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Glücklich angekommen: Markus Hoppe hat dieser Tage mit der Produktion in seiner neuen Brauerei am Waakirchner Ortseingang begonnen.

Neues Bier am Talrand

Hoppebräu: Jetzt gibt es ein zweites Brauhaus in der Region Tegernsee

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Wo vor gut sieben Monaten noch freie Fläche war, steht nun das Brauereigebäude des Jungunternehmers Markus Hoppe. Seit Kurzem wird in Waakirchen nahe dem Tegernsee gebraut.

Waakirchen – „Wir sind mitten in der Inbetriebnahme“, sagt Markus Hoppe und öffnet sichtbar stolz die Tore zum Herzstück seines neuen Brauereigebäudes am Waakirchner Ortseingang. Riesige, glänzende Kessel empfangen hier den Besucher. Acht Sude hat der Braumeister in der nagelneuen Produktionsstätte, direkt an der Bundesstraße 472 gelegen, bereits angesetzt. Vorbei die Zeiten, als der 29-Jährige seine erfolgreichen Biere in angemieteten Räumen in Grafing brauen musste. Das Unternehmen Hoppebräu, bekannt geworden durch seine Spezialbiere, hat nun eine eigene Heimat.

Hier finden Sie den Bericht vom Baubeginn: Spatenstich für eigene Brauerei: Jetzt legt Hoppe richtig los

8000 Liter Helles, 8000 Liter Wuida Hund und 4000 Liter Wuidsau sind im Waakirchner Sudhaus unter anderem bereits am Entstehen. Für sein Produktionssystem hat Hoppe sogar einen Innovationskredit erhalten. Das beim Brauen anfallende Warmwasser geht bei ihm nicht verloren, sondern wird abgesaugt und für die Wärmeversorgung gewonnen. „Das hab ich mir selbst ausgedacht“, berichtet der Jungunternehmer. Und ist mit seinen Ideen damit längst nicht am Ende.

Lesen Sie hier das Porträt: Vom Garagenbrauer zum „Bier-Kommunikationszentrum“

Neues Brauhaus beim Tegernsee: Es wird schon gebraut - und noch gebaut

Während im Sudhaus die Produktion angelaufen ist, sind die Handwerker damit beschäftigt, auch die übrigen Teile des Hoppe-Unternehmens fertig zu stellen. Zum Konzept gehören neben der Schaubrauerei nämlich auch ein Pub nach irischem Vorbild und ein großer Biergarten, der durch einen Hag zur Bundesstraße hin abgegrenzt ist. Auch die Gastronomie wird Hoppe mit seiner Familie in Eigenregie betreiben. Den Gedanken, das Pub zu verpachten, hat er schnell wieder verworfen. „Dafür bin ich viel zu extrig“, räumt der Waakirchner freimütig ein.

Was nicht den Vorstellungen des Braumeisters entspricht, hat hier nichts verloren. Hoppe will die Besucher von der Qualität seiner Produkte überzeugen. „Unser Helles und das Weißbier rauschen derzeit regional durch die Decke“, erzählt der innovative Brauer mit Blick auf seine Umsatzzahlen. Da dürfe man nicht den Fehler machen, das Bier plötzlich jünger abzufüllen. „Wir haben sechs Wochen Lagerzeit“, sagt Hoppe. Und das solle auch so bleiben.

Hoppebräu in Waakirchen: Bald soll auch Gaststätte eröffnen

Wie das Unternehmen arbeitet, davon können sich die Bierfreunde künftig selbst ein Bild machen. Von der Gaststätte aus blicken die Gäste durch eine Glaswand direkt ins Sudhaus. Zudem will der 29-Jährige wöchentlich Führungen anbieten, und auch für geschlossene Gesellschaften steht ein Raum zur Verfügung. Es wird wohl kommendes Frühjahr werden, bis die an die Brauerei angegliederte Gaststätte eröffnen kann. Doch schon jetzt sei die Nachfrage riesig, berichtet Hoppe. „Brauerei ist eben ein sehr emotionales, schönes Thema“, glaubt der Familienvater.

Um seinen Traum von der eigenen Brauerei zu verwirklichen, hat Hoppe schwer geschuftet. Seine Arbeitszeit belaufe sich derzeit wohl auf 90 Stunden pro Woche, schätzt er. Im Vorfeld des Baus musste er außerdem einige Rückschläge hinnehmen. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück gestaltete sich schwierig, am jetzigen Standort gab’s Probleme mit einem Nachbarn. Hoppe ist froh, dass dieser Konflikt inzwischen beigelegt ist. Ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis sei ihm extrem wichtig, sagt er. Schließlich zieht der Brauer mit seiner Frau und Söhnchen Emil selbst in dem Gebäude ein. „Ich will mich hier wohlfühlen“, sagt er.

Die Brauerei in Waakirchen ist auf Wachstum ausgerichtet. Pro Jahr will Hoppe die Produktion um 1000 Hektoliter Bier steigern. Bei 15.000 Hektolitern ist dann Schluss. In elf Jahren könnte es soweit sein.

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