrennte Golfplätze. Nach Kerkels Überzeugung ist dafür eine Änderung des Bebauungsplans nötig. „Und wir müssen uns auch überlegen, ob wir das überhaupt wollen.“ Es gelte viel zu bedenken, er halte auch einen städtebaulichen Vertrag für nötig, meint Kerkel. Auf die Schnelle werde der Gemeinderat über die gewünschte Umstrukturierung jedenfalls nicht entscheiden: „Wir beraten erst einmal intern darüber.“

Den Bau eines Tunnels, der im gegenwärtig gültigen Bebauungsplan enthalten ist, plant Krutz jedenfalls nicht. Er hofft, dass die Behörden seinen neuen Ideen folgen und er den Platz für die Saison 2022 entsprechend umgestalten kann. „Die nötigen Flächen haben wir“, versichert Krutz.

Aus Stadel wird Clubhaus

Schon im April soll der Ausbau des Stadels zum Clubhaus mit Gastronomie erfolgen. Geführt wird dieser Bereich künftig von Dominik Krauß, der Krutz zufolge auch als Manager der Anlage fungiert. Die kaufmännische Leitung liege in den Händen von Joachim Felix Krebs aus Quickborn bei Hamburg. Ihm hatte Krutz Ende Januar die Geschäftsführung der neu gegründeten Golfplatz Waakirchen Tegernsee Betriebs gGmbH übergeben. Er wolle sich aus dem Tagesgeschäft zurückziehen, kündigte der 73-Jährige damals an.

Vor Ort ist Krebs aber nicht anzutreffen. Er kümmere sich von Quickborn aus um die Verwaltung des Clubs mit 550 Mitgliedern und andere kaufmännische Belange, erklärt Krutz, der als Besitzer weiter die Regie führt. Der Golfplatz sei aber nur eines seiner Projekte, meint Krutz. In der Gemeinde Waakirchen plant er auch den Bau eines Hotels im Gewerbegebiet Krottenthal.

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