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Sein ganzer Stolz: Die Grubenlampen aus der Mariensteiner Bergwerkszeit sind Erbstücke von Hans Winklmairs Großvater. Sie sind nur Teil einer riesigen Sammlung, die Winklmair schon zusammengetragen hat.

Hans Winkelmair archiviert Waakirchen

Der Mann, der seine Heimat sammelt

Waakirchen - Ansichtskarten, Baupläne, Anstecknadeln. Hans Winklmair ist leidenschaftlicher Sammler. Seine Objekte der Begierde: Alles was irgendwie mit seiner Heimat Waakirchen zu tun hat.

Hans Winklmair ist Sammler. Der 64-Jährige trägt Bilder, Dokumente und Gegenstände rund um seine Heimatgemeinde Waakirchen zusammen. Sein Lieblingsstück ist eine Grubenlampe aus der Bergwerkszeit, die bis 1962 andauerte. „Die gehörte meinem Großvater“, erzählt er stolz. Beinahe täglich wandern neue Artefakte in seinen Besitz. Ein Teil soll bald in einem Buch Niederschlag finden.

„Ich bin so eine Art Privatarchivar der Gemeinde“

„Ich bin so eine Art Privatarchivar der Gemeinde“, scherzt Winklmair. Und das seit mittlerweile einem Jahrzehnt. „Angefangen hat das alles mit meinem Amt als Schriftführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Marienstein“, erzählt der Frühpensionist. Zum 100-jährigen Jubiläum der Mariensteiner Wehr sollte Winklmair einen Bildband erstellen – und so begann er, Material zu sammeln. „Es hat mir richtig Spaß gemacht, mich mit den Leuten zu unterhalten“, erzählt der Sammler. „Jeder weiß irgendetwas.“

Angefangen hatte alles mit dem Bergwerk

Was als spezifische Recherche begann, entwickelte sich schnell zu einer ausgewachsenen Sammel-Leidenschaft. „Zunächst habe ich nur Gegenstände rund um das Bergwerk beziehungsweise Zementwerk gesammelt. Später hat sich das auf den gesamten Gemeindebereich ausgeweitet.“ Inzwischen füllt die Sammlung mehrere Schränke. Allein rund 40 Ordner, vollgepackt mit Bildern, Urkunden, Bauplänen und Zeitungsartikeln, finden sich dort. Insgesamt 35 Gigabyte umfasst die digitalisierte Version seiner Sammlung. „Ich habe mir sogar eine Drohne zugelegt. So kann ich aktuelle Luftbilder aufnehmen und sie mit Ansichten von damals vergleichen“, erzählt er. Wohl aus Berufsneugier, denn vor seiner Pensionierung war Winklmair Beamter im Bauamt der Stadt München.

Ein Besuch in einem unglaublichen Archiv - die Bilder

Überhaupt betreibt der Mariensteiner für die Erweiterung seiner Sammlung einen enormen Aufwand, auch aus finanzieller Sicht. „Ich besitze inzwischen etwa 650 Ansichtskarten“, sagt der 64-Jährige. „Eine dieser Ansichtskarten kostet im Schnitt rund 15 Euro.“ Ein teures Hobby. Vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. „Ich bin jeden Vormittag unterwegs und besuche Mitbürger auf der Suche nach Bildern, Gegenständen und Geschichten.“

Inzwischen gilt Winklmair als Experte

Inzwischen gilt Winklmair als eine Art Experte für die Geschichte des Bergbaus in Waakirchen. „Die Gemeinde stellt immer wieder Anrufer, etwa aus dem Ruhrgebiet oder dem Erzgebirge, zu mir durch“, erzählt der Mariensteiner. „Das sind meistens Leute, die wissen wollen, wo und unter welchen Bedingungen beispielsweise ihr Großvater gearbeitet hat.“

Wie alle Sammler wünscht sich auch Winklmair, dass seine Schätze für die Nachwelt erhalten bleiben. Am liebsten in Form eines Museums. „Ich bin deswegen bereits an die Gemeinde herangetreten, bisher jedoch erfolglos.“ Zumindest ein kleiner Teil seiner Raritäten soll aber zeitnah Verwendung finden, denn die Gemeinde plant ein Buch. „Ich habe mich dazu bereit erklärt, der Gemeinde meine Sammlung zur Verfügung zu stellen. Ich will jetzt aus jedem Ortsteil einen Ansprechpartner rekrutieren, so dass wir das Buch gemeinschaftlich erstellen können.“

Wann das Buch veröffentlicht werden soll, ist noch ungewiss. „Das kommt darauf an, ob ich Leute bekomme“, erklärt Winklmair. Je nachdem, ob und wann das geschieht, werde es bis zur Veröffentlichung wohl noch zwischen einem und anderthalb Jahre dauern.

Bastian Huber

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