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Schmieden schon lange Pläne: Die Vorstandsmitglieder der Eisratzn (v.l.) Ella und Hans Grasmüller, Hans Roth, Thomas Vogl und Richard Hacklinger

Gemeinde Waakirchen gibt finanzielle Rückendeckung

Halle der Schaftlacher Eisratzn soll im Herbst stehen

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Lange haben die Eisratzn Schaftlach um ihren Traum gekämpft: Eine Mehrzweckhalle, in der sich Stockschützen aus weitem Umkreis Wettkämpfe liefern können. Nach vielen Rückschlägen scheint jetzt das Ziel nah.  

Thomas Vogl, Vize-Vorsitzender der Schaftlacher Eisratzn, ist guter Dinge. „Ein paar Sachen müssen noch hinhauen, dann können wir anpacken“, sagt Vogl. Um die Unterstützung der Gemeinde muss er sich nicht mehr sorgen. Mit großer Mehrheit sicherte der Waakirchner Gemeinderat per Beschluss seine finanzielle Rückendeckung zu.

Geht alles nach Plan, steht dort, wo die Eisratzn jetzt ihren Platz haben, schon im Herbst eine Mehrzweckhalle, 28 Meter breit und 36 Meter lang. Sie soll zum Leistungszentrum der Stockschützen werden. Große Wettbewerbe können dort stattfinden – und noch viel mehr. Jeder, der Spaß am Stockschießen hat, darf dort trainieren. Zudem sind Hallenflohmärkte denkbar, regionale Messen, Konzerte und Theateraufführungen. Die Halle wäre aber auch als Verkehrsübungsplatz für Kinder geeignet, die Feuerwehr könnte dort ihre Leistungsprüfung abhalten.

So groß die Hoffnung jetzt ist, so tief war die Enttäuschung vor genau einem Jahr. Damals schien das Projekt geplatzt, aus finanziellen Gründen. Wie berichtet, zog die Otto-Beisheim-Stiftung ihre Förderzusage zurück. Es war das traurige Ergebnis etlicher Missverständnisse. Denn zunächst war von einer großen Eissporthalle für die ganze Region die Rede gewesen, die die Beisheim-Stiftung unterstützen wollte. Dieses Vorhaben erwies sich aber als eine Nummer zu groß. Die Planung wurde auf eine Mehrzweckhalle mit trockenem Boden eingedampft. Fördergelder dafür zu gewinnen, war für den Vorstand der Eisratzn ein schwieriges Terrain.

Als Krisenmanager schaltete sich ABV-Gemeinderat Rudi Reber ein. Erfolgreich: Es gelang, die Altgelt-Stiftung als neuen Sponsor zu gewinnen. 250 000 Euro sind Reber zufolge als Unterstützung in Aussicht gestellt. Kosten wird die Halle rund 550 000 Euro, weshalb die Eisratzn eine weitere Förderung brauchen. Die könnte aus dem Leader-Programm des Freistaates zur Förderung ländlicher Projekte kommen. Im Höchstfall sind 200 000 Euro möglich. „Aber es ist wirklich schwierig, dieses Geld zu kriegen“, sagt Reber. Nach einem Gespräch im Landratsamt war klar: Der Antrag muss bald gestellt werden, sonst ist das Kreis-Budget schon vergeben. Um das Gesuch überhaupt einreichen zu können, ist die Unterstützung der Gemeinde gefragt. Sie muss das Leader-Fördergeld vorfinanzieren und eine Bürgschaft übernehmen. Gegen die Stimmen von Robert Englmann (CSU) und Hermann Mair (SPD) geschah das auch. Zudem sicherte das Gremium einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 3000 Euro zu.

Englmann, von Beruf Richter, führte juristische Bedenken an. Es ging um die „Rechtsnachfolge“. Was passiert, wenn sich der Verein auflöst? Englmann sah großen Klärungsbedarf, auch wenn die Eisratzn in ihren Statuten festgelegt haben, dass das Vereinsvermögen im Falle der Auflösung an die Gemeinde Waakirchen übergehen soll. Zweifellos gibt es juristisch viel zu regeln. Das Grundstück, auf dem gebaut wird, gehört einem Schaftlacher Landwirt. Ein neuer Pachtvertrag muss erst noch geschlossen werden. Der jetzige gilt nur noch 15 Jahre. Die neue Vereinbarung soll bis 2050 laufen. Die Fläche liegt zudem nicht auf Waakirchner, sondern auf Warngauer Gebiet. Für die Änderung von Flächennutzungs- und Bebauungsplan ist also der Gemeinderat Warngau zuständig. „Aber Warngau hat schon Zustimmung signalisiert“, sagt Reber.

Angesichts der offenen Fragen hätte Georg Rausch (CSU) die Entscheidung gerne vertagt. Sein Antrag dazu scheiterte mit 10:10 am Stimmenpatt. Nach langer Debatte stimmte aber auch Rausch für Bürgschaft und Vorfinanzierung. „Ich will die Halle ja auch“ sagte Rausch.

Ob sie entstehen kann, hängt jetzt davon ab, ob das Leader-Geld auch fließt. Der Förderantrag wird im Februar eingereicht. Die Eisratzn selbst haben schon Spenden gesammelt: rund 60 000 Euro an Geld und Arbeitsleistung sind bereits jetzt zugesagt. Wenn die Leader-Förderung steht, dürfte nach Einschätzung Rebers die Schließung der – dann überschaubaren – Finanzlücke kein Problem sein: „Dann bekommen wir für die Halle sicher noch weitere Spenden.“

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